Ein Sechstklässler in Rennes ist vermutlich wegen Angelködern im Wert von einigen Dutzend Euro getötet worden. Die zwei verdächtigen Täter, ein 16 Jahre alter Junge und ein 15 Jahre altes Mädchen, haben im Polizeiverhör gestanden, den elf Jahre alten Theo erwürgt zu haben. Das erläuterte der zuständige Staatsanwalt in Rennes, Frédéric Teillet, bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. Der Junge war am Sonntag mit den beiden Jugendlichen zum Angeln an das Ufer der Vilaine gegangen und wurde dort leblos aufgefunden. Ein Anwohnerpaar hatte die Polizei gerufen, nachdem es Kinderschreie gehört hatte. Am Tatort entdeckten die Polizisten den leblosen Körper des Jungen. Ein Badetuch war um seinen Hals gewickelt. Die Rettungskräfte versuchten vergeblich, ihn wiederzubeleben. Laut Staatsanwalt bestätigten die gerichtsmedizinischen Untersuchungen, der Computertomographie-Scan und die Autopsie, dass die Todesursache auf eine Strangulation zurückzuführen ist. Die Verdächtigen sind seit drei Jahren befreundet Die beiden verdächtigen Jugendlichen wurden am Montag nach einer Nachbarschaftsbefragung festgenommen. Sie befinden sich seither wegen des Verdachts des Mordes an einem Minderjährigen unter 15 Jahren in Polizeigewahrsam. Sie gaben zu, den Elfjährigen angegriffen und erwürgt zu haben. Angeblich hatte dieser ihnen Angelköder gestohlen. Der Junge und das Mädchen waren gesehen worden, wie sie rennend den Tatort verließen. Vor Ort wurde Theos Angelausrüstung nicht gefunden. Theo hatte seinen Eltern und seinem Zwillingsbruder hingegen erzählt, er habe beim Angeln nette Jugendliche getroffen, die ihm Köder geschenkt hatten. Er habe sie erst am Vortag kennengelernt und sich am Sonntag mit ihnen zum Angeln verabredet. Theos Angelausrüstung und Sachen wurden bei Durchsuchungen in den Wohnungen der beiden Tatverdächtigen gefunden. „Sie geben an, Theo angegriffen zu haben, um sich zu rächen und um Angelköder im Wert von einigen Dutzend Euro zurückzuholen, die er ihnen angeblich weggenommen hatte“, sagte der Staatsanwalt. Die Nachricht löste in Theos Wohnviertel in der bretonischen Stadt große Bestürzung aus. In der Schule, die Theo mit seinem Zwillingsbruder in der 6. Klasse besuchte, wurde eine psychologische Beratung für schockierte Mitschüler eingerichtet. Die mutmaßlichen Täter sind nicht vorbestraft. Das Mädchen und der Junge sind seit drei Jahren befreundet und besuchen dieselbe Schule.
