FAZ 23.05.2026
10:44 Uhr

Radtour für Genießer: Zwischen Fernblick und Feinkost


Die „Genießer-Radroute“ im Süden Hessens verbindet Natur mit Genuss: Wer sich auf ihren Weg begibt, wird mit Hofläden und gemütlichen Einkehrmöglichkeiten belohnt.

Radtour für Genießer: Zwischen Fernblick und Feinkost

Diese Strecke steht im Zeichen des Genusses. Denn die gut 44 Kilometer lange Rundtour im Landkreis Darmstadt-Dieburg bietet nicht nur an vielen Stellen eine tolle Fernsicht, Natur pur im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und angenehme Steigungen. Entlang der Strecke gibt es auch viele Möglichkeiten zur Einkehr sowie attraktive Einkaufsmöglichkeiten bei regionalen Direktvermarktern und in Hofläden. Da fällt die Wahl schwer, ob man sich unterwegs für ein köstliches Picknick eindecken möchte (wofür wir uns entschieden haben) oder doch ein Café oder Lokal besucht. Vielleicht machen Sie Ihre Wahl vom Tourentag abhängig, denn je nach Wochentag sind nicht alle hier erwähnten „Genuss-Stationen“ geöffnet. Für noch mehr Auswahl helfen Internetseiten wie www.hofladen.info oder www.darmstadt-dieburg-entdecken.de (unter „Entdecken“ und „Lokal einkaufen“). Unsere Runde folgt der offiziellen „Genießer-Radroute“. Sie ist nicht überall, aber doch an vielen Stellen entsprechend gekennzeichnet. Zum großen Teil geht die Tour über asphaltierte oder sehr gut befestigte Wege, nur ab und zu ist der Untergrund etwas holpriger – mit schmalen Reifen ist dann Vorsicht geboten. Kleinere Steigungen bis maximal fünf Prozent sind dabei; ein bisschen Kondition ist also für alle, die ohne E-Bike unterwegs sind, erforderlich. Wegbeschreibung: Wir starten am Bahnhof in Dieburg. Wer mit dem Auto anreist, findet je nach Wochentag und Uhrzeit auch rund um den Bahnhof gut einen Parkplatz. Vom Bahnhof folgen wir der Radbeschilderung in Richtung Groß-Zimmern. Zunächst geht es entlang der Gleise, dann überqueren wir die Darmstädter Straße und biegen rechts ab auf den ehemaligen Bahntrassenweg nach Groß-Zimmern, der die B 26 überquert. In Groß-Zimmern bietet sich schon die erste Möglichkeit, für den Picknickeinkauf einen Hofladen anzusteuern. Wir aber folgen dem ausgeschilderten Radweg entlang der Bahnstraße und vorbei an der Grünfläche „Grüne Mitte“ und biegen dann rechts in den Ober-Ramstädter Weg, der uns in der Verlängerung durch die Felder führt. Von dort haben wir einen ersten schönen Blick in die Ferne bis zum Odenwald. Nachdem wir die B 38 an der Ampel überquert haben, geht es nach rechts auf dem parallel verlaufenden Radweg in Richtung Roßdorf. Wir lassen den ersten Wegweiser nach Roßdorf links liegen und biegen erst beim zweiten Hinweisschild links ab. Auf diesem Weg queren wir die Dieburger Straße, fahren am historischen Bahnhofsgebäude vorbei und biegen über die Holzgasse auf die Dieburger Straße ab. Wir machen von dort unseren Abstecher zum Landlädchen Strauß, das sich in einem Neubaugebiet befindet, und decken uns für das Picknick ein. Zurück auf der Strecke geht es vorbei am historischen Fachwerk-Rathaus und danach links in die Neugasse. Wir fahren aus Roßdorf hinaus in die Felder und werden beim Anstieg wieder mit einem wundervollen Ausblick belohnt. Am höchsten Punkt steht der schönste Picknicktisch dieser Tour. Für uns ist es nach gerade einmal 13 Kilometern aber leider noch ein bisschen zu früh für eine Pause, und wir biegen links ab. Wir sausen hinunter, vorbei am Buchenhof und weiter ein Stück durch den Reinheimer Stadtteil Zeilhard. Dort biegen wir scharf rechts ab in Richtung Reinheim und folgen der Beschilderung durch die Felder. In der Ferne erhebt sich die imposante Veste Otzberg aus dem 13. Jahrhundert. Wir folgen weiter der Radwegebeschilderung. Links von uns fließt der Dilsbach, wo man die Arbeit der Biber bewundern kann. Weiter geht es über Mühl- und Darmstädter Straße durch Reinheim, wo wir die Bahnlinie überqueren. An dieser Stelle befindet sich das Museumsstellwerk Reinheim. Wir