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04.10.2026
14:54 Uhr
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Merz spricht von technologischen Durchbrüchen +++ Drohnenalarm in Kiew während Besuch des Kanzlers +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Tote und Verletzte bei russischen DrohnenattackenBei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Regionen Saporischschja und Dnipro sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens sechs angegeben. In der Oblast Saporischschja war demnach eine Drohne in einer Gartenanlage explodiert, eine weitere Drohne traf einen Lastwagen. Bei beiden Angriffen starb den regionalen Militärverwaltungen zufolge jeweils ein Mensch. Details zu dem Angriff in Dnipro wurden nicht genannt.Nach den jüngsten Drohnenangriffen warnten die ukrainischen Sicherheitsbehörden die Bürger davor, Videos oder Fotos von russischen Drohnen- und Raketenangriffen sowie der dadurch entstandenen Schäden in sozialen Netzwerken zu posten. Der Gegner könne sonst diese Bilder analysieren und seine nächsten Angriffe besser planen, heißt es in der Mitteilung.
Selenskyj: USA planen neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau für OktoberDie USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukrainekriegs. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt. Schon am Freitag hatte Selenskyj mitgeteilt, die USA hätten ein Dreiertreffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgeschlagen. Schon in der Vergangenheit hatte es Gespräche zwischen der Ukraine und Russland gegeben, im Februar vereinbarten die beiden Länder in Abu Dhabi einen Gefangenenaustausch. Eine grundlegende Einigung blieb jedoch aus.
Merz will sich von Drohnenalarm nicht einschüchtern lassenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich unbeeindruckt von den russischen Warnungen wenige Stunden vor seinem Besuch in Kiew und von dem Drohnenangriff während seines Aufenthalts gezeigt. Er sei trotz der Drohungen mit einer großen Regierungs- und Wirtschaftsdelegation angereist, sagte Merz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Hauptstadt. „Das zeigt: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir lassen uns auch nicht einschüchtern durch einen Dohnenangriff zum selben Zeitpunkt unseres Besuchs.“Er wisse zwar nicht, ob die Drohungen aus Moskau unmittelbar mit seinem Besuch zusammenhingen, sagte Merz. Er lasse sich davon jedenfalls nicht beeindrucken. „Ich unternehme die Reisen, die ich für richtig halte.“ Insofern sei ihm das Agieren Moskaus „offen gestanden auch relativ gleichgültig“.Er habe drei Drohnenalarme während seines Aufenthalts bewusst wahrgenommen, sei aber kein Mal in einen Schutzraum gebracht worden. Er gehe davon aus, „dass es keine persönliche Gefährdung für die Mitglieder meiner Delegation und auch für mich persönlich gibt“.
Merz fordert von Putin: „Hören Sie diesen Krieg auf!“Bundeskanzler Friedrich Merz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Kiew aus zu einem Ende der Angriffe und Verhandlungsbereitschaft aufgefordert. „Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören“, sagte der CDU-Politiker.Er nahm die bei einem Drohnenangriff getroffenen Akademie der Wissenschaften in Kiew in Augenschein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war bei dem Ortsbesuch dabei. Währenddessen lösten russische Angriffe mehrfach Drohnenalarm aus. Merz sagte an der Ruine der Akademie, bei Angriffen wie dem am letzten Montag sei die Sinnlosigkeit dieses Krieges deutlich geworden. „Ein Angriff auf die Akademie der Wissenschaften in Kiew, mitten in der Stadt, übrigens wenige 100 Meter von der deutschen Botschaft entfernt. Und heute Morgen an einem friedlichen Sonntag Luftalarm in Kiew“, sagte Merz. Und: „Das sind tägliche Kriegsverbrechen, die hier verübt werden.“Es gebe tägliche Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine, während das Land sich auf den Winter vorbereite. „Ich appelliere noch einmal an die russische Führung, an den russischen Staatspräsidenten: Hören Sie diesen Krieg auf! Wir können sprechen, aber erst, wenn die Waffen schweigen und die Waffen müssen schweigen“, sagte Merz.
