Heise 21.05.2026
16:00 Uhr

Mähroboter Mammotion Luba 3 im Test


Mammotions Premium-Mäher navigiert mit LiDAR und bietet eine Schnittbreite von 40 cm. Wie gut er ist, zeigt der Testbericht.

Mähroboter Mammotion Luba 3 im Test
Der frühere Headhunter Thomas R. ist nun wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. (Archivbild vom 20.4.) Susi Wimmer

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Mammotions Premium-Mäher navigiert mit LiDAR und bietet eine Schnittbreite von 40 cm. Wie gut er sich in der Praxis schlägt, zeigt der Testbericht.

Als Flaggschiff von Mammotion nutzt der Luba 3 erstmals ein LiDAR-gestütztes Navigationssystem. Im Gegensatz zur reinen RTK-Technik, die auf Satellitendaten basiert und empfindlich auf Verschattungen durch Bäume oder Gebäude reagiert, ist LiDAR weniger störbar. Dennoch kann der Luba 3 bei Bedarf auch Satellitendaten über die Mammotion-Cloud beziehen – etwa dann, wenn die maximale Reichweite des LiDAR von 70 Metern auf großen Flächen nicht ausreicht. Da hierfür eine permanente Onlineverbindung nötig ist, integriert der Hersteller ein 4G-Modul, das in den ersten drei Jahren nach Kauf kostenlos genutzt werden kann. Zwei KI-Kameras ergänzen das System sowohl für die Navigation als auch für die Hinderniserkennung. Mammotion vermarktet diese Kombination als „Tri-Fusion“-Positionierung.

Die übrigen Leistungsdaten entsprechen weitgehend denen der Vorgängermodelle. Die Schnittbreite des Doppelscheiben-Systems beträgt 40 cm. Die beiden Trennscheiben mit jeweils sechs Klingen werden von zwei 165 W starken Elektromotoren angetrieben und mähen bei bis zu 3000 U/min auch höheres Gras problemlos. Die Akkukapazität des für 3000 m² vorgesehenen Modells beträgt wie beim Vorjahresmodell 12 Ah. Die Variante für 5000 m² ist mit einem 15-Ah-Akkus ausgestattet.

Getestet wurde der Mammotion Luba 3 in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar – eine für viele Mähroboter kritische Hürde. Eine weitere Zone lässt sich lediglich über eine 70 cm breite Engstelle ansteuern. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, etwa 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Das sportliche Design hat Mammotion auch beim Luba 3 beibehalten. Mit den sichtbaren Vorder- und Hinterrädern erinnert der Luba 3 an einen Formel-1-Boliden. Die vorderen, transparenten Abdeckungen der Vorderräder wirken wie aerodynamische Flächen, die den Anpressdruck verstärken sollen, was natürlich nur in der Fantasie des Beobachters liegt und praktisch irrelevant ist. Schließlich fährt der Luba 3 keine 300 km/h und sein Eigengewicht von 19 kg benötigt bei einer Fahrgeschwindigkeit von 0,6 m/s keinen zusätzlichen Anpressdruck. Aufgrund seiner Größe von 69 × 53,3 × 27,9 cm wirkt der Luba 3 allerdings nicht ganz so sportlich wie das kleinere Allrad-Modell Luba 2 Mini. Neu gegenüber dem alten Luba ist die typische LiDAR-Kuppel, die oben auf der Kameraeinheit sitzt und durch Plastikstreben geschützt wird. Die Verarbeitung ist ansonsten wie gewohnt ohne offensichtliche Mängel.

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Der Luba 3 setzt auf vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren. Zwei omnidirektionale Räder an der Vorderseite ermöglichen Wendemanöver auf der Stelle, während die Hinterräder für Traktion im Gelände ausgelegt sind. Die maximale Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit 80 Prozent an (entspricht etwa 38,7 Grad). Im Testgarten bewältigte der Luba 3 die rund 30° steile Zone zuverlässig – extremere Steigungen standen für eine Überprüfung der Herstellerangabe nicht zur Verfügung.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm – nur wenige Mähroboter bieten eine noch etwas größere Schnittbreite. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und damit kürzere Mähzeiten, was vor allem auf großen Flächen ein Vorteil ist. Es kann aber auch bei kleineren, häufig genutzten Gärten relevant sein, da ein schneller Mäher den Garten früher zur uneingeschränkten Nutzung freigibt. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 2,5 und 7 cm einstellen.

Für den Kantenschnitt bietet der Luba 3 – anders als die Modelle Dreame A3 und Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro – keine spezifischen Optimierungen. Im Test ließ er an einem festen Rand deutlich mehr Rasen ungemäht als die direkte Konkurrenz.

