Heise 21.05.2026
10:40 Uhr

Die Macher von „The Darkest Files“ kehren 2027 mit „SOKO 1977“ zurück


Paintbucket Games arbeitet erneut an einem historisch aufgeladenen Spiel. Dieses Mal geht es in die Bundesrepublik der 1970er Jahre.

Die Macher von „The Darkest Files“ kehren 2027 mit „SOKO 1977“ zurück

Vor knapp einem Monat feierte das Berliner Studio Paintbucket Games den Hauptpreis für sein Detektiv-Spiel „The Darkest Files“ beim Deutschen Computerspielpreis 2026. Bei all dem Trubel um das gefeierte Serious Game in den vergangenen Monaten ging allerdings die Ankündigung des nächsten Projekts beinahe unter. Nun will das Studio die Scheinwerfer neu justieren und stellt „SOKO 1977: Anti-Terror Task Force“ mit frischem Bildmaterial auf die Bühne.

Das Spiel entsteht in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Wie beide Partner mitteilten, handelt es sich um ein Deduktionsspiel mit Roguelike-Struktur, das sich um eine zentrale Frage dreht: Wie weit darf ein Staat gehen, um Sicherheit zu gewährleisten, und wo beginnt der Bruch mit dem Rechtsstaat?

In „SOKO 1977“ übernehmen Spieler die Leitung einer Spezialeinheit der Polizei. Unter Zeitdruck müssen sie Informationen gewinnen, terroristische Netzwerke aufdecken, Verdächtige identifizieren und Einsätze koordinieren. Jede Entscheidung soll spürbare Folgen haben, etwa für die Ermittlungen oder die öffentliche Wahrnehmung. Neben klassischer Polizeiarbeit spielen auch gesellschaftliche Dynamiken eine Rolle. Während der politische und öffentliche Druck wächst, müssen Verhöre geführt, Medienanfragen beantwortet und das eigene Team koordiniert werden.

Paintbucket Games

Da Paintbucket von einem Spiel mit Roguelike-Elementen spricht, dürfte das Scheitern Teil des Spielprinzips werden. Ausgeglichen wird das mit prozedural generierten Kampagnen. Fallverläufe und Herausforderungen sollen sich also mit jedem Durchgang anders anfühlen, da sie zufällig generiert werden. Wie für das Berliner Studio üblich, basiert auch „SOKO 1977“ auf intensiver Recherche und Beratung durch Historikerinnen und Historiker. Konkrete historische Ereignisse erzählt es zwar nicht nach, die fiktiven Geschehnisse sollen aber durch realistisch angelegte Szenarien zur Auseinandersetzung mit Demokratie und Extremismus anregen.

Paintbucket Games bleibt seiner Linie also treu und begreift Spiele auch weiterhin als Mittel der Erinnerungskultur. Schon das Debüt „Through the Darkest of Times“ behandelte den Widerstand gegen das NS-Regime und zeigte einen kleinen, oft aussichtslosen Kampf gegen staatliche Gewalt, bei dem moralische Dilemmata schwerer wogen als spielerische Erfolge.

Auch „The Darkest Files“ griff historische Realität auf und versetzte Spieler in die Rolle einer Staatsanwältin, die NS-Verbrechen untersucht, Beweise sammelt und Täter vor Gericht bringt.

Die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung passt zu dieser Ausrichtung. Die Institution will nach eigener Aussage politisches Verständnis fördern und demokratisches Bewusstsein stärken. Digitale Spiele nutzt sie dabei zunehmend als Vermittlungsform.

Die Veröffentlichung von „SOKO 1977“ ist laut Ankündigung für Anfang 2027 für PC und Mac geplant.

(joe)