FAZ 15.09.2026
10:18 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: In Litauen abgeschossene Drohne trug „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ Sprengsatz


Aus Belarus in litauischen Luftraum eingedrungen +++ Vilnius: Durch Luft-Luft-Rakete abgeschossen +++ EU-Staaten bei Verlängerung von Russland-Sanktionen nicht einig +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: In Litauen abgeschossene Drohne trug „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ Sprengsatz

Saluschnyj spricht von einem „Krieg der Strategien und Doktrinen“Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj hat in einer neuen Kolumne den Krieg gegen Russland neu kategorisiert. Der heutige ukrainische Botschafter in Großbritannien schreibt in dem in der Ukrainska Prawda erschienenen Text, es sei „falsch, von einem Drohnenkrieg zu sprechen“. Es handle sich vielmehr um einen „Krieg der Strategien und Doktrinen, die sich unter dem Druck des Fortschritts ständig weiterentwickeln.“ Es sei deshalb falsch, sich nur auf die Weiterentwicklung einzelner Technologien zu konzentrieren. Die Bombardements seien effektiver geworden - und damit überaus grausam. 

EU-Staaten vertagen wegen Streits Verlängerung von Russland-SanktionenDie EU-Mitgliedstaaten haben die geplante Verlängerung der Sanktionen gegen fast 3000 Personen und Organisationen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, auf die nächste Woche verschoben. Es bleibe nun bis nächsten Dienstag Zeit für eine Verständigung, teilte ein Sprecher der irischen Ratspräsidentschaft am Montagabend mit, nachdem mehrere Vermittlungsversuche der EU-Botschafter gescheitert waren. Ein offener Konflikt ist um die Frage entbrannt, ob zwei Oligarchen von der Sanktionsliste gestrichen werden sollen, wie es die Slowakei verlangt. Dabei handelt es sich nach übereinstimmenden Angaben um Alischer Usmanow und Michail Fridman. Die slowakische Regierung setzt sich seit längerem für beide Personen ein, ohne dafür eine substantielle Begründung zu liefern. Intern argumentierten slowakische Vertreter, dass die Listungen nicht hinreichend begründet seien. Diplomaten anderer Länder sprechen dagegen von politischen Gründen. Schon bei der Verlängerung im März hatte es darüber Streit gegeben, seinerzeit zog Bratislava sein Veto zurück. Diesmal machte es jedoch deutlich, dass es dazu nicht bereit sei. Da die gesamte Sanktionsliste nur im Konsens verlängert werden kann, müssen die Staaten nach einer Lösung suchen. Einen solchen Vorstoß machte Frankreich. In einer Sitzung der Botschafter schlug es am vorigen Freitag vor, Usmanow von der Liste zu streichen, im Gegenzug aber die Sanktionen künftig um zwölf statt wie bisher um sechs Monate zu verlängern. Letzteres hatte auch die irische Ratspräsidentschaft vorgeschlagen, allerdings erwischte der Vorstoß zu Usmanow viele Partner auf dem falschen Fuß. Von französischer Seite wurde er abstrakt mit „nationalen Sicherheitsinteressen“ begründet. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit der geplanten Freilassung eines französischen Gefangenen in Aserbaidschan. Die meisten Staaten waren am Montag jedoch nicht bereit, dem französischen Vorschlag zu folgen, während die Slowakei darauf bestand, beide Personen von Sanktionen auszunehmen. Sie waren unmittelbar nach dem russischen Überfall mit Reise- und Vermögenssperren belegt worden. Fridman, der Gründer und Hauptaktionär der Alfa Bank, hatte erfolgreich vor dem Gericht der Europäischen Union gegen seine erste Listung geklagt, die auf seine besondere Nähe zum Kreml abstellte. Daraufhin hatte der Rat der Mitgliedstaaten das neue Listungskriterium des „führenden Geschäftsmanns“ geschaffen, der in einem Bereich der Wirtschaft tätig ist, der dem Kreml als wichtige Einnahmequelle dient. Eine anschließende Klage Usmanows gegen seine Listung scheiterte vor einem Jahr. In der gültigen Begründung des Rats wird Usmanow als führender Geschäftsmann mit Beteiligungen an Unternehmen aus den Bereichen Eisenerz und Stahl, Medien, Telekommunikation und Internet identifiziert. Er unterhalte „besonders enge Verbindungen“ zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und werde als einer der „von Putin besonders favorisierten Geschäftsleute“ betrachtet, heißt es demnach.    

