Die Partner sind sich einig: Der Vertrag über eine Koalition in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung liegt vor, am Montag soll das Schriftstück unterzeichnet werden. Auch Vorschläge für die Personalentscheidungen liegen auf dem Tisch: Helena Wolf soll für die SPD hauptamtliche Stadträtin werden, SPD-Mann Martin Wilhelm bleibt Kämmerer und Sozialdezernent. Als Bürgermeister wird der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Bruszynski benannt. Nun müssen nur noch die Gremien am Wochenende den Vorschlägen zustimmen. In ihrer Mitteilung schreiben die Parteien von einer „Koalition der Mitte“, die „Offenbachs Aufschwung“ durch die Krise Deutschlands retten wolle. Sie verweisen darauf, dass in der Stadt 2024 mehr neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien, als in jeder anderen Stadt in Deutschland. Andererseits bliebe in Offenbach den Menschen nach Abzug von Mieten und Lebenshaltungskosten weniger Geld als andernorts. Vorrang für die Wirtschaftspolitik Nach Sondierungsgesprächen der Parteien hatten sich SPD und CDU für die Koalitionsverhandlungen entschieden. Diese seien in „kürzester Zeit“ erfolgt, heißt es in der Mitteilung. Die Parteien verbinde mehr, als sie trenne. In 16 Sitzungen von Arbeitskreisen der jeweiligen Fachpolitiker sei der Vertrag ausgearbeitet worden, offene Fragen seien in zwei Treffen des Lenkungskreises geklärt worden. Priorität im Vertrag hat die Wirtschaftspolitik für Offenbach. Man wolle Flächen für Unternehmen sichern und die Verwaltung „weiterhin auf Lösungsorientierung und Serviceorientierung für Unternehmen ausrichten“, schreiben SPD und CDU. Als weiteren Schwerpunkt nennen sie neben dem Bau neuer Wohnungen die Bildungspolitik. Bildung sei das „zentrale Aufstiegsversprechen“ in einer Stadt mit noch immer hoher Arbeitslosigkeit. Als viertes großes Thema sehen die Koalitionäre Sicherheit und Sauberkeit. Stimmen die Parteigremien der Vereinbarung zu, sollen am Montag Details des Koalitionsvertrags vorgestellt werden. Der nächste Schritt wäre dann die Abwahl der bisherigen hauptamtlichen Dezernenten, Bürgermeisterin Sabine Groß (Die Grünen) und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP). Laut Hessischer Gemeindeordnung müssen die Stadtverordneten in zwei getrennten Sitzungen über die Abberufung beraten und entscheiden. Die erste Abwahl soll in einer Sitzung der Stadtverordneten Ende des Monats erfolgen. Bei der Kommunalwahl im März erreichte die SPD 35, die CDU 18,7 Prozent der Stimmen. Damit stellen die Sozialdemokraten 25 der 71 Stadtverordneten, 13 Mandate gingen an die CDU.
