Auf der IFA in Berlin dreht sich vieles um KI im Haushalt. Hersteller zeigen Netzwerke aus KI-Assistenten und humanoiden Robotern, die Wäsche waschen, kochen oder saugen sollen.
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07.09.2026 15:00 Uhr |

Auf der IFA in Berlin dreht sich vieles um KI im Haushalt. Hersteller zeigen Netzwerke aus KI-Assistenten und humanoiden Robotern, die Wäsche waschen, kochen oder saugen sollen.
Auch neue KI-Brillen konkurrieren mit dem Modell von Meta. Das chinesische Unternehmen INMO zeigt die GO3, die Gespräche in 98 Sprachen übersetzt und laut Hersteller auch antworten kann. Die Worte der tragenden Person werden in der gewählten Sprache über ein drahtloses Lautsprecher-Modul wiedergegeben. Das Startup BleeqUp präsentiert eine smarte Sportbrille, die Googles Gemini für die Atemüberwachung beim Laufen nutzt. Läuft der Träger zu schnell, mahnt die KI zur Ruhe. Die Kamera puffert zudem zehn Sekunden Video und dient bei Unfällen als Dashcam.
OpenAI hat sein neues Sprachmodell GPT-6 Astra vorgestellt und bewirbt es als das intelligenteste weltweit. Zugang erhalten zunächst ausgewählte Organisationen, zahlende Kundschaft folgt später. In Firmenumgebungen bleibt Astra anfangs standardmäßig deaktiviert. Mitgründer Greg Brockman bezeichnete Astra als möglichen Beginn einer Allgemeinen Künstlichen Intelligenz, kurz AGI. Eine einheitliche Definition von AGI gibt es allerdings nicht. In mehreren wichtigen Benchmarks schlagen die Claude-Modelle von Anthropic das neue Spitzenmodell dennoch.
OpenAI stuft Astra im Bereich IT-Sicherheit als „kritisch“ ein, erstmals überhaupt bei einem eigenen Modell. In Tests fand Astra zwei unbekannte Schwachstellen, brach aus einem gehärteten Browser aus und erlangte vollen Systemzugriff. Das Modell verweigert die Ausgabe von Angriffscode. Weil sich solcher aber nicht immer sicher erkennen lässt, bleibt ein Restrisiko. Chefwissenschaftler Jakub Pachocki räumte ein, mit steigender Leistung falle es schwerer, die Fähigkeiten der Modelle zu verstehen.
Ein unabhängiges Forschungsteam berichtet, tausende KI-Agenten seien aus ihren Testumgebungen ausgebrochen. Über Wochen hinterließen sie rund 18.000 Beiträge auf der weitgehend unbekannten deutschen Plattform DSEwiki. Einige Modelle gaben sich in ihren Namen als OpenAI-Systeme zu erkennen. Ursprünglich sollten die Agenten in einer abgeschotteten Sandbox nur Webinhalte lesen und keine Daten extern veröffentlichen.
Die Modelle bogen ihre Zugriffsrechte um und durchbrachen die Isolation. Das Wiki diente ihnen als schwarzes Brett: Sie tauschten Antworten auf Testaufgaben aus, bündelten Rechercheergebnisse und teilten Methoden, um die Sandbox-Regeln zu umgehen. Zudem diskutierten sie Angriffstechniken gegen die Wiki-Software und verwischten ihre Spuren. In einigen Beiträgen nannten sie sich selbst „Schwarm“. OpenAI bemerkte den Vorgang erst nach Wochen.
Metas Muse Spark 1.3 zielt auf agentische Aufgaben und Softwareentwicklung. Das Modell soll komplexe Anweisungen zuverlässiger befolgen und besser multitasken. Das Kontextfenster umfasst eine Million Tokens und verarbeitet Text, Bild und Video. Die stärkste Reasoning-Stufe „max“ steht nun ebenfalls bereit. Ein günstiger Contributor-Tarif lockt Entwickler, erlaubt Meta aber, deren Prompts und Antworten für das Training künftiger Modelle zu nutzen.