biegen in der Bahnhofstraße rechts ab und folgen der Beschilderung, bis wir an die Bundesstraße 426 kommen. Nachdem wir sie überquert haben, geht der Radweg weiter durch die Felder bis nach Habitzheim. Am hübschen Dorfplatz mit Fachwerkhäusern, Brunnen und Bänken ist nun Zeit für unser Picknick. Von dort blicken wir direkt auf das Hofgut Habitzheim mit ökologischer Landwirtschaft, Gesundheitszentrum und Eventlocation. Von der Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert, die an dieser Stelle stand, ist auf dem Gelände nur noch die ehemalige Schlosskapelle erhalten. Es ist das älteste Gebäude von Habitzheim. Auf dem markanten Schornstein hat sich ein Storchenpaar eingenistet – nicht das einzige, das wir auf dieser Tour sehen. In Habitzheim biegen wir am hübschen denkmalgeschützten Friedhof aus dem 18. Jahrhundert rechts ab. Werfen Sie einen Blick auf die historischen Grabsteine. Es folgt ein kleiner Anstieg nach Otzberg-Lengfeld, wo wir erneut die Gleise der Odenwaldbahn queren. Durch Lengfeld folgen wir der Beschilderung nach Groß-Umstadt und queren erneut die Bahnlinie über ein dreibögiges Viadukt. Bevor wir vor Groß-Umstadt die B 42 überqueren, besteht noch einmal die Möglichkeit, rechts an einem Brunnen der Trinkwasseraufbereitungsanlage die Flaschen aufzufüllen. Weiter geht die ausgeschilderte Route durch Groß-Umstadt, wo sich ein kleiner Abstecher in die Altstadt lohnt. Hier ist anhand von 21 Tafeln ein historischer Stadtrundgang möglich, unter anderem vorbei am eleganten Renaissance-Rathaus, dem Marktbrunnen sowie sechs Schlössern und Adelshöfen. Wir verlassen Groß-Umstadt über den Bruchweg und biegen am Kreisel links ab zurück in Richtung Dieburg. Jetzt radeln wir ein Stück durch den Wald. Von dort können Sie noch einmal einen Abstecher zu einem Hofladen machen. Die Lützelforstmühle bietet Schweine- und Lammfleisch aus eigener Schlachtung an. Nach insgesamt gut zwei Kilometern durch den Wald biegen wir rechts ab, die Radbeschilderung weist weiter nach Dieburg. Wir überqueren die Bundesstraße 45, biegen rechts auf einem schmalen, gepflasterten Waldweg ab, bis wir über die Aschaffenburger Straße nach Dieburg und in die hübsche Altstadt rollen. Zeit, die Räder abzuschließen und sich in den kleinen Gassen ein bisschen die Beine zu vertreten oder einzukehren. Anfahrt Mit dem Auto von Westen über A 3 und B 45 oder über die A 67, Darmstadt und B 26. Von Norden über die A 5/A 661 oder A 45 und weiter über die B 45, von Süden über die A 5 und B 26. Von Osten über die B 26. Mit der Bahn: Die RB 75 fährt von Wiesbaden oder Mainz-Bischofsheim über Darmstadt direkt nach Dieburg. Von Aschaffenburg aus fährt die RB 75 über Babenhausen nach Dieburg. Ab Frankfurt mit der RB 61. Sehenswert Historische Altstadt von Groß-Umstadt: 21 Tafeln führen durch die Geschichte der Stadt, eine öffentliche Altstadtführung findet jeden ersten Sonntag im Monat statt; Treffpunkt Rathaus/Marktplatz, Start: 14 Uhr Museumsstellwerk Reinheim, geöffnet an einem Sonntag im Monat sowie Sonderveranstaltungen, Termine über www.mstw-reinheim.de Museum Schloss Fechenbach, Eulengasse 8, 64807 Dieburg, Ausstellung von der Frühgeschichte über die Römerzeit und das Mittelalter bis zur Moderne, Donnerstag und Freitag: 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage: 11 bis 17 Uhr Einkehren Kalbsches Haus, Restaurant im ältesten Haus der Stadt, Kirchstraße 21, Reinheim Die Bleibe, Krötengasse 2, Habitzheim, wird von einem Bruderpaar aus dem Ort geführt Landlädchen Strauß, Emmy-Noether-Straße 4, Roßdorf, große Auswahl an Produkten aus dem Odenwald und angeschlossenes Café Dresselhof, Kirchstraße 21, Groß-Zimmern, Hofladen mit regionalen Produkten Hofladen Lützelforstmühle, an der L 3095, Groß-Umstadt, Schweine- und Lammfleisch aus eigener Schlachtung Daten Länge: 44 km Beschaffenheit: Straßen, asphaltierte Radwege, wenige Feld- und Waldwege mit losem Untergrund Höhenmeter: 290 Meter Schwierigkeit: leicht