Vor der Einrichtung muss man zunächst den Front-Bumper sowie die orangefarbenen Seitenschweller montieren, was dank der detaillierten Beschreibung nach wenigen Minuten erledigt ist.

Die Einrichtung des Luba 3 erfolgt über die Mammotion-App, die als eine der wenigen auch für Tablets optimiert ist und so die größere Bildschirmfläche dieser Geräte ausnutzt. Die Kopplung geschieht zunächst per Bluetooth, bevor der Roboter mit dem heimischen WLAN verbunden wird. Die Assistenten-geführte Inbetriebnahme ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. Im Test folgt anschließend ein Firmware-Upgrade, das je nach Verbindungsqualität länger dauern kann – ein bei vernetzten Geräten üblicher, aber ärgerlicher Vorgang, der die Inbetriebnahme verzögert.

Für die Kartierung bieten kabellose Mähroboter wie der Luba 3 zwei Methoden an: Bei der automatischen Variante fährt er selbstständig die Rasengrenzen ab, während beim manuellen Verfahren der Nutzer den Roboter über virtuelle Tasten steuert. Letztere Methode ist zu empfehlen, da sie präzisere Ergebnisse liefert. Bei klar abgegrenzten Gärten kann die automatische Kartierung zufriedenstellend sein – im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu Pflanzenbeeten ist sie jedoch überfordert.

Eine große Mähfläche unterteilt man üblicherweise in Zonen, um pro Zone die optimale Mährichtung mit möglichst wenigen Richtungsänderungen einzustellen – das beschleunigt den Mähvorgang. Hier heißt es allerdings aufgepasst: Die Mammotion-App unterstützt keine Aufteilung in Zonen nach der Kartierung. Anders als bei der Konkurrenz von Dreame und Ecovacs kann man nicht zunächst die gesamte Rasenfläche umfahren und später Linien auf der Karte ziehen, sondern muss Zone für Zone anlegen, bis die Gesamtfläche erfasst ist. Das ist im Set-up aufwendiger und weniger flexibel.

Anschließend lassen sich für jede Zone Parameter wie Mährichtung, Mähmuster, Mähsequenz, Mähgeschwindigkeit, Bahnabstand sowie die KI-Hinderniserkennung konfigurieren. Zudem erlaubt die App die Erstellung sogenannter „Hindernisfreier Zonen“, in denen die visuelle Hinderniserkennung mittels LiDAR und KI-Kameras deaktiviert ist – sinnvoll etwa für Bereiche, wo herabhängende Äste den Rasen überdecken. Ohne diese Einstellung würden die Äste als Hindernisse erkannt, und der darunterliegende Rasen bliebe ungemäht.

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test nur bei höchster Empfindlichkeit zuverlässig. Im Standardmodus werden kleinere Bälle überfahren. Generell sollte man den Mähroboter nur tagsüber mähen lassen, sodass nachtaktive Tiere geschützt sind. Die Mammotion-App bietet dafür entsprechende Konfigurationsmöglichkeiten.

Wie üblich unterstützt die App auch Zeitpläne zur Automatisierung des Mähvorgangs. Dabei können Nutzer die Batteriestrategie anpassen – etwa die Ladegrenze auf 80 % reduzieren, was die Akku-Lebensdauer verlängert. Apropos Akku: Anders als beim Luba Mini 2 kann der Nutzer diesen nicht selbst tauschen; ein Austausch ist nur über Mammotion oder ein Service-Center möglich – ein kritisches Detail mit Blick auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit.

Smart ist die Akkustrategie bezüglich des Mähfortschritts: Schafft der Luba 3 die gesamte Fläche nicht mit einer Ladung, fährt er zurück zur Ladestation. Dort lädt er aber nicht bis 100 %, sondern nur bis zu dem Prozentsatz, der nötig ist, um die Restfläche zu schaffen. Diese Strategie spart Zeit und schont den Akku.

Der Luba 3 mäht in geraden Bahnen, sodass das Schnittbild entsprechend sauber ausfällt. Für den Leistungstest wurde die voreingestellte Mähgeschwindigkeit von 0,6 m/s (einstellbar zwischen 0,2 und 1,0 m/s) beibehalten, ebenso der unveränderte Bahnabstand von 25 cm (einstellbar zwischen 20 und 35 cm).