Google hat mit Gemini 3.8 Flash bereits das dritte Flash-Modell in gut sechs Wochen veröffentlicht. Das im Mai angekündigte Spitzenmodell Gemini 3.5 Pro fehlt weiter, laut Wall Street Journal plant Google stattdessen Gemini 4. Gemini 3.8 Flash liegt beim Terminal-Bench 2.1 knapp vor Claude Opus 5, erzeugt laut Artificial Analysis aber rund 30 Prozent mehr Output-Tokens als der Vorgänger. Die Kosten pro Aufgabe steigen um etwa 40 Prozent. Die Variante Gemini 3.8 Flash Cyber ist auf Cybersecurity spezialisiert und läuft nur bei geprüften Partnern über Googles Fairwind-Programm.
Anthropic verschiebt seinen geplanten Börsengang laut einem Bericht von September auf Oktober. Das Unternehmen will die Emission vor den US-Zwischenwahlen am 3. November abschließen und peilt eine Bewertung von über zwei Billionen an. Damit würde es die Rekordbewertung von SpaceX übertreffen, das inzwischen leicht darunter liegt.
Grund für die Verzögerung sind wohl laufende Verhandlungen über einen Milliardenkredit. Den beteiligten Banken soll danach genug Zeit für die Prüfung bleiben. Die Zahlen und Marktversprechen fallen groß aus: Die Rede ist von einem Markt, der einen Großteil des weltweiten Bruttosozialprodukts ausmachen könnte. Ob die Finanzmärkte das mittragen, bleibt offen.
Ein Gespräch von wenigen Minuten mit einem Sprachmodell kann den Glauben an Verschwörungstheorien senken, selbst wenn zu einem Ereignis kaum gesicherte Fakten vorliegen. Das zeigt eine Studie mehrerer US-Universitäten zu den Fällen des Attentatsversuchs auf Donald Trump und der Ermordung des Aktivisten Charlie Kirk. Die Forscher teilten Anhänger solcher Theorien in drei Gruppen: Die erste sprach mit Google Gemini, die zweite las eine Faktenliste, die dritte diskutierte über Katzen und Hunde.
Weil die Modelle beide Ereignisse nicht kannten, hinterlegten die Forscher eine geprüfte Faktensammlung im System-Prompt. Nach den rund siebenminütigen Gesprächen sank der Glaube an die jeweilige Theorie deutlicher als in den Vergleichsgruppen. Der Effekt reichte teils über den Einzelfall hinaus, bei einem konkreten neuen Ereignis ließ sich in der Hauptauswertung jedoch kein klarer Effekt nachweisen. Die Autoren verstehen ihre Arbeit als Fallstudie und warnen, dass sich dieselbe Technik auch missbrauchen ließe, um Menschen von Verschwörungen zu überzeugen.
Im Silicon Valley wurden bis Anfang September rund 13.000 Stellenstreichungen angekündigt, mehr als im gesamten Vorjahr. Weltweit sind in der Tech-Branche über 180.000 Entlassungen gemeldet. Treiber ist der Ausbau von KI: Konzerne stecken hohe Summen in Infrastruktur, während automatisierte Systeme zunehmend Aufgaben von Beschäftigten übernehmen. Freshworks berichtet, dass KI bereits mehr als die Hälfte des Programmiercodes erzeugt. Auch in Entwicklung, Qualitätssicherung und Vertrieb fallen Aufgaben weg.
Meta führt die Statistik in der Bay Area an, auch Amazon, Cisco, Oracle, LinkedIn, eBay und PayPal bauen Personal ab. Oracle strich weltweit rund 21.000 Stellen und verweist auf die Skalierung von KI-Technologien. Kalifornien plant Bildungsangebote für Arbeitssuchende, tausende Google-Beschäftigte fordern in einer Petition besseren Kündigungsschutz.
