Erleichterung im Frankfurter Straßenverkehrsamt. Am Montagmorgen konnte von fünf Uhr an der Verkehr wieder über eine der zentralen Verkehrsverbindungen im Osten der Stadt rollen. Zwei Nächte und einen Tag, insgesamt 31 Stunden, waren Teams von Straßenbauern am Samstagabend von 22 Uhr an im Stadtteil Riederwald an der Straße Am Erlenbruch im Einsatz. Ihr Ziel: in einer Wochenendaktion auf einer Länge von 500 Metern die Fahrbahndecke der täglich von rund 20.000 Fahrzeugen, darunter viele Lastwagen, befahrenen Durchgangsstraße zu erneuern. Außergewöhnlich war nicht nur das konzertierte Arbeiten der Straßenbauer, sondern auch die Tatsache, dass parallel dazu seit Anfang dieses Jahres am seit Jahrzehnten geplanten und umstrittenen Riederwaldtunnel gebaut wird. Ein insgesamt 2,2 Kilometer langer Lückenschluss zwischen der Autobahn 66 und der Frankfurter Ostumgehung A 661, der auch geschaffen wird, um die Straße Am Erlenbruch zu entlasten. Die Folgen des Winters Warum war dann die Investition von einer halben Million Euro für die Straßensanierung an diesem Wochenende notwendig? Für Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, stand außer Zweifel, dass die Straße instand gesetzt werden musste. Schon in der Vergangenheit seien Schäden mehrfach nur repariert worden, sagte sie. Doch der vergangene Winter mit hohen Temperaturschwankungen habe die Straße stark in Mitleidenschaft gezogen. „Verkehrssicherheit geht immer vor“, bestätigte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen). Weiter abzuwarten, sei nicht mehr zu verantworten gewesen. „Der Zustand der Straße war untragbar.“ Denn mit dem Bau des Riederwaldtunnels ist zwar eine Grunderneuerung und Umgestaltung der Straße Am Erlenbruch vorgesehen, „doch das Tunnelprojekt verzögert sich immer wieder“, sagte Siefert. Erst im Januar hatte der zuständige Projektleiter der Autobahn GmbH die Ankündigung, der Lückenschluss werde 2033 fertig sein, infrage gestellt. Er glaube nicht, dass dieses Ziel erreicht werde, hatte er wissen lassen. „Was wir an diesem Wochenende gemacht haben, ist denn auch keine grundhafte Erneuerung, sondern nur die notwendige Sanierung der Fahrbahndecke“, sagte Kraft. Ziel war es vor allem, durch diese „Hochdrucksanierung“, wie das Amt den Vorgang nennt, die Arbeiten zu bündeln und schnell zu erledigen, um den Verkehr nicht zu stark einzuschränken. Zunächst war am Samstag von 22 Uhr an die Asphaltdecke abgefräst worden. Das Material wurde anschließend zu Asphaltgranulat aufbereitet und teilweise wiederverwendet. Nach Angaben des Amts wurden im Abschnitt Am Erlenbruch rund 20 Prozent recyceltes Granulat wiederverwendet. Um für die neue Deckschicht ausreichende Mengen an Asphalt zur Verfügung zu haben, wurde nach Angaben der Fachleute das Material in einem Mischwerk vorproduziert und im sogenannten Heißtransport mit thermoisolierten Sattelzügen, die permanent zwischen Werk und Baustelle pendelten, zu dem Straßenbauabschnitt gebracht. Dort standen mehrere Walzenzüge bereit, um den heißen Asphalt Schritt für Schritt zu verdichten. So habe binnen kürzester Zeit eine neue, belastbare Fahrbahn entstehen können. Insgesamt, so das Amt, seien rund 1200 Tonnen sogenannter Binderschicht und Asphaltdecke eingebaut worden. Zudem sei ein Asphaltgemisch verwendet worden, das nicht, wie bisher üblich, eine Temperatur von rund 180 Grad, sondern von nur 150 Grad gehabt habe. Das habe diejenigen, die am Asphalt zu arbeiten hatten, entlastet, aber auch den CO₂-Ausstoß um etwa vier Tonnen reduziert.
