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09.05.2026
10:53 Uhr
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Russlands Präsident behauptet: „Unsere Helden schreiten voran“ +++ US-Präsident verkündet eine dreitägige Waffenruhe +++ Wadephul: „Sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen“ +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Kreml: Keine Versuche, die Parade zu vereitelnKremlsprecher Dmitrij Peskow hat geäußert, es habe keine Versuche gegeben, die Parade auf dem Roten Platz zu vereiteln. „Nichts wurde versucht, alles gut“, sagte er auf eine Pressefrage am Samstag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wiederholt angedeutet, die Moskauer Parade angreifen zu können, und ausländischen Gästen davon abgeraten, sie zu besuchen, dann aber am Freitagabend der Waffenruhe-Initiative des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zugestimmt. Bisher sei nicht über eine Verlängerung der Feuerpause über Montag hinaus gesprochen worden, sagte Peskow. Trump und Putin hätten einander noch nicht zum „Tag des Sieges“ beglückwünscht, sagte er auch. Zuletzt hatten die beiden am 29. April miteinander telefoniert. Ein neues Telefonat sei derzeit nicht geplant, sagte Peskow.
Kolonne von „Ehefrauen und Müttern der Helden der speziellen Militäroperation“ Neben Moskau fanden in Russland am Samstag auch andernorts Paraden zum „Tag des Sieges“ von 1945 statt. In der gut 4700 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Stadt Tschita, der Hauptstadt der Region Transbaikalien, gab es dabei erstmals eine eigene Kolonne von „Ehefrauen und Müttern der Helden der speziellen Militäroperation“. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, wie der Machtapparat versucht, eine gesellschaftliche Geschlossenheit hinter dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu inszenieren, wie sie auch der Herrscher Wladimir Putin in seiner Ansprache auf dem Roten Platz beschwor. Putin sei stets „bestens informiert\" über die Lage im Kriegsgebiet, behauptete das Staatsfernsehen zu Bildern, die Putin mit einigen Militärs am Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer zeigten. Dort hatten Putin und einige seiner Gäste zuvor Blumen niedergelegt. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, Putins einziger Gast aus einem EU- und NATO-Mitgliedsland, hatte dies nach Nachrichtenagenturangaben schon am Freitagabend getan.
Kein Wort von den EinschränkungenEs fällt auf, dass die Staatsfernsehmacher die Einschränkungen der Parade durch den Krieg nicht benennen. So wird nicht thematisiert, dass kein militärisches Gerät auffahren soll; das hatte Kremlsprecher Dmitrij Peskow ganz offen mit ukrainischen Bedrohungen erklärt. Und auch die Waffenruhe von Samstag bis einschießlich Montag, die der amerikanische Präsident Donald Trump am Freitagabend verkündet hat und der Kiew wie Moskau zugestimmt haben, wird nicht thematisiert. Wohl, weil es so wirken würde, als finde die Parade von Amerikas Gnaden statt.
Russisches Staatsfernsehen stimmt Zuschauer auf Parade einDas russische Staatsfernsehen stimmt seine Zuschauer mit Geschichten über Teilnehmer der „speziellen Militäroperation“, den Angriffskrieg gegen die Ukraine, auf die Parade zum „Tag des Sieges“ ein. Sie soll um zehn Uhr Moskauer, neun Uhr deutscher Zeit beginnen. Typischerweise gehen sie so: Der Soldat sah im russischen Staatsfernsehen, was ukrainische „Nazis“ angerichtet hätten, entschloss sich ohne Zögern zum Militärdienst, auch aufgrund von Familienmitgliedern, die im Großen Vaterländischen Krieg, wie der Teil des Zweiten Weltkriegs vom deutschen Überfall 1941 bis zur deutschen Kapitulation 1945 genannt wird, gedient hätten, löste dann in der Ukraine „militärische Aufgaben“ und wurde dafür ausgezeichnet. Auch auf dem Roten Platz stehen unter anderem schon Kriegsteilnehmer in Reihen bereit, um vor Putin zu marschieren. Für den russischen Herrscher Wladimir Putin ist die Parade zum 9. Mai ein Kernelement seiner Bemühungen, den Krieg gegen die Ukraine als Fortsetzung des Krieges zu legitimieren, der 1945 siegreich endete. „Wir wiederholen die Heldentaten unserer Großväter und Urgroßväter“, sagen nun Soldaten unisono in die Kameras.
Trump erwägt Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach PolenUS-Präsident Donald Trump stellt in Aussicht, US-Truppen, die aus Deutschland abgezogen werden, nach Polen zu verlegen. Zudem spricht er sich für eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus. „Ich würde mir eine deutliche Verlängerung der Waffenruhe wünschen“, sagte Trump.
Trump: Dreitägige Waffenruhe zwischen Ukraine und Russland Donald Trump hat nach eigenen Angaben Russland und die Ukraine von einer ab morgen geltenden dreitägigen Waffenruhe überzeugt. Diese werde die Aussetzung aller Kampfhandlungen sowie den Austausch von 1000 Gefangenen jeder Seite umfassen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Bitte sei direkt von ihm vorgebracht worden. Er sei Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr dankbar, dass sie zugestimmt hätten, schrieb Trump. „Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs“. Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für den diplomatischen Einsatz. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt, schrieb er auf dem Portal X. „Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden“, sagte er. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten. Die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause bringen. Auch der Kreml stimmt dem Vorschlag von US-Präsident Donald Trump für eine dreitägige Waffenruhe im Ukraine-Krieg ab Samstag und einem Gefangenenaustausch von 1000 Personen jeder Seite zu. Das sagte der außenpolitische Berater von Staatschef Wladimir Putin, Juri Uschakow, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.