Drohnenalarm in Kiew während Besuch des KanzlersWährend Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew weilt, hat Russland abermals die Nordbrücke in der ukrainischen Hauptstadt mit einer Drohne angegriffen. Die Brücke verbindet beide Ufer des Flusses Dnipro und wurde bereits am Samstag attackiert. In der Folge blieben einige Fahrspuren gesperrt, es gab Schäden an den Oberleitungen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte bereits am frühen Morgen von einem Drohnenalarm berichtet. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts seien auf das Dach eines Wohnhauses gefallen. Merz war am Morgen trotz neuer Warnungen aus Moskau zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Der Angriff macht deutlich, dass Russland wegen des Besuchs des Kanzlers nicht vor Angriffen auf die Hauptstadt zurückschreckt. Am Samstag hatte das russische Außenministerium ausländische Staatsangehörige vor Reisen in die Ukraine „gewarnt“ und eine Fortsetzung der eigenen Angriffe angekündigt. In den vergangenen Monaten brachte hoher ausländischer Besuch mitunter eine Angriffspause mit sich. Etwa während des Kiew-Aufenthalts von Trumps Emissären Steve Witkoff und Jared Kushner. Russland ist aber offensichtlich darum bemüht, westliche Besucher einzuschüchtern. So traf eine russische Drohne einen Zug am Grenzübergang Jahodyn, kurz nachdem Konferenzbesucher auf dieser Strecke aus Kiew zurückkehrten. Auch andere Teile der Ukraine lösten Luftalarm wegen russischer Angriffe aus. In dem Gebiet Sumy im Nordosten der Ukraine meldeten die Behörden fünf Verletzte nach einem Angriff mit einer russischen Gleitbombe. Sie sei in ein Wohnhaus eingeschlagen.Mehr zum Besuch des Kanzlers in Kiew lesen Sie hier:
Lettland: Regierungspartei siegt klar bei Parlamentswahl Bei der Parlamentswahl im EU- und Nato-Land Lettland hat sich das Wahlbündnis Vereinigte Liste des pro-ukrainischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs überraschend klar durchgesetzt. Mit 35,4 Prozent der Stimmen geht die Mitte-Rechts-Gruppierung als haushoher Sieger aus der Abstimmung hervor, wie die Daten der Wahlkommission in Riga nach Auszählung der Angaben von 94 Prozent aller Wahllokale zeigten. Damit konnte die Partei ihr Ergebnis im Vergleich zur vorigen Wahl mehr als verdreifachen.Starke Zugewinne bei der von Sorgen über die nationale Sicherheit und sozialpolitischen Problemen dominierten Wahl verzeichneten auch populistische Kräfte. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent) vor Souveräne Macht (11,8 Prozent). Beiden dürften besonders bei Wählerinnen und Wählern aus der russischstämmigen Minderheit gepunktet haben. Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent).Zentrale Themen im Wahlkampf des an Russland und dessen Verbündeten Belarus grenzenden Baltenstaats waren Sicherheit und Verteidigung. Darüber hinaus spielten auch sozialpolitische und wirtschaftliche Themen eine große Rolle im Wahlkampf. Da Lettland massiv in seine Sicherheit investiert, fehlt das Geld an anderer Stelle. Das Gesundheitssystem leidet, Abwanderung und Überalterung sind ein Problem. Viele Menschen klagen über hohe Preise und niedrige Gehälter, und die Wirtschaft stockt.
Kanzler Merz in Kiew eingetroffenZum zweiten Mal in seiner Amtszeit besucht der Kanzler Kiew: Der Besuch ist ein entscheidendes Puzzlestück einer diplomatischen Choreografie der Bundesregierung in den vergangenen Wochen.
