Für den geplanten Neubau der Europäischen Schule in Frankfurt ist ein neuer Standort im Gespräch. Nach Informationen dieser Zeitung treibt Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) das Vorhaben voran, dass die Schule auf dem Gelände der Bundesbank in Bockenheim untergebracht wird, wenn diese dauerhaft im Stadtzentrum bleibt. Der Verzicht auf eine Rückkehr auf das angestammte Areal unweit des Fernmeldeturms ist dem Vernehmen nach inzwischen beschlossene Sache. Dies hatte sich abgezeichnet, nachdem eine Untersuchung ergeben hatte, dass der Weiterbetrieb der alten Zentrale unwirtschaftlich sei, obwohl die Sanierung des 1972 fertiggestellten Hochhauses schon weit fortgeschritten ist. Die meisten Mitarbeiter der Bundesbank arbeiten derzeit in einem Ausweichquartier im Frankfurter Büro Center an der Mainzer Landstraße. Zu hören ist von der Überlegung, auf Dauer vollständig in das benachbarte Hochhaus Trianon zu ziehen, in dem schon jetzt mehrere Stockwerke genutzt werden. Entweder ins Hochhaus oder in einen Neubau Die Europäische Schule könnte, wie es heißt, entweder die Hochhausscheibe beziehen, die gegenwärtig entkernt ist, sodass die Räume entsprechend geschnitten werden könnten, oder in einen Neubau auf dem weitläufigen Gelände. In diesem Fall wiederum wäre zu klären, wie und von wem das Hochhaus künftig genutzt werden könnte. Ein Abriss ist ausgeschlossen, denn es steht unter Denkmalschutz. Bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass die Bundesbank, selbst wenn ihre Verwaltung auf Dauer nicht dorthin zurückkehrt, unter der Zentrale einen Teil ihres Goldes lagert. Außerdem hat am Rande des Grundstücks das Geldmuseum seinen Sitz. Eine großzügige Lösung mit mehreren Hochhäusern auf dem Areal war schon vor längerer Zeit nach Kritik des Bundesrechnungshofes verworfen worden. Mit dem Wechsel der Europäischen Schule auf das Bundesbank-Areal wären die in den vergangenen Jahren angestellten Überlegungen hinfällig, die Schule auf dem Festplatz am Ratsweg zu errichten. Diese Lösung gilt als schwierig, weil es bisher nicht gelungen ist, einen alternativen Standort für die Dippemess und andere Veranstaltungen zu finden, außerdem hätten Kleingärten geopfert werden müssen. Als ein anderer Standort für die Schule war zuletzt von einem Grundstück im künftigen Wohnviertel Stadtteil der Quartiere an der Autobahn 5 die Rede gewesen. Dieses ist jedoch bisher in keiner Weise erschlossen. Zudem, so heißt es, könnten bei einer Ansiedlung der Schule entsprechend weniger Wohnungen gebaut werden. Die Europäische Schule ist für 900 Schüler ausgelegt, doch liegt die Schülerzahl schon jetzt bei 1650. Sie wird vorwiegend von Kindern der Mitarbeiter der europäischen Institutionen in der Stadt besucht. Bis 2032 rechnen die Verantwortlichen mit mehr als 2000 Schülern. Die Stadt steht im Wort, ein Grundstück bereitzustellen. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hatte Frankfurt mehrfach dazu aufgerufen, die Platzprobleme zu lösen. Vom Büro Josefs hieß es am Dienstag lediglich, solange es keine Bestätigung für eine offizielle Entscheidung über die Pläne der Bundesbank gebe, könne man sie nicht kommentieren.
