Bei den Gesprächen von US-Außenminister Marco Rubio mit der italienischen Regierung konnten die Irritationen wegen des Irankriegs nicht ausgeräumt werden. Bei einer Begegnung mit Journalisten in der US-Botschaft in Rom zeigte sich Rubio am Freitagabend enttäuscht über die Haltung der europäischen Verbündeten in der NATO, auch Italiens. Rubio war zunächst von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni empfangen worden, anschließend kam er mit Außenminister Antonio Tajani zusammen. Tajani sagte, das Treffen mit Rubio habe gezeigt, wie wichtig die Einheit des Westens und die transatlantischen Beziehungen seien. Rom unterstütze alle Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe mit Iran und werde sich mit Schiffen der italienischen Kriegsmarine an der Minenräumung und der Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beteiligen. Meloni sagte nach dem Gespräch mit Rubio dagegen: „Wir beide wissen, wie wichtig die transatlantischen Beziehungen sind. Aber wir wissen auch, dass jedes Land seine nationalen Interessen verteidigen muss.“ „Enttäuscht wegen ihres Mangels an Mut“ Die Regierung in Rom hatte US-Flugzeugen im Einsatz gegen Iran die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Sigonella auf Sizilien untersagt. Präsident Trump zeigte sich danach über Meloni – eine seiner bis dahin engsten politischen Verbündeten in Europa – „enttäuscht wegen ihres Mangels an Mut“. Auch einen Teilabzug der 13.000 in Italien stationierten US-Soldaten brachte Trump ins Gespräch. Rubio sagte vor seinem Rückflug nach Washington, Streitkräfte in Europa zu stationieren und von dort einzusetzen, sei „einer der Hauptgründe, warum die USA in der NATO sind“. Wenn dies nun nicht mehr möglich sei, „ist das ein Problem, das angegangen werden muss“. Die Entscheidung über einen Truppenabzug liege beim Präsidenten, er habe darüber mit Meloni und Tajani nicht ausführlich gesprochen. „Alle sagen, Iran ist eine Bedrohung. Alle sagen, Iran darf keine Atomwaffen besitzen. Dann muss man aber auch etwas dagegen unternehmen“, sagte Rubio und forderte von den europäischen NATO-Partnern, einschließlich Italien, „mehr als nur scharf formulierte Erklärungen, um das zu untermauern“.
