FAZ 04.10.2026
18:29 Uhr

Universitäten: Die Exzellenz-Strategie verfehlt ihren Anspruch


Zukunftsfähiger wäre ein fächerbezogener Wettbewerb. Davon hätten auch die Studenten was.

Universitäten: Die Exzellenz-Strategie verfehlt ihren Anspruch

Die Exzellenz-Strategie ist umstritten, seit es sie gibt. Ihr ursprüngliches Ziel, ein deutsches Harvard zu etablieren, war von Anfang an illusorisch. Dazu stand und steht viel zu wenig Geld zur Verfügung. Inzwischen sind es angesichts der Trump-Regierung ohnehin weniger die Mittel als die Freiheit der Forschung, mit der deutsche Universitäten punkten können. Fächerspezifischer Wettbewerb Kurz vor der Bekanntgabe der fünf neu hinzugekommenen Verbünde und Einzeluniversitäten hatten vier Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München in dieser Zeitung vorgeschlagen, dem ursprünglichen Ziel einer schmalen internationalen Spitze wieder näher zu kommen. Das könnte durch die Förderung ganz weniger Universitäten oder durch einen fächergruppenspezifischen Wettbewerb über Standortgrenzen hinweg geschehen. In Anbetracht dessen, dass keine Universität – auch nicht die mit Exzellenztitel – in allen Fachbereichen Spitze ist, wäre es realistischer, einen fächerspezifischen Wettbewerb auszurufen. Davon hätten auch die Studenten was: Sie hätten Anhaltspunkte für die Entscheidung, wo sie ihr Fach am besten studieren können. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Grundfinanzierung der Universitäten ist zu knapp im Vergleich zu den Drittmitteln, die eingeworben werden müssen. Diesen Missstand verstärkt die Exzellenz-Strategie zusätzlich. Der mögliche Zugriff extremer Landesregierungen auf projektbezogene Mittel schwächt die Resilienz der Universitäten.