FAZ 16.09.2026
01:47 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit im Irankrieg ein


Pentagon spricht von „strategischen Bestandslücken“ +++ Irans Außenminister macht sich über US-Verluste lustig +++ USA bestätigen Militärtreffen in Deutschland +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit im Irankrieg ein

Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka abDie saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört. Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „schändliche Tat“. Ein Huthi-Vertreter wies den Vorwurf zurück. „Die Behauptung, Mekka sei das Ziel gewesen, ist eine abgedroschene Lüge, die schon früher verbreitet wurde und inzwischen niemanden mehr täuscht“, schrieb Hesam al-Assad auf X. Bereits am Dienstag hatten die Behörden in der Pilgerstadt eine Warnung ausgegeben. Die Menschen sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Es war das erste Mal seit der neuen Eskalation des Konflikts mit der Huthi-Miliz, dass in Mekka Alarm ausgelöst wurde. Al-Maliki zufolge war die versuchte Drohnen-Attacke der erste Huthi-Angriff auf die für Muslime heilige Stadt seit 2017. Damals hatte die Miliz demnach versucht, Mekka mit einer ballistischen Rakete anzugreifen.

USA wollen Israel offenbar Zehntausende schwere Bomben liefernDie Regierung von US-Präsident Donald Trump will Israel Zehntausende tonnenschwere Bomben im Milliardenwert liefern. Wie die „Washington Post“ und die „New York Times“ unter Berufung auf einen US-Beamten berichten, umfasst der 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) schwere Deal 40.000 Ein-Tonnen-Bomben. Israel hatte mit dem Einsatz solcher Bomben im Gazastreifen und im Libanon international Empörung ausgelöst, da aufgrund der gewaltigen Explosionskraft und des großen Zerstörungsradius viele Zivilisten getötet wurden.

US-Repräsentantenhaus stimmt abermals gegen IrankriegDas US-Repräsentantenhaus hat Präsident Donald Trump abermals zum Abzug des Militärs aus Kampfhandlungen mit Iran aufgefordert. Für eine entsprechende Resolution stimmten in der Parlamentskammer 220 Abgeordnete aus beiden Parteien, 204 stimmten dagegen. Die Abstimmung hat keine unmittelbare Konsequenz für den US-Kurs gegenüber Iran. Vielmehr ist die Resolution vor allem ein Versuch, den politischen Druck auf Trump hochzuhalten – zumal in weniger als zwei Monaten die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.Es ist nicht die erste Resolution, die im Kongress im Kontext des Irankriegs verabschiedet wurde. Die aktuelle war von demokratischer Seite eingebracht worden. Ausgenommen vom Abzug sind in der Resolution diejenigen Teile der Streitkräfte, die möglicherweise erforderlich sind, um die Vereinigten Staaten oder Verbündete gegen Angriffe zu verteidigen.

US-Regierung rät von Reisen nach Saudi-Arabien abDie US-Regierung rät ihren Staatsbürgern von Reisen nach Saudi-Arabien ab. Mögliche Reisepläne sollten überprüft werden, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Grund sei das „Risiko von Angriffen iranischer Drohnen und Raketen“ auf amerikanische Einrichtungen in dem verbündeten Königreich, bewaffnete Konflikte sowie die Gefahr von Terroranschlägen. Damit galt für das ganze Land die zweithöchste Warnstufe. Für Gebiete nahe der jemenitischen Grenze gelte die höchste Warnstufe, also eine Reisewarnung, hieß es. Hintergrund sind die jüngsten Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Nachbarland.

Irans Außenminister macht sich über US-Verluste lustigDer Munitionsmangel des US-Militärs und die Verluste im Krieg gegen Iran sind von der Führung in Teheran mit reichlich Spott quittiert worden. Hunderte US-Militärstützpunkte in der Region seien „in Stücke geschossen“ worden, Dutzende US-Flugzeuge verbrannt, höhnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform x. Er bezog sich dabei auf Angaben des US-Verteidigungsministeriums. Die Behauptung, Iran sei wehrlos, sei nichts als „Fiktion“, schrieb Araghtschi.Zuvor hatte das US-Militär in einem Bericht an das Parlament in Washington eingeräumt, dass iranische Angriffe „Hunderte Gebäude und Strukturen“ auf US-Militärstützpunkten in den verbündeten Staaten Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Staaten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien beschädigt oder zerstört hätten. Zudem seien im Verlauf des Krieges Dutzende Kampfjets und andere Flugzeuge des US-Militärs zerstört oder beschädigt worden, hieß es. Das sei „nur die Spitze des Eisberges“, höhnte Araghtschi.

Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka abDie saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört. Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „schändliche Tat“. Bereits am Dienstag hatten die Behörden in der Pilgerstadt eine Warnung ausgegeben. Die Menschen sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Es war das erste Mal seit der neuen Eskalation des Konflikts mit der Huthi-Miliz, dass in Mekka Alarm ausgelöst wurde. 

Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im GazastreifenDas israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet. Der Chef der Hamas-Brigade von Rafah, Nayal Abu Obeid, sei eine „Schlüsselfigur in der Führungsebene der Hamas“ gewesen, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. Er sei unter anderem für die Aktivitäten der Brigade und Terroranschläge verantwortlich gewesen. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.An dem Einsatz seien neben den Streitkräften auch der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beteiligt gewesen, schrieb Verteidigungsminister Israel Katz am Abend auf der Plattform X. Das Portal „Ynet“ berichtete, der Kommandeur sei am Nachmittag bei einem Drohnenangriff getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, bei israelischen Luftangriffen im Zeltlager im Gebiet Al-Mawasi im Süden des Küstenstreifens seien zwei Menschen, darunter ein achtjähriges Kind, getötet worden. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb unklar, ob es sich bei dem Vorfall um den gleichen Angriff handelte, bei dem der Brigade-Kommandeur getötet wurde. 

USA bestätigen hochrangiges Militärtreffen in DeutschlandDas US-Militär hat vergangene Woche hochrangige Militärvertreter von acht Nationen zu einer Konferenz in Deutschland empfangen. „Die Teilnehmer sprachen über Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten“, teilte ein US-Regierungsbeamter auf Anfrage mit. Weitere Details etwa über den Umfang und den Ort des Treffens waren zunächst unklar.Zuvor hatte das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf israelische Quellen berichtet, dass sich hochrangige Militärkommandeure der USA, Israels und mehrerer arabischer Länder in Deutschland getroffen hätten, um über den Irankrieg und die anhaltenden Spannungen in der Region zu sprechen. Der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, habe dabei beteuert, dass das US-Militär seine Truppen trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte nicht aus dem Nahen Osten abziehen werde. Cooper habe demnach zu dem privaten Treffen eingeladen. Neben ihm hätten die Generalstabschefs Israels, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Kuwaits, Katars, Jordaniens und Ägyptens teilgenommen.

US-Energieminister: Saudische Pipeline wohl bald wieder in BetriebDer Ölfluss durch die wichtige saudi-arabische Ost-West-Pipeline soll nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright in wenigen Tagen wieder ⁠anlaufen. Die Reparaturen dürften einige Tage in Anspruch nehmen, sagte Wright am Rande eines G20-Energietreffens in Houston dem Sender CNBC. Saudi-Arabien hatte die Pipeline nach Angriffen von mit Iran verbündeten Gruppen vorübergehend geschlossen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen machten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters jedoch unterschiedliche Angaben ‌über die Dauer des Ausfalls. Während eine Person von einer Reparaturzeit von fünf bis sechs Wochen spricht, heißt es von einer anderen, die Pipeline könne den Betrieb während der Arbeiten teilweise wieder aufnehmen. Durch die 1200 Kilometer lange Leitung fließen ‌normalerweise vier bis fünf Millionen Barrel pro ‌Tag.

Vor dem Hintergrund des jüngsten Vorstoßes der Huthi-Rebellen im Jemen kommen die Staaten des UN-Sicherheitsrats in New York zu einer Dringlichkeitssitzung über die Situation an der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab zusammen. Das Treffen sei von Bahrain, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland und Großbritannien angefragt worden und solle um 21.00 Uhr MESZ beginnen, hieß es von der britischen UN-Mission in New York. Zusätzlich zu den 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums sollen auch Vertreter des Jemen und Saudi-Arabiens an dem Treffen teilnehmen.Qatar warnte am Dienstag vor „katastrophalen“ Folgen, sollte die Meerenge Bab al-Mandab für die Schifffahrt geschlossen werden. „Die Welt leidet schon genug durch die Schließung der Straße von Hormus, deshalb können wir es uns nicht leisten, auch noch Bab al-Mandab mit in diese Gleichung aufzunehmen“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Doha vor Journalisten. Die Huthi haben seit Ende vergangener Woche mehrere strategisch wichtige Positionen an der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Welche militärischen Möglichkeiten sich den Rebellen dadurch eröffnen, lesen Sie hier: 