Russische Fregatte feuert Leuchtraketen auf dänischen Hubschrauber Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat Russland scharf für einen Vorfall in der Ostsee kritisiert. Nach dänischen Angaben waren von einer russischen Fregatte am Montag zwei Leuchtraketen auf einen dänischen Militärhubschrauber abgefeuert worden, eine davon soll diesen nur knapp verfehlt haben. Frederiksen sagte, Russland wolle einschüchtern und Zwietracht säen. Das sei Teil eines Musters, das in ganz Europa zu beobachten sei. Russland verhalte sich zunehmend aggressiven und selbstbewusst. Es habe den Hybridkrieg gegen Europa intensiviert und wolle die NATO auf die Probe stellen. „Unsere Antwort darauf ist, enger zusammenzustehen und die Verteidigung Dänemarks und Europas zu stärken“, so Frederiksen. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen bestellte den russischen Botschafter ein. Dänemarks Verteidigungsminister Jeppe Bruus sagte, es gelte den Vorfall ernst zu nehmen.Auch Rasmussen sprach von einem Muster, wonach Russland bei seinen Konfrontationen risikofreudiger werde. Der Vorsitzende der Liberalen, Troels Lund Poulsen, der bis vor kurzem Verteidigungsminister Dänemarks gewesen war, sagte, Russland suche nach Möglichkeiten, einen Konflikt zu provozieren. Der Vorfall ereignete sich bei Gedser, das auf der Insel Falster gegenüber von Rostock liegt. Der Hubschrauber machte nach dänischen Angaben zum Zeitpunkt des Vorfalls aus der Luft Fotos der Fregatte. Diese war zu dem Zeitpunkt in internationalen Gewässern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die westlichen Ostseeanrainer russische Militärschiffe bei ihrer Fahrt durch die Ostsee begleiten und überwachen. Russland wiederum hat zuletzt Schiffe der Schattenflotte, mit denen es Öl aus der Ostsee bringt, mit Militärschiffen eskortiert. Seit längerem nehmen in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Spannungen im Ostseeraum zu.

Russisch-ukrainische Angriffe auf Energieanlagen gehen weiterAuch nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Russland und die Ukraine würden die Angriffe auf Energieanlagen einstellen, hat Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen angegriffen und dabei wieder eine ​Tankstelle getroffen. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag auf Telegram mit. ⁠Auch ein Lagerhaus sei getroffen worden. Russland hat zuletzt seine Angriffe auf Tankstellen in der Ukraine ausgeweitet. Die Ukraine griff in der Nacht auf Dienstag ihrerseits Industrieanlagen im russischen Gebiet Samara an. Die ukrainischen Behörden veröffentlichen am Dienstagvormittag Aufnahmen, die Brände auf dem Gelände einer Ölraffinerie zeigen sollen. Nach russischen Angaben wurden auch mehrere Wohngebäude beschädigt. Todesopfer gab es demnach keine. Lesen Sie mehr zu der von Trump verkündeten Waffenruhe, die Russland und die Ukraine bisher nicht bestätigen: 

Ukraine greift russische Raffinerie an Die Ukraine hat in der Nacht auf Dienstag mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien auch mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie. Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur könne „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Es wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. 

Selenskyj entlässt Generalstaatsanwalt wegen KorruptionsvorwürfenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Bei Krawtschenko bleibe „nur ein Ausweg: die Entlassung“, erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. Der Generalstaatsanwalt hatte bereits vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, nachdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern bekanntgeworden waren.Krawtschenko, der die Vorwürfe in seiner Rücktrittserklärung als „durch nichts belegt“ bezeichnet hatte, erklärte auf Telegram, er befinde sich inzwischen im Ausland. Er wolle die internationalen Partner der Ukraine über „die tatsächliche Lage innerhalb der Antikorruptionsbehörden“ sowie über „Anzeichen einer unkontrollierten Konzentration von Einfluss durch sie“ informieren. Zugleich gab Krawtschenko bekannt, Strafanzeige gegen den Direktor der ukrainischen Antikorruptionsbehörde Nabu, Semjon Krywonos, gestellt zu haben. Der Generalstaatsanwalt warf Krywonos vor, „amtliche Dokumente gefälscht“ zu haben.Vor knapp einer Woche hatten die Antikorruptionsbehörde Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Geldwäschenetzwerk aufgedeckt zu haben, das „von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt“ worden sei. Den Ermittlern zufolge erhielt das Netzwerk Geld, um betrügerische Callcenter zu schützen. Es seien „Vermögen in Millionenhöhe“ gewaschen worden. Mit den Bestechungsgeldern wurden demnach Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände bezahlt.Nach Schätzungen der Schweizer Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime beschäftigen illegale Callcenter in der Ukraine fast 60.000 Menschen und erwirtschaften im Monat bis zu eine Milliarde Dollar (860 Millionen Euro).

