Sie schwamm über mehrere Meter durch den Trevi-Brunnen in Rom, ehe ein Ordner sie zurechtwies: Bei der Frau, die am Dienstag gegen 13.30 Uhr ein Bad in einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Roms nahm, handelt es sich laut italienischen Medienberichten um eine 29 Jahre alte Touristin aus Paraguay. Die Frau wurde demnach wegen Verstoßes gegen Regeln zum Schutz der öffentlichen Ordnung und wegen Gefährdung eines Denkmals mit einer Geldstrafe von 450 Euro und mit einem Platzverweis belegt. Den Verstoß beging die Frau offenkundig nicht spontan, sondern nach gemeinsamer Planung mit ihrem Partner, der die Szene mit seinem Handy gefilmt und die Aufnahmen sogleich gepostet hatte. Der Vorgang wurde auch von weiteren Besuchern des Brunnens gefilmt und gepostet. Die Aufnahmen gingen viral. Das Paar aus Paraguay hatte ordnungsgemäß Tickets zu jeweils zwei Euro pro Person gekauft. Das Eintrittsgeld müssen Touristen und auswärtige Besucher seit Februar entrichten, wenn sie den abgesperrten Bereich in unmittelbarer Nähe des weltberühmten Bauwerks betreten wollen. Nach einigen Schwimmzügen der Frau eilten „Brunnenordner“ in blauen Westen herbei und riefen die Frau in einem Mix aus Italienisch und Englisch – „Fuori! Move! No, no!“ – aus dem Wasser. Der Partner versuchte vergeblich, mit entschuldigenden Gesten die erkennbar erzürnten Ordner zu beschwichtigen. Anschließend wurde die triefend nasse Frau den Beamten der Stadtpolizei von Rom zur Feststellung der Personalien übergeben. Die Frau und ihr Partner äußern sich laut Medienberichten weiter auf sozialen Medien zu der Aktion Italienische Medien berichteten am Wochenende, dass die Frau und ihr Partner auch nach Verhängung der Strafe ihre Kanäle auf den sozialen Medien mit Handyvideos von ihrer Reise nach Rom bedienten und sich mit protzenden Botschaften an ihre Follower zu dem Vorfall am Trevi-Brunnen bekannten. Mitte Mai war ein Tourist aus Neuseeland nach einem Kopfsprung in den Brunnen mit einer Strafe von 500 Euro und einem Platzverweis belegt worden. Weltbekannt ist die Badeszene in der Fontana di Trevi aus dem Film „La Dolce Vita“ (Das süße Leben) von Federico Fellini von 1960. Dabei nimmt die schwedische Diva Anita Ekberg bei einem Spaziergang durch die Nacht, vor den Augen des verzückten Marcello Mastroianni, in dem Brunnen ein Bad. Der Trevi-Brunnen ist nach dem Kolosseum das meistbesuchte Monument der Ewigen Stadt. Mehr als neun Millionen Touristen strömen jährlich zu dem Brunnen, zwischen 30.000 und 70.000 täglich. Der Legende nach wird man Rom ein weiteres Mal besuchen und im Leben sein Glück finden, wenn man rücklings über die Schulter eine Münze ins Wasser des Brunnens wirft. Die Münzen aus dem Brunnen werden eingesammelt und der Caritas zur Verfügung gestellt. Der Betrag von knapp zwei Millionen Euro jährlich kommt Not leidenden Familien in Rom zugute. Die Stadt Rom erhebt seit Februar von auswärtigen Besuchern zwei Euro Eintritt für den Besuch des Nahbereichs des Barockbrunnens aus Marmor und Travertin. Der Zugang zur Piazza di Trevi im Herzen der Altstadt bleibt weiterhin frei. Für Bewohner der Hauptstadtregion sowie für Behinderte (und eine Begleitperson) ist der Eintritt des umzäunten Nahbereichs kostenlos. Im Rathaus rechnet man mit Einnahmen von rund sechs Millionen Euro jährlich aus dem Ticketverkauf am Trevi-Brunnen. Die Einnahmen werden nicht nur für den Erhalt des Brunnens verwendet, sondern auch dafür, den Einwohnern der Stadt und der Metropolregion weiterhin einen kostenlosen Zugang zu den städtischen Museen Roms zu ermöglichen. Die Bilanz der ersten Monate habe gezeigt, dass es möglich sei, „den Schutz eines außergewöhnlichen Denkmals mit seiner uneingeschränkten Nutzung für den Fremdenverkehr zu verbinden“, heißt es aus dem Rathaus.