In dieser Konfiguration erreicht der Luba 3 auf einer flachen, 240 m² großen Testfläche mit typischen Hindernissen wie Bäumen und Wäscheständern eine praktische Mähleistung von etwa 187 m² pro Stunde. Hochgerechnet auf einen kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb ergibt sich daraus eine Flächenleistung von rund 2.800 m² pro Tag – inklusive aller notwendigen Ladezeiten. Die Herstellerangabe von 500 m² pro Stunde bezieht sich dagegen auf die maximal möglichen Einstellungen von 1,0 m/s und 35 cm Bahnabstand. Mit diesen optimalen Parametern wäre unter Idealbedingungen eine Steigerung auf etwa 437 m² pro Stunde erreichbar, was rund 87 Prozent des beworbenen Maximalwerts entspricht. Die verbleibende Differenz ist auf reale Einflüsse wie Hindernisse und Wendemanöver zurückzuführen. Die Herstellerangabe ist daher technisch nicht unrealistisch, allerdings erreicht der Luba 3 diesen Spitzenwert nur unter optimalen Bedingungen mit maximalen Einstellungen. Im typischen Hausgarten mit Standardparametern sollte der Nutzer mit einer Mähleistung von etwa 60 bis 70 % des Maximalwerts rechnen.

Insgesamt belegt der Luba 3 bei der Mähleistung einen Spitzenwert. Ähnlich gut ist der vergleichbare Dreame A3 AWD 3500, der aufgrund seiner geringeren Akkukapazität jedoch nur 2.519 m² pro 24 Stunden schafft.

In puncto Navigation ist der Luba 3 mit LiDAR und RTK bestens aufgestellt. Unseren kritischen Engpass mit nur einer Breite von 70 cm meistert er genauso wie der Dreame A3 AWD (Testbericht). Auch gelangt er zur abgelegenen Rasenzone, die von 3 bis 5 cm hohen Randsteinen umgeben ist. Wie der Dreame hinterlässt er im bis zu 30° steilen Gelände bei feuchtem Untergrund aber Spuren im Rasen. Solch steiles Gelände sollte man also nur bei absoluter Trockenheit mähen, um Rasenschäden zu vermeiden. Das gilt für den Luba genauso wie für den Dreame A3 AWD.

Rasenflächen mit fester Begrenzung wie Randsteinen fährt der Luba 3 präzise ab, lässt aber mit 7 bis 10 cm deutlich mehr Rasen ungemäht als der Dreame A3, der sein Mähdeck an den Gehäuserand fahren kann und nur 3 bis 5 cm Rasen stehen lässt. Noch besser in Bezug auf das Mähen von Rasen an festen Kanten sind die Ecovacs-Modelle mit integriertem Rasentrimmer. Nach zwei Durchgängen an den Randsteinen bleibt praktisch kein Halm mehr stehen. Allerdings sind die Geräte mit aktivierter Trimmeinheit mit über 80 dB(A) sehr laut. Der Luba 3 geht wie alle Mähroboter leise zu Werke, wobei er im direkten Vergleich mit dem Dreame A3 AWD etwas lauter ist.

Offiziell unterstützt Mammotion – wie viele andere Mähroboterhersteller auch – lediglich eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Deutlich nützlicher im praktischen Betrieb ist hingegen eine Community-Integration für Home Assistant, die allerdings an die Mammotion-Cloud gekoppelt bleibt. Mit ihr lässt sich nicht nur auf wesentliche Betriebsparameter wie Akkustand, Mähfortschritt und den Kameralivestream zugreifen, sondern der Luba 3 kann darüber auch aktiv gesteuert werden. Einzig Terramow bietet bislang eine lokale Integration, etwa über MQTT.

Den Luba 3 gibt es in drei Varianten. Das für 1500 m² ausgelegte Modell kostet regulär 2300 Euro. Der von uns getestete Luba 3 AWD 3000 ist aktuell für 2650 Euro inklusive Garage (MAMMOTIONDE50 an der Kasse eingeben) erhältlich, während der Luba 3 AWD 5000 3200 Euro kostet.

Der Luba 3 AWD navigiert mit seinem Tri-Fusion-System aus LiDAR, RTK und KI-Kameras präzise und meistert im Testgarten nicht nur die 70 cm breite Engstelle, sondern erreicht auch die von Randsteinen umgebene Rasenzone zuverlässig. Die bis zu 30° steile Mähzone bewältigt er problemlos, hinterlässt bei feuchtem Grund jedoch Spuren im Rasen – ein Phänomen, das sich bei dieser Gewichtsklasse allerdings nicht von anderen Mährobotern unterscheidet.

Dank einer Schnittbreite von 40 cm und dem leistungsfähigen Akku arbeitet er nicht nur schnell, sondern auch ausdauernd. In der 24-Stunden-Flächenleistung belegt er mit 2.800 m² aktuell den ersten Platz im Vergleichsfeld. Wer also viel und zudem anspruchsvolles, nicht nur flaches Gelände zu mähen hat, liegt mit dem Luba 3 AWD richtig.

Steht hingegen ein optimaler Kantenschnitt im Fokus – etwa bei streng geometrischen Rasenflächen mit langen, geraden Grundstücksgrenzen – sind Konkurrenten wie der Dreame A3 AWD oder der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro besser aufgestellt.