Trump: Russland und Ukraine unterlassen Angriffe auf Energieinfrastruktur des jeweils anderenDer amerikanische Präsident Donald Trump hat erklärt, ​die Ukraine und Russland hätten vereinbart, Energieanlagen des jeweils anderen Landes nicht mehr anzugreifen. „Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt“, ⁠schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der US-Präsident hatte am Sonntag gesagt, er habe die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf russische Diesel-Infrastruktur einzustellen. Die Attacken würden einen weltweiten Kraftstoffmangel verursachen; es gebe genügend andere Ziele.

Merz: Europa steht vor entscheidenden Wochen über Krieg und Frieden Europa steht nach Ansicht von Kanzler Friedrich Merz „höchstwahrscheinlich“ vor entscheidenden Wochen oder Monaten bei der ⁠Verteidigung der Freiheit und des Friedens. Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Menschen davon zu überzeugen, dass dies im deutschen Interesse liege. „Jetzt müssen wir standhaft ‌bleiben, bis dieser schreckliche Krieg vorbei ist. Wenn Russland Erfolg hat, wird dies unvorhersehbare und beispiellose Folgen für uns alle haben. Auch für Deutschland“, sagte Merz auf dem EU-Arktis-Gipfel in Finnland. 

Moskau verteidigt Angriffe auf ukrainische Ziele nahe der polnischen GrenzeRussland hat am Montag seine Angriffe auf Ziele nahe der polnischen Grenze am Vortag verteidigt. „Es geht um ukrainisches Territorium“, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz auf eine Frage der Nachrichtenagentur AFP. „Unser Militär führt seine Einsätze auf dem gesamten ukrainischen Territorium aus und wird dies auch weiter tun.\" Polnischen und ukrainischen Behörden zufolge hatte eine russische Drohne am Sonntag die Lokomotive eines Passierzugs auf der Strecke Kiew-Warschau getroffen. Der Angriff erfolgte demnach zwei Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt, ohne dass es dabei Verletzte gab. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte, er nehme den jüngsten ⁠Drohnenangriff an der ukrainisch-polnischen Grenze sehr ernst. Der russische Präsident Wladimir Putin täusche immer wieder Gesprächs- und Friedensbereitschaft vor, um wenig später erneut zu eskalieren, äußerte der SPD-Politiker ‌in der nordostdeutschen Stadt Wolgast. Dies solle den Menschen in Deutschland und Europa Angst vor einer Ausweitung des Krieges machen. „Das ist gefährlich, was Wladimir Putin da macht“, sagte Pistorius weiter. Es komme darauf ‌an, besonnen zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. Gleichzeitig dürfe kein Zweifel an der eigenen Verteidigungsbereitschaft aufkommen. 

Mutmaßliche Spionin Russlands in Berlin angeklagtDie Bundesanwaltschaft hat in Berlin Anklage gegen eine mutmaßliche Spionin Russlands erhoben. Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft der deutschen und ukrainischen Staatsangehörigen vor, einen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft mit Informationen versorgt zu haben, wie sie am Montag auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Klage gegen Ilona W. wurde demnach schon am 7. September 2026 vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts in Berlin erhoben. Die Angeklagte war im Januar festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft betrieb Ilona W. in Berlin eine Marketingagentur und war zudem Vorsitzende eines Lobbyvereins. Dadurch sei sie auch in militärischen und politischen Kreisen vernetzt gewesen. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie Kontakt zu einem hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft in Berlin unterhalten haben. Diesen versorgte die Beschuldigte mit Hinweisen zu hochkarätigen Veranstaltungen und organisierte, dass er diese – teilweise unter falschem Namen – besuchen konnte. Des Weiteren versuchte Ilona W. laut Bundesanwaltschaft, Personen aus dem Verteidigungsministerium sowie aus der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen. Offenbar sammelte sie demnach auch Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie, insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskieges gegen die Ukraine. 