US-Denkfabrik widerspricht Putin: Russland verliert Gebiete im SeptemberRussland hat laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) im September mehr Gelände in der Ukraine verloren als gewonnen. Der Verlust betrage rund 81 Quadratkilometer, teilte das Institut auf der Plattform X mit. Die Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin über russische Geländegewinne an der Front im September seien so weit von der Realität entfernt, „dass sie wie Halluzinationen anmuten“.Das ISW könne nicht beurteilen, ob Putin wisse, dass die von ihm präsentierten Zahlen falsch seien, hieß es weiter. Es könne auch sein, dass er „fiktive Angaben zur Lage an der Front“ übernehme. Die „Kultur des Lügens“ sei in der russischen Militärführung tief verwurzelt. Putin behauptete demnach, die russischen Streitkräfte hätten im September mehr als 1300 Quadratkilometer erobert.Vor wenigen Tagen hatte Putin die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren angekündigt. Er gehe davon aus, dass dies angesichts des Vormarsches der russischen Truppen viel früher geschehen werde. Die Frontlinie ist allerdings an vielen Abschnitten seit mehreren Monaten weitgehend unverändert.
Prognose: Bündnis von Lettlands Ministerpräsident bei Wahl in Führung Bei der Parlamentswahl in Lettland ist das Bündnis des pro-ukrainischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs Prognosen zufolge in Führung. In ersten Nachwahlbefragungen des öffentlich-rechtlichen Senders LSM vom Samstag kam die zentristische „Vereinte Liste“ von Kulbergs auf 35,6 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgt mit 11,3 Prozent die Partei „Lettland Zuerst“. Diese hatte im Vorfeld der Abstimmung um die Unterstützung der russischen Minderheit im Land geworben. Für die Prognose waren knapp 6500 Wähler nach ihrer Stimmabgabe befragt worden. Die Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu genießen: Die Nachwahlbefragung hatte sich bei vergangenen Wahlen nicht immer als zuverlässig erwiesen. Erste offizielle Wahlresultate wurden für Sonntag erwartet.Die Wahl war von der Sorge vor einer möglichen russischen Aggression geprägt. Die baltischen Staaten warnen seit Monaten davor, dass Russland hybride Angriffe sowie Sabotageakte in Europa verübe, um den Rückhalt für die Ukraine zu schwächen und Angst zu schüren. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe aus dem Baltikum als unbegründet zurück.Ministerpräsident Kulbergs hatte bei seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Riga die sicherheitspolitische Bedeutung der Wahl betont. „Wir dürfen nicht das schwächste Glied sein. Wir müssen stark sein“, sagte der Regierungschef. Die gesamte Ostflanke müsse Einigkeit zeigen. „Das ist es, was wir anstreben. Wir sind die Außengrenze Europas, die stark sein muss.“
Ein Toter nach russischem Angriff auf Frachter im Hafen von OdessaNach einem russischen Angriff auf einen Frachter im Hafen der ukrainischen Küstenstadt Odessa ist ein Besatzungsmitglied getötet worden. Drei weitere Matrosen wurden bei dem Angriff verletzt, wie die Hafenbehörden auf Telegram mitteilten. 13 weitere Mitglieder der Besatzung des unter liberianischer Flagge fahrenden Frachters wurden demnach an einen sicheren Ort evakuiert. Der Angriff wurde als weiterer gezielter Angriff Russlands auf die zivile Schifffahrt verurteilt. Zur Nationalität der Opfer wurden keine Angaben gemacht. Das russische Militär behauptete unterdessen, einen mit militärischen Gütern beladenen Frachter in Odessa angegriffen und beschädigt zu haben.
Russland warnt Diplomaten vor weiteren Angriffen auf KiewRussland hat Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kiew abermals aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. Eine vorherige Warnung sei nicht von allen befolgt worden, teilte das Außenministerium in Moskau am Samstag mit. Damit sei jeder, der bleibe, einer „tödlichen Gefahr“ durch „massive russische Vergeltungsschläge“ ausgesetzt.
