FAZ 02.10.2026
10:09 Uhr

Warenhauskette: Galeria stellt abermals Insolvenzantrag


Die Warenhauskette Galeria beantragt abermals die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen.

Warenhauskette: Galeria stellt abermals Insolvenzantrag

Deutschlands letzter Warenhauskonzern Galeria meldet zum vierten Mal in sechs Jahren Insolvenz an. Am Freitagvormittag hat das Unternehmen am Amtsgericht in Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. „Der Antrag schafft den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft von Galeria zu schaffen“, teilte das Unternehmen mit. Über weitere Entwicklungen werde „zeitnah“ informiert. Galeria hatte inmitten der Coronapandemie im Jahr 2020 ein Schutzschirmverfahren durchlaufen und seitdem zweimal ähnliche Insolvenzverfahren durchschritten. Das Management hatte die Schieflage auch damit erklärt, dass der frühere Eigentümer Signa, die inzwischen ebenfalls insolvente Holdinggesellschaft des österreichischen Unternehmers René Benko, zu hohe Mieten von seiner Warenhaustochtergesellschaft verlangt habe. Nach der letzten Insolvenz im Jahr 2024 hatte ein Konsortium aus der US-Investmentgruppe NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA von Bernd Beetz die Warenhauskette übernommen. Sie bauten die Hälfte der Stellen in der Essener Zentrale ab, verlagerten sie nach Düsseldorf und strichen die Namen Kaufhof und Karstadt endgültig. Übrig geblieben sind 83 Warenhäuser. Für 33 davon hatte Galeria zuletzt mitgeteilt, abermals mit den Vermietern über die Konditionen verhandeln zu wollen. Galeria wollte eigentlich positives Ebitda erreichen Mitte Juni hatte sich die Geschäftsführung noch optimistisch gegeben, nachdem das Unternehmen eine neue Kreditlinie über 160 Millionen Euro vom amerikanischen Unternehmen Gordon Brothers übernommen hat. Gordon Brothers kannte Galeria schon von früheren Insolvenzen. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Waren abzuverkaufen, wenn Häuser schließen oder Unternehmen zumachen. Damals hatte Galeria getönt, für das Geschäftsjahr 2026/2027 ein „positives bereinigtes Ebitda“ zu erreichen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sollte im dann folgenden Geschäftsjahr einen dreistelligen Millionenbereich erreichen. „Im Zentrum steht eine Konzentration auf profitable Warenhäuser, verbunden mit einer Schärfung des Sortiments und Ausrichtung an lokalen Kundenstrukturen. Modernere Flächenkonzepte und die Steigerung der Verweilqualität stehen hierbei im Fokus“, hieß es vom Unternehmen noch im Sommer. Doch dem Umfeld des Unternehmens zufolge soll der Umsatz in den vergangenen Monaten zweistellig eingebrochen sein. Nach eigenen Angaben beschäftigt Galeria noch mehr als 10.000 Mitarbeiter.