Kallas: Russische Angriffe auf ukrainische Bahn sollen dem Westen „Angst machen“Bei den jüngsten russischen Angriffen auf Bahnstrecken in der Ukraine handelt es sich nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas um eine Abschreckungstaktik Moskaus. „Ich denke, es soll ganz offensichtlich westlichen Ländern Angst davor machen, die Ukraine zu unterstützen“, sagte Kallas vor einem Treffen zur Sicherheit in der Arktis im finnischen Rovaniemi am Montag. Der Westen müsse als Antwort zeigen, „dass wir für die Ukraine da sind und keine Angst haben“, betonte Kallas. Anderenfalls würde Russland seine Ziele erreichen, „die Unterdrückung der Ukraine“. Russland hatte am Sonntag Bahnstrecken in der Ukraine attackiert. Unweit der Grenze zu Polen traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben einen Passagierzug nach Warschau. Russland erklärte, die attackierten Bahnstrecken würden für Rüstungstransporte aus Europa genutzt. 

Generalstaatsanwalt hat die Ukraine verlassenKurz vor der Parlamentsabstimmung über seine Absetzung als Generalstaatsanwalt hat Ruslan Krawtschenko die Ukraine verlassen. Erst vor wenigen Tagen hatte er nach einem Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Die Antikorruptionsbehörden ermitteln aktuell gegen den Chef der Cybersicherheitsabteilung der Generalstaatsanwaltschaft. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch Vorwürfe gegen Krawtschenko selbst laut und dessen Büro durchsucht. Es geht um die unrechtmäßige Deckung von Telefonbetrugs-Callcentern. In der Nacht zu Montag schien es dann, als würde Krawtschenko zum großen Gegenschlag ausholen. Um Mitternacht veröffentlichte er auf Telegram ein sieben Minuten langes Video, in dem er Anschuldigungen gegen die Chefs der ukrainischen Antikorruptionsermittlungsbehörden erhob und die Ermittlungen gegen seine Behörde als politisch motiviert bezeichnete. Selenskyj reagierte kurz darauf seinerseits mit einem Telegrampost. Für den Generalstaatsanwalt sei die Entlassung aus dem Amt „die einzige Möglichkeit“. Er habe deshalb die Abgeordneten aufgefordert, Krawtschenkos Entlassung „unverzüglich“ zuzustimmen. Kurz darauf verließ Krawtschenko das Land laut einem Bericht der „Ukrainska Prawda“ nach Polen. Das wirkt wie ein Versuch, sich der Strafverfolgung im Land zu entziehen. Krawtschenko spricht von einer Dienstreise, bei der er mit internationalen Partnern über „die Machtkonzentration und den Einfluss der Antikorruptionsbehörden“ sprechen wolle. Er beabsichtige, die Partner über „Risiken für Institutionen und Rechtsstaatlichkeit aufzuklären“.Die Hintergründe lesen Sie hier:

Tusk: Russische Eskalation rückt immer weiter an unsere Grenze heranPolens Regierungschef Donald Tusk hat Moskau nach russischen Angriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau sowie auf die Grenzregion der Ukraine eine Eskalation vorgeworfen. „Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran“, sagte er bei einer Sitzung des Krisenstabs. Tusk verwies darauf, dass Russland in der Vergangenheit bereits versucht habe, Grenzübergänge in Moldau lahmzulegen. Man habe von Verbündeten zuvor Hinweise bekommen, dass der russische Plan Versuche beinhalten würde, die ukrainischen Grenzübergänge zu desorganisieren und möglicherweise auch zu zerstören – dies könne auch Polen betreffen. Man müsse mit verstärkten Aktionen Russlands in den kommenden Wochen und Monaten rechnen, sagte Tusk weiter. „Wir können nicht ausschließen, dass diese Eskalation auch unser Staatsgebiet betreffen wird.“ Russland sei auch bereit, gegen Polen düsengetriebene Drohnen einzusetzen, warnte er.

Trump an Selenskyj: Keine Angriffe auf russische RaffinerienDer amerikanische Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. „Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in seinem Luxusresort in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen Iran und der Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.Trump behauptete, die ukrainischen Angriffe verursachten die Dieselknappheit. „Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine“, sagte er weiter. Die USA hätten mit Selenskyj bereits darüber gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“