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06.08.2026
08:21 Uhr
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Berichte über Anwerbung in etlichen südamerikanischen Ländern +++ Tote bei russischen Angriffen +++ Selenskyj spricht mit Rutte +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Korruptionsermittlungen: Frühere ukrainische Botschafterin muss Kaution hinterlegenDas Oberste Antikorruptionsgericht der Ukraine hat gegen die frühere ukrainische Botschafterin in den USA eine Kaution von 6 Millionen Hrywnja (rund 116.000 Euro) festgelegt. Am Mittwoch hatten die Korruptionsermittlungsbehörden NABU und SAP öffentlich erklärt, man ermittle gegen Olha Stefanischyna. Die 40 Jahre alte Juristin wird verdächtigt, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Außerdem soll sie falsche Angaben in ihrer sogenannten Vermögenserklärung gemacht haben. Ukrainische Politiker müssen ihre Einkommen und Vermögenswerte öffentlich machen. Auf diese Weise soll Korruption verhindert werden.Stefanischyna selbst weist die Anschuldigungen zurück und äußerte bei Gericht gegenüber Journalisten, sie verfüge nicht über die nötigen Mittel, um die Kautionssumme zu hinterlegen. Am Montag war sie von Präsident Wolodymyr Selenskyj offiziell aus Washington abberufen worden. Kurz zuvor hatte sie schon „aus persönlichen Gründen“ ein Rücktrittgesuch eingereicht. Stefanischyna hatte zuvor andere Ämter inne. Sie fungierte als Vize-Ministerpräsidentin für Europäische Integration und Justizministerin.
Mutmaßlicher Spion in Thüringen festgenommenEin 33 Jahre alter Ukrainer ist in Deutschland wegen des Verdachts verhaftet worden, dass er ein Rüstungsunternehmen ausgespäht hat. Ihm werde Agententätigkeit zu Sabotagezwecken für einen ausländischen Nachrichtendienst zur Last gelegt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag mit.Der Beschuldigte sei am Sonntag in Thüringen festgenommen worden und befinde sich nun in Untersuchungshaft. Er stehe unter dem dringenden Verdacht, im Juni als sogenannter „Low-Level-Agent“ Aufnahmen vom Betriebsgelände eines bayerischen Rüstungsunternehmens gemacht und diese seinem Auftraggeber zur Vorbereitung von Sabotageakten zur Verfügung gestellt zu haben.
Ukraine meldet sechs Tote bei russischen AngriffenIn der ostukrainischen Stadt Balaklija sind den örtlichen Behörden zufolge bei einem russischen Angriff drei Menschen getötet worden. Durch den nächtlichen Angriff seien Brände ausgebrochen, teilen die Behörden auf Telegram mit. Rettungskräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu löschen und Trümmer zu beseitigen.Drei weitere Menschen wurden laut ukrainischer Polizei im Norden der Region Sumy getötet. In mehreren Siedlungen seien mindestens 19 Menschen verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit. In der gleichnamigen Stadt Sumy seien zudem zwölf Menschen verletzt worden. Dort seien gelenkte Fliegerbomben eingesetzt worden.
Selenskyj spricht mit Mark RutteDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt mit, er habe mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über die Möglichkeit gesprochen, weitere Luftabwehrraketen zu beschaffen. „Mark ist über die Bedrohungen gut informiert, und wir haben unsere Bemühungen in Bezug auf Länder koordiniert, die über die erforderlichen Raketen und die Fähigkeit zur Hilfe verfügen“, schreibt Selenskyj auf X. „Es ist entscheidend, jegliche Bürokratie zu beseitigen und die erforderlichen politischen Entscheidungen zu treffen.“ Rutte erklärte auf X, er bespreche mit den Verbündeten, wie man der Ukraine weiterhin die Luftabwehrmittel beschaffen können, die sie dringend benötige.
Putin ernennt neue Kommandeure Russland will in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine schlagkräftiger werden durch eine Bündelung der Logistiktruppen und anderer Einheiten im Unterstützungsbereich. Kremlchef Wladimir Putin gab die neue Struktur bei einem Treffen mit der Militärführung bekannt und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef dieser rückwärtigen Dienste. Künftig sollten alle diese Dienste im Hinterland „in einer Hand“ liegen, sagte Putin nach Kremlangaben. Unter den aktuellen Bedingungen sei das eine „Kampfaufgabe“.Der Präsident erklärte auch, dass Russland seine Streitkräfte ausgehend von den Kriegserfahrungen und Erfordernissen an der Front neu strukturiere. Es handele sich um eine „Vervollkommnung der Strukturen des Verteidigungsministeriums“. Zuletzt hatte er auch die Sollstärke der russischen Streitkräfte um 25.000 auf 2,426 Millionen erhöht, darunter 1,535 Millionen Soldaten.