Wadephul: „Sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen“Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukrainekrieg angekündigt. „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.“ Russland zeigte sich offen für Gespräche mit europäischen Staaten. „Putin ist bereit, mit jedem zu verhandeln. Das hat er wiederholt erklärt“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow mit Blick auf einen Bericht der „Financial Times“ (FT). Die Zeitung meldete, EU-Vertreter bereiteten sich auf Gespräche mit Russland vor. EU-Ratspräsident Antonio Costa sehe Potential für Verhandlungen der Staatengemeinschaft mit Putin. Die EU habe zudem die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser Schwenk geht laut „FT“ auf die Frustration der Europäer über die bisher von US-Präsident Donald Trump geführten Verhandlungen zurück.
Waldbrand bei Tschernobyl In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei am Vortag durch zwei russische Drohnen ausgelöst worden, teilte die Zonenverwaltung mit. Die Brandfläche werde auf mehr als 1.100 Hektar geschätzt. Trockenes Wetter, starker Wind und Minengefahr erschweren demnach die Löscharbeiten. Das ukrainische Innenministerium teilte mit, dass die Strahlenbelastung am Vormittag im Normbereich gelegen habe.
Ukraine gehen Flugabwehrraketen ausDer Ukraine gehen nach eigenen Angaben wegen der russischen Angriffe im Winter die Flugabwehrraketen aus. Die Abschussanlagen einiger Einheiten seien gelinde gesagt halbleer, zitiert die Nachrichtenagentur Ukrinform den Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat. Wegen Lieferproblemen müsse Kiew seine Verbündeten teils um lediglich fünf bis zehn Raketen für Systeme wie NASAMS und IRIS-T bitten, sagt er. Die Ukraine ist bei der Raketenabwehr stark auf ausländische Systeme angewiesen, die derzeit jedoch auch im Irankrieg in großem Umfang eingesetzt werden.
Selenskyj erwartet Besuch der US-Unterhändler in KiewNach Gesprächen in den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs erwartet Kiew in den nächsten Wochen Gesandte von US-Präsident Donald Trump. Als Termin für den Besuch nannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers, derzeit liefen die Absprachen dazu, schrieb er in sozialen Medien.
Gedenken während des LuftalarmsDie Ukraine gedenkt heute ihrer Gefallenen. In einem Dorf, etwa zwei Stunden von Kiew entfernt, beginnt der Morgen mit einem Gedenkgottesdienst am Denkmal zum 2. Weltkrieg. Ein Pope singt, viele der Anwesenden haben Tränen in den Augen. Mitten im Gedenken ertönt die Sirene des Luftalarms. Niemand lässt sich davon beirren, die Veranstaltung geht einfach weiter. Es sind vor allem Frauen gekommen, sie legen Blumen ab.Da heute auch Muttertag in der Ukraine ist, ehrt der Landkreis die Mütter der seit 2022 gefallenen und vermissten Soldaten noch einmal extra. Namentlich werden die Frauen aufgerufen. Sie erhalten Blumen, kleine Geschenke und einen gerahmten Dankesbrief. „Vielen Dank, dass Sie einen Held großgezogen haben“, steht drauf. Es ist ein berührender Moment, fast allen laufen Tränen über die Wangen.
Selenskyj: 81 Jahre nach Weltkriegsende wieder gezwungen, das Böse zu stoppenZum Jahrestag des Weltkriegsendes vor 81 Jahren hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verteidigung der Ukraine gegen Russland mit dem Kampf gegen die Nationalsozialisten verglichen. Millionen Ukrainer, die damals in verschiedenen Staaten der Anti-Hitler-Koalition gedient hätten, hätten sichergestellt, dass das „absolute Böse“ der Nationalsozialisten besiegt worden sei, schrieb Selenskyj am Freitag auf der Plattform X. „Leider sind wir 81 Jahre später erneut gezwungen, das Böse zu stoppen – ein Böses, das ebenso absolut ist.“ Es beruhe auf einer ähnlichen Ideologie der Feindseligkeit, so der ukrainische Präsident: „Eine aktualisierte Version des Nationalsozialismus, gekennzeichnet mit: ‚Made in Russia'.“
Russland wirft der Ukraine Luftangriffe vorIn der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.
Selenskyj: Nicht mal symbolischer Versuch einer Waffenruhe Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, die vom Kreml ausgerufene Waffenruhe gebrochen zu haben. „Im Laufe der vergangenen Nacht griff die russische Armee weiterhin ukrainische Stellungen an“, teilte Selenskyj am Freitagmorgen in sozialen Medien mit. „Bis 7 Uhr morgens wurden mehr als 140 Angriffe auf Stellungen an der Front verzeichnet“, schrieb er weiter. Außerdem habe es mehr als 850 Angriffe mit Drohnen gegeben.„All dies zeigt deutlich, dass es auf russischer Seite nicht einmal einen symbolischen Versuch gab, an der Front einen Waffenstillstand einzuhalten\", äußerte Selenskyj, Er kündigte an, dass die Ukraine entsprechend reagieren werde. \"Wir werden unsere Stellungen und das Leben unserer Menschen verteidigen\", so der Präsident.