Die Regierung von Donald Trump wird abermals wegen eines möglichen Angriffs auf die Pressefreiheit kritisiert. Wie der Sender MS NOW berichtet, habe das FBI eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Journalistin Sarah Fitzpatrick vom Magazin „The Atlantic“ eingeleitet. Fitzpatrick hatte unter Berufung auf rund zwei Dutzend Quellen darüber berichtet, dass FBI-Direktor Kash Patel durch übermäßigen Alkoholkonsum, häufige Abwesenheiten und erratisches Verhalten auffalle und intern Besorgnis auslöse. Patel hatte auf den Artikel mit einer Verleumdungsklage gegen das Magazin reagiert. Er fordert 250 Millionen Dollar Schadenersatz. In einem am Mittwoch veröffentlichten Artikel berichtet die Journalistin über besondere Geschenke Patels: Bourbon-Flaschen, auf die unter einem FBI-Signet sein Name und seine Amtsbezeichnung eingraviert sind. In einem Ring um das Signet ist der Vorname Kash mit dem Dollarzeichen anstelle des Buchstaben „s“ geschrieben. Der britischen Zeitung „The Guardian“ gegenüber sprach der stellvertretende FBI-Direktor Ben Williamson von einem jahrzehntealten Brauch beim FBI. Patel habe alle ethischen Richtlinien befolgt und zahle für seine persönlichen Geschenke selbst. Dem Bericht von MS NOW zufolge führt die Untersuchung gegen Fitzpatrick eine in Huntsville, Alabama, ansässige Einheit des FBI, die sich um illegale Leaks kümmert. Normalerweise richten sich solche Verfahren gegen Behördenmitarbeiter, die geheime Informationen weitergeben, aber nicht gegen Journalisten. Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Magazins „The Atlantic“, sprach von einem „ungeheuerlichen, illegalen und gefährlichen Angriff auf die freie Presse und den Ersten Verfassungszusatz“. FBI streitet Untersuchung ab Ein FBI-Sprecher bestritt laut dem Sender, dass es die Ermittlungen gegen Fitzpatrick überhaupt gebe. Innerhalb der Bundespolizei soll das Vorgehen laut anonymen Quellen jedoch für erhebliche Unruhe sorgen, so berichtet MS NOW weiter. „Sie wissen, dass sie das eigentlich nicht tun dürften“, habe eine dieser Quellen über die FBI-Beamten gesagt. „Aber wenn sie nicht weitermachen, könnten sie ihre Jobs verlieren.“ Unter Präsident Joe Biden hatte Justizminister Merrick Garland die Hürden für Ermittlungen gegen Reporter verschärft. Trumps damalige Justizministerin Pam Bondi lockerte diese Schutzregeln im vergangenen Jahr wieder. Kürzlich berichtete die „New York Times“, dass das FBI begonnen habe, gegen eine ihrer Reporterinnen zu ermitteln, die über die Bereitstellung von Sicherheitsleuten für Patels Partnerin berichtet hatte. Im Januar hatte das FBI das Haus der „Washington Post“-Reporterin Hannah Natanson durchsucht und mehrere Geräte beschlagnahmt. Natanson, die in dieser Woche mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, sei nicht Ziel der Ermittlungen gewesen, hieß es später seitens der Behörden.