Revolutionsgarden: Öltanker in Straße von Hormus explodiertIn der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker „El Gaia“ sei auf der von Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarden zurück. „El Gaia“ sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans abermals mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

Druck auf Iran: USA sanktionieren zweitgrößte Bank RusslandsDie USA verhängen im Rahmen ihres verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran Sanktionen gegen die zweitgrößte Bank Russlands. Die VTB Bank habe Iran dabei geholfen, Sanktionen zu umgehen und Terrorismus zu finanzieren, begründete der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, den Schritt auf der Plattform X. Sie habe Niederlassungen in Iran eröffnet, Beziehungen zu sanktionierten iranischen Banken gepflegt und iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe transferiert, so der Vorwurf. Die VTB (Wneschtorgbank) ist nach der Sberbank die zweitgrößte Bank Russlands. Die 1990 gegründete Außenhandelsbank befindet sich mehrheitlich im Staatsbesitz. Durch die US-Maßnahmen werden sämtliche Vermögenswerte der VTB in den Vereinigten Staaten gesperrt und Geschäfte mit den sanktionierten Unternehmen untersagt. 

Österreich verweigert Irans Atomchef Visum auf US-DruckDer Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, ist an der Teilnahme an der Generalversammlung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien gehindert worden. Aus dem österreichischen Außenministerium hieß es dazu, man habe Elsami aufgrund einer geltenden UN-Reisesperre die Einreise verwehren müssen. Ein Antrag Wiens bei den Vereinten Nationen, für Eslamis Teilnahme an der IAEA-Veranstaltung eine Ausnahme von der Reisesperre zu gewähren, habe der zuständige Ausschuss des UN-Sicherheitsrats „mangels Konsenses“ abgelehnt. Österreich ist als Sitzstaat der IAEA grundsätzlich verpflichtet, Vertretern der IAEA-Mitgliedstaaten die Einreise für Tätigkeiten bei der Organisation zu ermöglichen. Allerdings ist das Land völkerrechtlich auch an die UN-Sanktionen gegen Iran gebunden. Die Regierung in Teheran sprach von „Druck der USA“ und bestellte den österreichischen Botschafter ein.  In Wien bestätigte der amerikanische IAEA-Botschafter Preston Wells Griffith, dass Washington hinter dem Schritt stehe. Seine Regierung könne Teheran die Reise wegen der mangelnden Zusammenarbeit mit den IAEA-Inspekteuren nicht erlauben, wurde Griffith zitiert. „Seine Teilnahme hätte nur dazu geführt, dass Iran die IAEA als Propagandabühne benutzt.“ 

China weist amerikanischen Medienbericht über Weitergabe von Satellitenbildern an Iran zurückChina hat einen amerikanischen Medienbericht zurückgewiesen, wonach chinesische Unternehmen Iran mit Satellitenbildern einer Militärbasis in Jordanien versorgt haben sollen. „Wir weisen unbegründete Verdächtigungen und Anschuldigungen ohne Beweise entschieden zurück“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Montag vor Journalisten.Die Zeitung „Wall Street Journal“ (WSJ) hatte am Wochenende unter Berufung auf US-Regierungskreise über eine angebliche Informationsweitergabe Pekings vor und nach dem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffak Salti in Jordanien am 17. Juli berichtet, bei dem drei US-Soldaten getötet worden waren. Die in dem Bericht zitierten Beamten nannten keine Namen der beteiligten chinesischen Unternehmen; auch legten sie keine direkte Verantwortung Pekings nahe. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte den Bericht mit den Worten kommentiert: „Wenn man sagt, dass China uns ausspioniert, dann sage ich: Da haben Sie recht, und wir spionieren sie auch aus.“ An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One sagte er am Sonntag vor Journalisten: „Das ist es, was wir tun. Sie machen im Grunde das Gleiche wie wir.“