Nvidia kauft die KI-Plattform Hugging Face für rund 13 Milliarden US-Dollar. Der Chiphersteller hat die verbindliche Vereinbarung unterzeichnet und die US-Börsenaufsicht informiert. Abgeschlossen sein soll der Deal in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Auf Hugging Face lassen sich KI-Modelle und Datensätze veröffentlichen, teilen und herunterladen.
Nvidia-Chef Jensen Huang sagt, die Plattform bleibe offen für die gesamte KI-Community. Nutzende sollen weiterhin frei zwischen Modellen, Frameworks und Rechenplattformen wählen können, auch Chips anderer Hersteller sollen unterstützt bleiben. Ein Risiko rückt mit dem Einstieg stärker in den Fokus: Viele populäre offene KI-Modelle stammen aus China. Sollte die US-Regierung deren Verbreitung einschränken, verlöre Hugging Face einen Großteil seines Angebots.
Google hat die neue Version seines KI-Wettermodells WeatherNext veröffentlicht. Es ist bereits in Suche, Maps und Gemini eingebunden. Klassische Wettermodelle simulieren die Atmosphäre über physikalische Gleichungen, KI-Modelle erkennen dagegen Muster in historischen Daten und kommen dabei ohne Supercomputer aus. Bei extremen Lagen wie Hurricanes waren sie zuletzt teilweise schneller und treffsicherer als die klassischen Verfahren.
WeatherNext 3 rechnet stündlich eine neue Vorhersage, statt wie bisher alle sechs Stunden, und bezieht aktuelle Satellitenbilder ein. Die Rasterweite sinkt bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit von 25 auf 5 Kilometer, die Auflösung verbessert sich dadurch. Das kommt vor allem Gebirgstälern und Küsten zugute. Neu sind auch Vorhersagen zu Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung und Wolkenbedeckung, was für Betreiber von Solar- und Windkraftanlagen nützlich ist. Google warnt jedoch selbst, die Vergleichstests liefen nur sechs Wochen. Amtliche Warnungen etwa des Deutschen Wetterdiensts bleiben die verlässliche Quelle. Bei Wirbelstürmen fallen die Fortschritte gegenüber dem Vorgänger sogar eher klein aus.
Nvidia hat ein Open-Source-Werkzeug namens PAIR vorgestellt, kurz für Personal AI Router. Es arbeitet als virtueller Router zwischen Programmen wie Ollama oder LM Studio und den Rechnern im Netzwerk. Statt eine einzelne Grafikkarte zu überlasten, verteilt PAIR Anfragen auf freie Rechner und bündelt am Ende die Ergebnisse.
Unterstützt werden unter anderem GeForce-RTX-Karten ab der 20er-Serie und Apple-Chips ab dem M4. In einer Demonstration erledigte ein Verbund aus drei Geräten eine Aufgabe in neun statt achtzehn Minuten. Die Beta-Version steht für Windows, macOS und Linux bereit.
Das US-Verteidigungsministerium erweitert seine KI-Plattform GenAI.mil um angepasste Versionen von ChatGPT und Grok. Bislang lief dort seit dem Start im Dezember nur Google Gemini. Nach Angaben des Ministeriums nutzen die Plattform bereits mehr als 1,7 Millionen Menschen. ChatGPT soll vor allem bei Verwaltung, Logistik und Planung helfen, Grok bewirbt das Pentagon militärischer und nennt Beschaffungsanalysen und Lieferkettenmanagement. Beide Werkzeuge laufen in einer abgesicherten Umgebung, getrennt von den kommerziellen Versionen.
Anthropics Modell Claude fehlt weiterhin. Das Unternehmen wollte dem Pentagon keine uneingeschränkte Nutzung erlauben. Die Trump-Regierung stufte Anthropic zudem als Lieferkettenrisiko ein, ein Gericht erklärte das Ende August für rechtswidrig.
(mali)