Moldau meldet Einschläge von russischen DrohnenRussische Drohnen sind nach offiziellen Angaben auf moldauischem Staatsgebiet eingeschlagen. „Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter Banderol-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind auf unserem Boden explodiert“, schrieb die moldauische Präsidentin Maia Sandu auf der Plattform X. Nach Armeeangaben waren Explosionen in Ortschaften im südöstlichen Teil Moldaus zu hören. Zu möglichen Opfern oder Schäden gab es keine Angaben. Im angrenzenden südukrainischen Odessa gab es zu den genannten Zeiten allerdings keinen Luftalarm.Moldau hat mittlerweile den russischen Botschafter einbestellt. Das Außenministerium habe Moskau aufgefordert, derartige Vorfälle zu verhindern, hieß es in einer Mitteilung. Präsidentin Sandu erklärte, die Vorfälle zeigten, dass der Krieg Russlands in der Ukraine „Moldau erreicht“. „Moskau bringt in ganz Europa Menschenleben in Gefahr und muss gestoppt werden“, erklärte sie.
Russland greift auch zweite Dnipro-Brücke in Kiew anRussland hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch die Nordbrücke über den Dnipro mit Jetdrohnen attackiert. Nach offiziellen Angaben wurde die Brücke am frühen Samstagmorgen getroffen. Beschädigt wurden demnach die Fahrbahn und die Oberleitung der Trolleybusse. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Brücke sei nun für den Verkehr gesperrt. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.Am Donnerstag und Freitag traf Russland bei seinen Angriffen mit Jetdrohnen die Kiewer Südbrücke über den Dnipro. Dabei wurden neben der Fahrbahn für Autos auch der U-Bahn-Bereich und ein Brückenpfeiler beschädigt. Nach ukrainischen Berichten ist die Südbrücke weiterhin gesperrt. Viele Einwohner der ukrainischen Hauptstadt leben östlich des Flusses und pendeln zur Arbeit auf die Westseite. Auch am Samstag kam es nach dem Angriff auf die Nordbrücke zu Staus.Russland setzt in seinen Angriffen auf die Ukraine immer stärker auf Jetdrohnen. Modelle des Typus „Geran 4“ und „Geran 5“ erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 500 Stundenkilometern. Sie sind damit deutlich schneller als propellerbetriebene Drohnen. Der ukrainischen Flugabwehr gelingt ein Abschuss in vielen Fällen nicht. Früher konnte die Ukraine 90 Prozent der russischen Drohnen abfangen, im September waren es nur noch 55 Prozent.Warum Russland in seinem Krieg nun besonders die ukrainischen Großstädte ins Visier nimmt, lesen Sie hier:
Kallas spricht mit Leo XIV. über den UkrainekriegDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ist am Freitag zu einem Gespräch mit Papst Leo XIV. in Rom zusammengekommen. Themen waren laut Kallas der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Lage im Nahen Osten und dringende humanitäre Bedürfnisse sowie die Gefahren einer gesellschaftlichen Polarisierung und der Künstlichen Intelligenz.Wie Kallas weiter über den Online-Dienst Bluesky mitteilte, dankte sie dem Papst für dessen Eintreten für internationales Recht, Multilateralismus und seine „klare Stimme zur Verteidigung der Menschenwürde“.Leo XIV. hatte am Montag bei einem Besuch im französischen Metz für ein geeintes und friedliches Europa geworben und zugleich vor einem Verfall der regelbasierten internationalen Ordnung gewarnt. Europa könne dieser Abwärtsspirale ein Ende setzen, sagte der Papst. Dabei hob er den Pluralismus innerhalb der EU hervor und nannte Völkerrecht und Multilateralismus als geeignete Mittel, um Konflikte aus Vormachtstreben zu unterbinden.