FAZ 15.05.2026
09:11 Uhr

Mehr Einfluss im Fußball?: Saudi-Arabien sponsert auch WM 2026


Die WM 2034 wird Saudi-Arabien ausrichten. Nun gibt der Staatsfonds bekannt, dass er schon in diesem Jahr als Sponsor des Turniers auftritt. Kritiker sehen darin einen weiteren Fall von „Sportswashing“.

Mehr Einfluss im Fußball?: Saudi-Arabien sponsert auch WM 2026

WM-Teilnehmer Saudi-Arabien beteiligt sich über seinen Staatsfonds (PIF) nun auch als Sponsor an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Wie der PIF am Donnerstag mitteilte, seien Partnerschaften in Sport und Fußball weiter wichtig im „fortlaufenden Wandel Saudi-Arabiens“. Finanzielle Details der Vereinbarung für Nordamerika und Asien wurden nicht genannt. Mit dem neuen Deal vertieft Saudi-Arabien seine Beziehungen zum Weltverband FIFA weiter. Das von König Mohammed bin Salman regierte Land hatte zuvor den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2034 erhalten und war bereits Sponsor bei der letztjährigen Klub-Weltmeisterschaft in den USA. Die Golf-Tour sponsert der PIF nur noch bis zum Saisonende Zuletzt hatte der PIF angekündigt, die LIV-Tour und ihre Golf-Superstars nur noch bis zum Saisonende zu finanzieren. In die Golf-Liga waren in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge investiert worden. Die Entscheidung hatte Spekulationen über die langfristige Strategie des Staatsfonds im internationalen Sport ausgelöst. Fußball spielt offenbar weiter eine wichtige Rolle in Saudi-Arabiens Strategie, unabhängiger von der Ölwirtschaft zu werden. Laut Kritikern geht es der Regierung in Riad neben den wirtschaftlichen Zielen aber auch darum, ihr eigenes Image mithilfe von sogenanntem Sportswashing aufzubessern. Trotz einiger Reformen steht das Land bei Menschenrechtsorganisationen in der Kritik. In die kommende Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko startet das Team von Neu-Trainer Georgios Donis am 15. Juni (Ortszeit) gegen Uruguay. Weitere Gruppengegner sind der ehemalige Welt- und Europameister Spanien sowie Außenseiter Kap Verde.