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19.05.2026
08:13 Uhr
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Humanoide Atlas-Roboter von Boston Dynamics sollen ab 2028 in der Automobilproduktion von Hyundai zum Einsatz kommen. Bis dahin müssen viele hergestellt werden.

Die Hyundai Motor Group beabsichtigt, in den US-Automobilwerken von Hyundai und Kia etwa 25.000 humanoide Roboter des Typs „Atlas“ der Tochterfirma Boston Dynamics einzusetzen. Das kündigte Hyundai im Rahmen einer Investorenveranstaltung der global agierenden Investmentbank JPMorgan Chase mit, wie The Korea Times am Dienstag berichtet. Demnach will der Automobilkonzern auch die Atlas-Roboter selbst sowie Aktuatoren im großen Stil produzieren.
Jährlich sollen etwa 30.000 humanoide Atlas-Roboter gebaut werden. Hyundai plant, diese Produktionskapazität bereits bis 2028 zu erreichen. Zugleich sollen neben den Robotern auch Aktuatoren für die Gelenke der Roboter gefertigt werden. Hyundai nennt hier einen Ausstoß von etwa 300.000 Einheiten pro Jahr. Unklar ist, ob es sich um Aktuatoren für die eigenen Atlas-Roboter handelt oder ob diese zusätzlich für andere Unternehmen hergestellt werden.
Einen genauen Zeitplan dafür hat Hyundai gegenüber Investoren nicht offengelegt. Auch die konkreten Fertigungsstätten, in denen die Roboter produziert werden sollen, nannte der Konzern nicht.
Die fertigen Atlas-Roboter will Hyundai schnellstmöglich in die Produktionsprozesse integrieren, um die Fertigung in den Automobilwerken zu beschleunigen, Prozesse besser skalieren zu können und – vermutlich auch preiswerter zu produzieren.
Bereits im April 2025 hatte Hyundai angekündigt, zehntausende Atlas-Roboter von Boston Dynamics über einen Zeitraum von mehreren Jahren kaufen zu wollen. Hyundai hat im letzten Jahr seine Bemühungen verstärkt, humanoide Atlas-Roboter zunächst testweise in die Automobilproduktion zu integrieren. Die Roboter werden darauf trainiert, selbstständig auch komplexere Fertigungsabläufe durchzuführen. Zunächst sollen sie aber einfache, schwere und stupide Arbeiten übernehmen, wie etwa das Sortieren von Bauteilen.
Der Gewerkschaft von Hyundai Motors ist diese Entwicklung allerdings ein Dorn im Auge. Sie befürchtet, dass der ab 2028 geplante Einsatz von Atlas-Robotern in der Hyundai Motor Group Megaplant America (HMGMA) im US-Bundesstaat Georgia den unwiederbringlichen Wegfall menschlicher Arbeitsplätze bedeutet. An die Versprechungen des Konzerns, es würden Alternativjobs geschaffen, glaubt die Gewerkschaft nicht. Sie sieht eher, dass der Wegfall der Jobs langfristig die Produktionskosten senken soll. Ebenfalls befürchtet die Gewerkschaft, dass sich die Produktionskapazitäten noch weiter in die USA verlagern und die heimische Produktion in Südkorea schwächen könnten.
(olb)