FAZ 08.03.2026
18:14 Uhr

Wahl in Baden-Württemberg: SPD muss um Einzug in den Landtag bangen


Erste Prognosen sehen Sozialdemokraten bei rund 5 Prozent +++ FDP und Linkspartei könnten an Fünfprozenthürde scheitern +++ Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Wahl in Baden-Württemberg: SPD muss um Einzug in den Landtag bangen
In Baden-Württemberg entscheidet sich am Sonntag, wer Nachfolger von Winfried Kretschmann wird. IMAGO/Markus Ulmer

Eines ist übrigens schon klar bei allem Gezittere: Die Wahlbeteiligung ist gestiegen: auf über 70 Prozent laut Infratest dimap. Das ist das Unternehmen, das für die ARD die Zahlen erhebt.

Hagel spricht noch nicht von Sieg und NiederlageDer CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel dankt allen Wählern, die für die CDU gestimmt haben. Die CDU war davon ausgegangen, die Wahl zu gewinnen. Doch in den vergangenen Tagen holten die Grünen auf – und liegen nun in den Prognosen vorne. Entsprechend geknickt klingt Hagel. „Die letzten Wochen waren für meine Frau, meine Familie, für mich, eine enorme Belastung\", sagt Hagel. 

Rekord bei der AfD, aber wohl dennoch Enttäuschung in der ParteiDie AfD bleibt wohl unter 20 Prozent, dabei ist ihr Spitzenkandidat angetreten, um Ministerpräsident zu werden. Doch unter Markus Frohnmaier entschieden sich weniger als ein Fünftel der Wähler für die AfD. Dennoch erzielt sie ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg. In Prognosen steht die Partei gerade bei etwa 18 Prozent – etwa doppelt so hoch wie vor fünf Jahren. Vor zehn Jahren lag die Partei schon einmal bei 15 Prozent in Baden-Württemberg. 

Grüner Jubel in StuttgartDie frühere Parteichefin Ricarda Lang nennt das Ergebnis jetzt schon „historisch“. Auch sie, eine eher linke Grüne, hat im Südwesten viel Wahlkampf für den Realo Cem Özdemir gemacht. Den aktuellen Zahlen zufolge dürfte er der nächste Ministerpräsident werden. Ricarda Lang warnt aber auch: Der Abend ist noch lang.

Begeisterung bei den Bundes-GrünenAusgelassene Stimmung auch bei den Grünen in Berlin. „Was für ein krasses  Zeichen“, sagt Parteichefin Franziska Brantner, „dass ein anatolischer Schwabe bald Ministerpräsident in Baden-Württemberg sein kann!“ Bundesparteichef Felix Banaszak ruft voller Freude: „Mit den Grünen ist zu rechnen in diesem Land.“

Drei Punkte Vorsprung für die Grünen oder einer?Die Zahlen, die gerade veröffentlicht werden, sind Prognosen von Umfrageinstituten. ARD und ZDF haben dafür jeweils eine Firma beauftragt: Deren Werte unterscheiden sich gerade noch: Während in der ARD die Grünen drei Prozentpunkte vor der CDU liegen, sind die Christdemokraten nur einen Prozentpunkt in der Prognose, die das ZDF veröffentlicht hat. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagt: „Der Abend wird spannend. “

Neues WahlrechtHeute haben die Menschen in Baden-Württemberg zwei Stimmen abgeben können. Anders als bisher durften sie zwei Stimmen abgeben. Was das bedeutet und was sonst noch neu ist, hat mein Kollege Daniel Deckers aufgeschrieben.

Generationenwechsel im SüdwestenAls Winfried Kretschmann 1948 geboren wurde, gab es die Bundesrepublik Deutschland noch nicht. Nun steht in Baden-Württemberg der Generationenwechsel an: Um eine Generation, sollte sein grüner Parteifreund Cem Özdemir (60 Jahre alt) der nächste Ministerpräsident werden. Oder die Staatskanzlei wechselt gleich zwei Generationen weiter, sollte der CDU-Politiker Manuel Hagel (37 Jahre alt) vorne liegen. Die ersten Prognosen gibt es um 18 Uhr. 

Hohe WahlbeteiligungBei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis Sonntag, 14.00 Uhr, gaben 41,34 Prozent der Wahlberechtigten, die nicht Briefwahl beantragt hatten, in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Cornelia Nesch in Stuttgart mitteilte. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung der Urnenwähler zum selben Zeitpunkt nur bei 30,57 Prozent gelegen – allerdings gab es damals deutlich mehr Briefwähler.In diesem Jahr beantragten von den 7,7 Millionen Wahlberechtigten in Baden-Württemberg nach Angaben der Wahlleiterin rund zwei Millionen Briefwahl, also rund jeder Vierte. Im Jahr 2021 hatte aufgrund der Corona-Pandemie mehr als jeder dritte Wahlberechtigte Briefwahl beantragt. Damals lag der Briefwähleranteil schließlich offiziell bei 51,5 Prozent, denn bei Briefwählern liegt der Anteil derer, die ihre Stimme tatsächlich abgeben, in der Regel bei knapp 100 Prozent. Landeswahlleiterin Nesch rief „alle Wahlberechtigten, die ihre Stimmen bislang noch nicht abgegeben haben, dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen“. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet. 

Hagel hat gewähltCDU-Landeschef und Spitzenkandidat Manuel Hagel hat seine Stimme für die Landtagswahl in Baden-Württemberg abgegeben. Der 37-Jährige kam in Begleitung seiner Frau Franziska ins Wahllokal in Ehingen (Alb-Donau-Kreis). 

\u003Cspan style=\"font-size: 13px; font-weight: 400; text-transform: uppercase;\">Landtagswahl in Baden-Württemberg\u003C/span>\u003Cbr>\nStimmenanteile

Kretschmann gibt seine Stimme abBaden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Stimme für die Landtagswahl abgegeben. Begleitet von seiner Frau Gerlinde und seinem Sohn Johannes, kam der 77 Jahre alte Politiker zum Wahllokal in Sigmaringen. Der Grünen-Politiker tritt bei der Wahl nicht mehr an – nach 15 Jahren als Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Seit 2016 hat Kretschmann mit der CDU regiert, zuvor fünf Jahre lang mit der SPD. 

Özdemir hat gewähltDer Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, hat in einem Wahllokal in Stuttgart gewählt. Der 60 Jahre alte frühere Bundesminister kam allein in die Schule, in der der Raum für die Abstimmung war. Özdemir will Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) werden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Chancen auf Kretschmanns Nachfolge hat neben Özdemir auch der CDU-Landesvorsitzende Manuel Hagel.