Heise 21.05.2026
10:54 Uhr

Apples angestrebte Weltrechte für die Formel 1: Drei Länder sind raus


Apples Inhaltechef Eddy Cue würde die Rennserie gerne auf dem ganzen Planeten via Apple TV vermarkten. Das Problem: Es fehlen die Rechte dafür.

Apples angestrebte Weltrechte für die Formel 1: Drei Länder sind raus

Formel 1 und Apple – das scheint trotz Kritik von Umweltschützern gut zusammenzupassen: Der Apple-TV-Streifen „F1“ war für den iPhone-Hersteller der bislang größte Hit, zudem gibt es im Management große Rennsportfans. Das sind neben Services- und Content-Chef Eddy Cue unter anderem Apple-Fellow Phil Schiller sowie der künftige CEO John Ternus, der laut seinen Kollegen in der Freizeit Porsche-Rennen fährt. Da wundert es nicht, dass Apple seit Längerem die Weltrechte für die wichtigste Rennserie anstrebt. Dabei kommen dem Konzern nun allerdings traditionelle Medienkonzerne ins Gehege: In drei wichtigen europäischen Ländern wurden Apple die Formel-1-Lizenzen weggeschnappt. Es bleibt also dabei, dass Apple zunächst nur in den USA die Exklusivrechte hat.

Wie die Formel-1-Mutter Formula One World Championship Limited in diesem Monat bestätigt hat, griff das Pay-TV-Unternehmen Sky in Großbritannien, Irland sowie Italien zu. Damit werde eine „Langzeitpartnerschaft“ fortgesetzt. Sky wiederum gehörte lange zur Gruppe des australischen Medienunternehmers Murdoch und jetzt zum US-Kabelriesen Comcast, soll aber in Teilen nun an RTL verkauft werden. Die Formel-1-Rechte für die drei Länder gelten für die Sky-Untermarke Sky Sports, die in Einzelpaketen an die Kunden gebracht werden. Großbritannien und Irland bleiben bis mindestens 2034 bei Sky Sports, in Italien bis mindestens 2032.

Sky wird alle Trainingsläufe, das Qualifying, den Sprint und den Grand Prix zeigen, verwendet dabei seine Sender sowie den Streamingdienst NOW. Die Formel 1 erreichte zudem, dass auch das „junge Format“ F1 Kids übertragen wird. Gegenüber Apple TV in den USA, wo das Zusehen mindestens ein Apple-TV-Abo für 12,99 US-Dollar im Monat kostet, haben Zuseher in Großbritannien und Italien Vorteile. Laut Formula One WOrld Championship Limited werden dort Grand-Prix-Rennen teilweise auch im Free-TV laufen. In Großbritannien ist dies vollständig vorgesehen, in Italien zumindest über eine Partnerschaft mit TV8 bei jedem italienischen Grand Prix.

Apples Inhaltechef Cue strebt bei solchen Verhandlungen stets die Weltrechte an. Bei neu produzierten TV-Serien und Filmen ist dies dem iPhone-Konzern bislang stets gelungen, Sportrechte wurden teilweise nicht gekauft, wenn dies nicht möglich war. So soll Apple zwischenzeitlich die britische Topliga ausstrahlen, wie es aus informierten Kreisen hieß.

Für Lizenzgeber ist es allerdings wesentlich lukrativer, Märkte einzeln zu behandeln, als sie an einen Anbieter zu geben. Selbst in der EU herrscht bei Inhalten kein Binnenmarkt: Pay-TV-Anbieter beschränken ihre Märkte zumeist auf einzelne Länder. Ob Apple versuchen wird, weitere Formel-1-Märkte zu erhalten, wenn ein so wichtiger wie Großbritannien zumindest bis 2034 herausfällt, bleibt abzuwarten.

(bsc)