FAZ 17.03.2026
10:48 Uhr

Liveblog Irankrieg: Israel: Wichtiger iranischer Funktionär Laridschani getötet


Verteidigungsminister Katz: Luftschlag in der Nacht +++ Merz kritisiert Trumps Kurs scharf +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Israel: Wichtiger iranischer Funktionär Laridschani getötet

China kommt eine Verlegung des Trump-Besuchs entgegenNach Donald Trumps kriegsbedingter Verschiebung seines für Ende März geplanten Peking-Besuchs hat das chinesische Außenministerium am Dienstag mitgeteilt, man stehe „über den Zeitpunkt von Trumps Besuch in China in Kontakt“.Eine Verschiebung dürfte auch Peking gelegen kommen, dessen Vertreter sich zuletzt über inhaltlich unzureichende Vorbereitung in Washington auf den Staatsbesuch beklagt hatte. Zudem sähe sich Staatschef Xi Jinping gegenüber Trump jetzt nicht gezwungen, sich im Beisein Trumps zum Irankrieg zu äußern und öffentlich Position zu beziehen. Anders als beim Krieg im vergangenen Jahr hat sich Xi bislang nicht zum israelisch-amerikanischen Angriff geäußert.Eine Dringlichkeit, selbst aktiv am Golf einzugreifen, wie von Trump online gefordert, sieht China ohnehin nicht. Trump hatte China und andere Staaten online aufgefordert, selbst Kriegsschiffe in den Golf von Hormus zu entsenden. „Die Ursache der Spannungen in der Straße von Hormus ist nicht ein Mangel an Kriegsschiffen, sondern ein andauernder Krieg“, schrieb die chinesische Parteizeitung „Global Times“ und fragte: „Geht es hier wirklich um ‚gemeinsame Verantwortung‘ – oder geht es darum, das Risiko eines Krieges zu teilen, den Washington begonnen hat und nicht beenden kann?“Zwar leiden auch Chinas Nahost-Energieimporte unter dem Krieg. Doch ist Trumps Vorgehen für die Chinesen auch eine neuerliche Gelegenheit, den Kontrast zu betonen zwischen Pekings Aufrufen zur Deeskalation und Trumps Ankündigungen, etwa „zum Spaß“ weitere Angriffe auf Iran zu fliegen. Zudem hat Iran bereits angekündigt, Handelsschiffe auf dem Weg in sein Partnerland China von Angriffen zu verschonen.Einen offenen Konflikt mit Trump will Staatschef Xi Jinping vermeiden, um die Wirtschaftsbeziehungen beider Seiten zu stabilisieren. So kommt eine Verschiebung des Staatsbesuchs besser an als eine Absage. Während die strategisch-politischen Gespräche zwischen beiden Mächten stocken, führen Washington und Peking gerade Handelsgespräche in Paris. 

Weltschifffahrtsorganisation bezweifelt militärische Lösung für Handel über Straße von Hormus Militärische Eskorten zum Schutz von Tankschiffen in der Straße von Hormus sind nach Ansicht der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) keine nachhaltige Lösung. „Es verringert das Risiko, aber das Risiko besteht weiterhin“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez der „Financial Times“. Ein militärischer Einsatz sei „keine langfristige oder nachhaltige Lösung.“Dominguez äußerte sich auch besorgt über die Schiffsbesatzungen, die im Persischen Golf feststecken. „Die Lage ist besorgniserregend, insbesondere weil Schiffe derzeit nicht in der Lage sind, sich in der Straße von Hormus oder in der Golfregion frei zu bewegen. Auch der Zugang zu Häfen ist eingeschränkt, da Hafenanlagen ins Visier genommen werden“, sagte der Chef der UN-Organisation. Irgendwann würden an Bord auch Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff knapp werden.

