FAZ 01.06.2026
18:15 Uhr

Zustimmung zu Großprojekt: Neue Wohnungen im Wiesbadener Kurviertel


Nach Jahren des Stillstands machen die Wiesbadener Stadtverordneten den Weg frei für vier neue Wohnhäuser in prominenter Lage. Zuvor muss ein leer stehendes Hotel abgerissen werden.

Zustimmung zu Großprojekt: Neue Wohnungen im Wiesbadener Kurviertel

Mit dem Beschluss eines neuen Bebauungsplans für ein Areal an der Wiesbadener Aukammallee neben der Deutschen Klinik für Diagnostik haben die Wiesbadener Stadtverordneten den Weg frei gemacht für ein neues Wohnquartier in einer Spitzenlage der Landeshauptstadt. Bisher war die Fläche Einrichtungen des Kur- und Klinikbetriebs vorbehalten. Die City 1 Group will auf dem knapp 5800 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem Wiesbadener Thermalbad vier frei stehende Mehrfamilienhäuser, sogenannte Punkthäuser, mit 75 Wohnungen errichten. Die Häuser auf dem leicht abschüssigen Areal sollen zwischen vier und sieben Geschosse bekommen. Es sind Zwei- bis Vierzimmerwohnungen geplant, mit Flächen zwischen 60 und 100 Quadratmetern. Das Ensemble soll sich mit den Grünflächen zwischen den einzelnen Häusern in die Umgebung einfügen, die vom Grün des nahen Kurparks und des Aukammtals dominiert wird. Eine Tiefgarage für die Bewohner des neuen Quartiers ist ebenfalls geplant. Alles in allem entstehen den Plänen des Projektentwicklers City 1 Group zufolge etwa 6700 Quadratmeter Wohnfläche. Rund 22 Prozent sollen dem geförderten Wohnen vorbehalten sein. In den oberen Geschossen ergibt sich den Planungen zufolge ein Fernblick über die Wiesbadener Innenstadt und auf den Taunus. Abriss des NH-Hotels soll dieses Jahr beginnen Vor dem Neubau muss allerdings erst einmal das 13 Stockwerke hohe ehemalige NH-Hotel inklusive der vorgelagerten Anbauten abgerissen werden.  Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Das Hotel steht seit Jahren leer, und immer wieder ärgern sich Anwohner über dort illegal abgelegten Müll. Ursprünglich sollte das 1971 errichtete Hotel unter anderen Angehörige von Klinikpatienten und Kurgästen beherbergen. Später versuchte man, es als Tagungshotel zu vermarkten. Doch das Geschäft entwickelte sich offenbar nicht wie gewünscht. Interessenten für eine Übernahme des Baus aus den Siebzigerjahren fanden sich auch nicht, weshalb der Betonkoloss inmitten einer der gefragtesten Lagen Wiesbadens seit rund fünf Jahren leer steht. „Dieser Beschluss ist für uns weit mehr als ein formaler Schritt“, sagt Michael Farmakis, Geschäftsführer der City 1 Group. Der Satzungsbeschluss der Stadtverordneten beende ein langjähriges Bebauungsplanverfahren und ebne den Weg für eine „umfangreiche Neugestaltung zu einem lebendigen Wohnquartier“, äußerte Farmakis. Der Unternehmer rechnet mit einer baldigen Baugenehmigung.