Der Mann, der von vielen für den mächtigsten des deutschen Fußballs gehalten wird, hat eine Hoffnung geäußert. In der vergangenen Woche sagte Hans-Joachim Watzke, Präsident der Bundesliga und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), dem Deutschlandfunk: „Eigentlich wäre dem Fußball sehr stark gedient, wenn Gianni Infantino zurückzieht, um den Fußball nicht so einer Zerreißprobe auszusetzen. Ich hoffe, dass er das selbst realisiert.“ Nun könnte man sich fast schon darüber freuen, dass sich ein deutscher Fußballfunktionär in dieser Diskussion überhaupt einmal zu Wort ge ... – Moment, was hat Watzke gesagt? Gianni Infantino soll selbst realisieren, dass er sich als Präsident des Internationalen Fußballverbandes FIFA zurückziehen sollte? Als würde Ronaldo realisieren, dass Messi der bessere Spieler ist Das wäre so, als würde der Stürmer Harry Kane realisieren, dass er in einem Spiel schon zwei Tore für den FC Bayern geschossen hat und deswegen nicht noch ein drittes schießen muss. Als würde ein Oktoberfest-Besucher realisieren, dass er schon sechs Maß getrunken hat und deswegen besser nicht mehr die siebte Maß trinken sollte. Als würde ein Kind, das mit seiner Mama oder seinem Papa an der Kasse im Supermarkt steht, realisieren, dass es das Überraschungs-Ei doch nicht haben will. Als würde Cristiano Ronaldo realisieren, dass Lionel Messi der bessere Spieler ist. Als würden Arbeiterinnen und Arbeiter realisieren, dass sie gegen ihre ökonomischen Interessen stimmen, wenn sie die AfD wählen. Als würde der DFB realisieren, dass er als größter nationaler Sportverband der Welt die Macht hat, um etwas an den Machtstrukturen des internationalen Fußballs zu ver … – okay, okay, ist wahrscheinlich klar, was wir sagen wollen, oder? Dann nur noch das: Am Sonntag, wenige Tage nachdem Hans-Joachim Watzke seine Hoffnung geäußert hat, hat eine FIFA-Sprecherin Folgendes gesagt: „Der FIFA-Präsident hat im April angekündigt, dass er 2027 zur Wiederwahl antreten wird. Natürlich hat sich daran nichts geändert.“
