Der 42 Jahre alte Gründer der Hilfsorganisation Stelp, Serkan Eren, ist in Iran zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das teilte eine Sprecherin der in Stuttgart ansässigen Hilfsorganisation mit. Aus Iran liegen hierzu keine Informationen oder eine Bestätigung vor. Eren befindet sich seit dem vergangenen Jahr in einem iranischen Gefängnis in Haft. Serkan Eren hatte die Hilfsorganisation 2015 gemeinsam mit Steffen Schuldis nach einem schweren Verkehrsunfall gegründet. Ziel der Organisation war es zunächst, Menschen in Flüchtlingslagern an der mazedonischen Grenze zu helfen. Heute organisiert Stelp Hilfseinsätze in vielen Ländern, zum Beispiel in der Ukraine, in der Türkei, in Nepal oder im Jemen. 2023 war Eren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bekannt wurde die Organisation auch durch ihre schnelle Hilfe im türkischen Erdbebengebiet im Februar 2023. Nach Darstellung seiner Organisation war Eren am 23. Juni 2025 über die türkische Grenze nach Iran gereist. Anlass war ein humanitärer Hilfseinsatz, um Menschen in Not zu unterstützen. Offenbar ging es auch um Menschen, die unter den Folgen des Kriegsgeschehens und der israelischen Luftangriffe litten. Der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Eren vor seiner Reise, dies werde vermutlich sein gefährlichster Einsatz. Details zu seinen Aktivitäten teilt die Organisation nicht mit. „Wir bitten um Verständnis, dass wir keine konkreten Details seines Einsatzes und zu beteiligten Personen teilen können“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. „Das dient dem Schutz aller Beteiligten.“ Am 28. Juni 2025 wollte Eren Iran offenbar über den Landweg verlassen und in den Irak einreisen. Das wurde wohl durch die iranischen Grenzbeamten unterbunden, die ihn dann auch inhaftierten. Ein iranisches Gericht verurteilte ihn zu einer zehnjährigen Haftstrafe. Die Ankläger werfen ihm vor, Kontakte zu einem Land gehabt zu haben, das mit Iran verfeindet sei. Eine Sprecherin der Organisation sagte: „Das Urteil und insbesondere das Strafmaß werden den Umständen des Falls nicht gerecht.“ Serkan Eren ist türkischer Staatsbürger. Deshalb sei die Hilfsorganisation weiterhin auch mit den türkischen Behörden in Kontakt. Auch das Auswärtige Amt ist über den Fall informiert.