Ukraine evakuiert mehr als 500 Minderjährige aus Kramatorsk Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. „Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen“, teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung. Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien.Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Ermittlungen gegen ehemalige Vizeregierungschefin der UkraineDie ukrainische Justiz ermittelt gegen die gerade von ihrem Posten zurückgetretene ehemalige Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna. Vor dem obersten Antikorruptionsgericht werde über Auflagen für die frühere Vizeministerpräsidentin entschieden, berichteten örtliche Medien übereinstimmend. Zu den konkreten Vorwürfen wurde vorerst nichts bekannt.Stefanischyna war bis zum vergangenen Montag ukrainische Botschafterin in den USA. Mit Berichten über ihren möglichen Rücktritt hatte Mitte Juli eine große Regierungsumbildung durch Präsident Wolodymyr Selenskyj begonnen. Medienberichten zufolge soll Stefanischynas Mutter im ersten Kriegsjahr 2022 eine Wohnung im Zentrum der Hauptstadt Kiew weit unter dem Marktpreis erworben haben. Stefanischyna war zu dieser Zeit Vizeregierungschefin und Justizministerin. Sie hat Korruptionsvorwürfe mehrfach zurückgewiesen.
Leiter des Unternehmens Uraldronzavod durch Explosion schwer verletztBei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnenherstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten. Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt. Tkatschuks Firma stellt sogenannte „Vampir“-Drohnen her. Diese werden von einem Piloten über eine Videobrille mit Echtzeitübertragung gesteuert und von den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine in großem Umfang eingesetzt. Es handelt sich um das zweite Attentat auf einen russischen Drohnenentwickler innerhalb einer Woche. Russland macht die Ukraine regelmäßig für derartige Anschläge auf hochrangige Militär- und Rüstungsvertreter verantwortlich. Eine Stellungnahme aus Kiew zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.
Selenskyj berichtet von 17 TotenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in sozialen Medien zu dem nächtlichen Angriff geäußert. Demnach seien 44 Menschen verletzt und bislang 17 getötet worden. Ziel des Angriffs seien Lagerhallen ziviler Unternehmen gewesen; zudem Infrastruktur und ein Bahnhof. Selenskyj rief die Partnerländer abermals dazu auf, Abfangraketen für Patriot-Systeme zu liefern.
Wieder Luftalarm in KiewOffenbar dauern die russischen Luftangriffe weiter an. In Kiew ertönen am Mittwochfrüh abermals Sirenen.
Ukraine konnte keine einzige Rakete abwehrenBei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abschießen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch.
Ukrainischer Geheimdienst: Nordkorea schickt RaketeneinheitEine nordkoreanische Raketeneinheit hat dem ukrainischen Geheimdienst zufolge mit der Verlegung in den Westen Russlands begonnen. Sie könnte für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärt Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Demnach plant Russland, die rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch zu stationieren. Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der ohnehin umfassenden militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Sie hatten 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ukrainischen Angaben zufolge hat Nordkorea zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die russische Region Kursk entsandt.
Gouverneur: Lager des Onlinehändlers Wildberries brennt in TulaIn der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilt Dmitrij Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigt den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt.Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.
Mindestens 15 Tote bei russischem Raketenangriff auf Kiew und UmlandDurch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umland sind nach Behördenangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. 14 Zivilisten kamen im Kiewer Gebiet ums Leben, wie der Katastrophenschutz mitteilte. In der Hauptstadt war zunächst von einem Toten die Rede. Außerdem habe es Dutzende Verletzte gegeben.In Kiew brachen mehrere große Brände aus, es gab Berichte über Schäden in mindestens sieben Bezirken der Stadt. Unter anderem wurden Lagerhäuser zerstört, auch ein 20-stöckiges Wohnhaus wurde nach Medienberichten getroffen. In den angrenzenden Landkreisen Browary, Fastiw und Butscha wurden nach Angaben des Zivilschutzes ebenfalls Lagerhäuser attackiert.Das russische Verteidigungsministerium in Moskau sprach von einem Massenangriff mit Präzisionswaffen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kiew mit ballistischen Raketen beschossen. Dabei wurden mindestens 9 Menschen getötet und mehr als 30 verletzt. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben nicht mehr genug Abfangraketen, um ballistische Raketen abzuwehren.