FAZ 31.07.2026
18:05 Uhr

Zurück in Marokko: 37.500 Migranten sollen Ceuta schon wieder verlassen haben


Zehntausende Menschen sind in die spanische Exklave Ceuta geschwommen. Viele sollen schon wieder nach Marokko zurückgekehrt sein.

Zurück in Marokko: 37.500 Migranten sollen Ceuta schon wieder verlassen haben

37.500 Menschen, die irregulär in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gekommen sind, haben das Gebiet wieder Richtung Marokko verlassen. Das berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf das Innenministerium in Madrid am Freitagnachmittag. Das würde bedeuten, dass drei Viertel der rund 50.000 Menschen, die nach Regierungsangaben in den vergangenen Tagen in die Exklave an der Meerenge von Gibraltar gelangt waren, nicht mehr dort sind. Am Mittag hatte das Büro von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez mitgeteilt, dass 150 Menschen in der Minute Ceuta verließen. Die Regionalregierung Ceutas hatte die Zahl der Ankömmlinge auf mehr als 60.000 geschätzt. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Medienberichten zufolge hielten sich am Nachmittag weiter Tausende Migranten in der Exklave auf. Die meisten waren den offiziellen Angaben zufolge schwimmend angekommen. Bei dem Versuch, Ceuta über das Meer zu erreichen, sind wohl auch Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge wurden bis zum Freitagnachmittag 57 Ertrunkene geborgen. Migrationsdebatte in Europa Die Nachrichten aus Nordafrika fachten in Europa die Migrationsdebatte in Spanien und in Europa weiter an. „Die Bilder, die aus Ceuta kommen, sind inakzeptabel“, schrieb Ursula von der Leyen am Freitag auf der Plattform X. „Wir können niemandem erlauben, in unsere Union zu kommen, ohne sich an unsere Regeln zu halten“, so die EU-Kommissionspräsidentin weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz rief die spanische Regierung dazu auf, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. „Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration“, betonte der CDU-Politiker. „Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen.“ Während die EU Madrid die Unterstützung der Grenzschutzagentur Frontex anbot, forderte die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni, das Schengenabkommen mit Spanien auszusetzen. Angesichts der schockierenden Bilder aus Ceuta werde Italien „nicht tatenlos zusehen“, kündigte sie auf X an. Ähnlich äußerte sich die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Sie riet der EU, einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum in Betracht zu ziehen. „Es versteht sich von selbst, dass die EU umgehend alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen und alle Optionen prüfen muss, einschließlich einer Aussetzung der Schengen-Zusammenarbeit“, äußerte sie. „Unkontrollierte Einwanderung stellt eine Bedrohung für Europa und für Dänemark dar“, fügte die sozialdemokratische Regierungschefin hinzu, die für ihren harten Kurs in der Ausländerpolitik bekannt ist. Angesichts der „schockierenden Bilder“ aus Ceuta wollten sie und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni die europäischen Staats- und Regierungschefs zusammenbringen, um über die Situation zu diskutieren.