Heise 04.06.2026
13:00 Uhr

SETI-Institut: Keine Spur von Außerirdischen bei interstellarem Kometen 3I/ATLAS


Das SETI-Institut hat auf einem breiten Bereich von Frequenzen bei 3I/ATLAS nach Spuren außerirdischer Technik gesucht. Das Ergebnis habe man erwartet.

SETI-Institut: Keine Spur von Außerirdischen bei interstellarem Kometen 3I/ATLAS

Eine umfangreiche Analyse mit einem Radioteleskopverbund hat bei dem interstellaren Kometen 3I/ATLAS „wie erwartet“ keinen Hinweis auf außerirdische Technologie gefunden. Das hat das SETI-Institut jetzt öffentlich gemacht, dessen Allen Telescope Array für die Untersuchung genutzt wurde. Damit sei der Himmelskörper auf einem breiten Frequenzbereich von 1 bis 9 GHz nach sogenannten Technosignaturen durchsucht worden. Insgesamt habe man nach über sieben Stunden aus 74 Millionen Signalen rund 200 Kandidaten für möglicherweise interessante gefunden, die manuell geprüft wurden. Alle konnten aber auf Technik von Menschen zurückgeführt werden, eine mögliche Spur von Außerirdischen war nicht dabei.

Daran, dass 3I/ATLAS natürlichen Ursprungs ist, gab es keinen Zweifel. Trotzdem hat die Analyse die Forschung vorangebracht. So könne man jetzt besser einschätzen, wie realistisch es mit unserer Technik überhaupt ist, auf einem Objekt wie 3I/ATLAS außerirdische Technik zu finden, wenn es diese geben würde, meint das Team. Nach der Untersuchung könne man jetzt ausschließen, dass von dem Kometen ein Signal gesendet wird, das in den untersuchten Frequenzen stärker als 10 bis 100 Watt ist. Das entspricht der Leistung eines Haushaltsgeräts, ordnet die Gruppe ein. Gleichzeitig habe man bewiesen, wie schnell die Forschungsgemeinde sein kann: Die Beobachtungen hätten weniger als einen Tag nach der Entdeckung des Objekts begonnen.

3I/ATLAS wurde Anfang Juli des vergangenen Jahres mit dem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) in Chile entdeckt, daher sein Name. Der interstellare Komet ist überhaupt nur der dritte Besucher in unserem Sonnensystem, der während des Durchflugs entdeckt wurde. Während seines Durchflugs wurde er umfangreich untersucht, die jetzt in The Astronomical Journal veröffentlichte Analyse des SETI-Instituts ist nur eine von vielen. Dass es sich bei dem Objekt nicht um ein natürliches handelt, hat vor allem der Astronom Avi Loeb von der Harvard-Universität behauptet, der aber zuletzt immer wieder mit derart unwissenschaftlichen Einschätzungen aufgefallen ist.

(mho)