Heise 22.07.2026
14:39 Uhr

Olimex erweitert Raspberry Pi Pico um Relais und Hochspannungseingänge


Mit vier Relais und Eingängen bis 220 Volt bringt das PICO-EVB Industrie-I/O auf den Raspberry Pi Pico.

Olimex erweitert Raspberry Pi Pico um Relais und Hochspannungseingänge

Olimex hat mit dem PICO-EVB eine neue Evaluierungsplatine vorgestellt, die den Raspberry Pi Pico für Automatisierungsaufgaben fit machen soll. Das Open-Source-Hardware-Board richtet sich an Entwickler und Maker, die Relais schalten oder Signale aus höheren Spannungsbereichen erfassen möchten, ohne dafür erst eine eigene Trägerplatine entwerfen zu müssen. Unterstützt werden neben dem Raspberry Pi Pico auch Pico 2, Pico W, Pico 2 W sowie Olimex' eigener PICO30.

Die Platine bringt vier Relais mit, die für bis zu 15 Ampere bei 240 Volt Wechselspannung ausgelegt sind. Ergänzt wird das Ganze durch vier optisch getrennte Eingänge, die Gleichspannungen zwischen 3,3 und 30 Volt sowie Wechselspannungen von 110 bis 220 Volt verarbeiten können. Durch die Optokoppler bleibt der Mikrocontroller elektrisch von den Eingangssignalen getrennt.

Für jeden Ein- und Ausgang gibt es eine Status-LED, sodass sich der aktuelle Zustand direkt auf der Platine ablesen lässt. Das kann bei der Fehlersuche durchaus Zeit sparen, wenn man sich fragt, ob der Fehler im Programm oder doch im angeschlossenen Gerät steckt. Wer zusätzliche Sensoren oder Module anbinden möchte, findet außerdem einen UEXT-Anschluss, über den I²C, SPI und UART bereitstehen.

Die Stromversorgung erfolgt über USB-C, eine Schraubklemme oder direkt über den eingesetzten Pico. Laut Olimex kommen ausschließlich Industriebauteile zum Einsatz, die für einen Temperaturbereich von -45 bis +85 Grad Celsius ausgelegt sind. Die Platine selbst misst 100 × 70 Millimeter.

Auch softwareseitig richtet sich das Board klar an Maker. Im GitHub-Repository stehen Beispielprojekte für Arduino und MicroPython bereit, die die Eingänge überwachen und die Relais entsprechend schalten. Besitzer eines Pico W können zusätzlich ein Beispiel nutzen, das einen kleinen Webserver hostet. Darüber lassen sich die Eingänge überwachen und die Relais direkt über den Browser schalten. Wer Home Assistant verwendet, kann das Board über eine bereitgestellte ESPHome-Konfiguration in sein Smart Home integrieren.

Interessant dürfte das PICO-EVB vor allem für Projekte sein, bei denen Mikrocontroller mit der „echten Welt“ kommunizieren müssen. Denkbar sind beispielsweise Gewächshaussteuerungen, Werkstattautomatisierungen oder Maschinenüberwachung. Statt Relais, Optokoppler und Spannungsversorgung einzeln auf Lochraster aufzubauen, erhält man hier eine fertige Basis, auf der sich die eigentliche Steuerungslogik entwickeln lässt.

Da Olimex das PICO-EVB als Open-Source-Hardware veröffentlicht, stehen neben den Schaltplänen auch die vollständigen KiCad-Dateien auf GitHub bereit. Damit können Maker die Platine nicht nur nachbauen, sondern auch an eigene Anforderungen anpassen. Das Board ist für 14,95 Euro im Olimex-Store erhältlich.

Wer zwar keine Anlage steuern will, aber einen Pi Pico rumliegen hat, findet in unserem Artikel zum Hacken einer PS3 einen Verwendungszweck für das kleine Board.

(das)