Israel greift Teheran an – Qatar fängt Rakete ab – Angriffe in BagdadDie israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Wellen neuer Angriffe auf Ziele in Iran und Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der von Iran unterstützten Hizbullah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf X. Iran wiederum griff in der Nacht abermals Ziele in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien an.  Das Militär in Qatar wehrte am Morgen einen Raketenangriff ab, gab das Verteidigungsministerium auf X bekannt. Trümmerteile einer Rakete lösten laut Innenministerium in einem Industriegebiet einen Brand aus. Die Emirate schlossen kurzzeitig ihren Luftraum. Behörden in Dubai erklärten, bei Lärm handle es sich um Abfangeinsätze der Luftabwehr. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, im Osten des Landes seien Drohnen abgefangen worden. In Iraks Hauptstadt Bagdad wurde unter anderem die US-Botschaft mit Drohnen und Raketen angegriffen. Mindestens eine Drohne sei in der Botschaft abgestürzt, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise. Ein Angriff mit vier Raketen sei abgewehrt worden. Bei einem weiteren Angriff auf ein Haus wurden Sicherheitskreisen zufolge vier Menschen getötet. Bei mindestens zweien davon handle es sich um „iranische Berater“ von Gruppen, die von Teheran unterstützt werden, will AFP erfahren haben. Auch ein Hotel, das wie die Botschaft in Bagdads streng gesicherter „Grünen Zone“ liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. In Israel ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben. 

Hizbullah meldet Angriffe auf israelische Truppen in Südlibanon Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam in Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hizbullah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war. 

Irans Außenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandten  Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghtschi erklärte auf X: „Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen Iran zunichte zu machen.“ Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen.Zuvor hatte das Portal „Axios“ unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghtschi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging. 

Meloni zeigt sich zurückhaltend zu Einsatz in Straße von Hormus Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich zurückhaltend zu einer militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der umkämpften Straße von Hormus geäußert. Die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel sei zwar von grundlegender Bedeutung, sagte Meloni im italienischen Fernsehen. Ein Eingreifen bedeute aber objektiv, einen Schritt in Richtung einer stärkeren Beteiligung in den Krieg zu machen. 

Rund 200 US-Soldaten in sieben Ländern im Irankrieg verwundet Im Irankrieg sind nach Angaben der US-Armee bisher rund 200 Soldatinnen und Soldaten verwundet worden. Es habe zehn Schwerverletzte gegeben, teilte der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, am Montag mit. Der Großteil der Verletzungen sei aber leicht gewesen. Mehr als 180 Soldaten hätten den Dienst bereits wieder aufgenommen.Die Einsatzkräfte seien in sieben Ländern der Region verletzt worden, sagte Hawkins weiter. Dabei handele es sich um Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach vorherigen Angaben kamen im Irankrieg zudem 13 Soldatinnen und Soldaten ums Leben. 

Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten Nach ablehnenden Reaktionen auf seine Forderung nach einem NATO-Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump eine mangelnde Hilfsbereitschaft von Verbündeten im Irankrieg beklagt. Einige der Verbündeten hätten „nicht besonders begeistert“ auf seine Forderung reagiert, konstatierte Trump am Montag. „Seit 40 Jahren beschützen wir Euch, und Ihr wollt Euch nicht beteiligen“, sagte er an deren Adresse. 

Drohnenangriff löst Feuer auf wichtigem Ölfeld der Emirate ausEin Drohnenangriff hat am Montag ein Feuer auf einem wichtigen Ölfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Die Behörden in Abu Dhabi teilten mit, die Löscharbeiten auf dem Ölfeld Schah dauerten weiter an. Angaben zu Verletzten machten sie nicht. Das Schah-Ölfeld liegt 230 Kilometer südlich der Stadt Abu Dhabi und fördert nach Angaben des staatlichen Energiekonzerns Adnoc pro Tag rund 70.000 Barrel Rohöl. 

Fünf westliche Staaten rufen Israel zu Verzicht auf große Bodenoffensive in Libanon auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada warnen vor einer großangelegten israelischen Bodenoffensive in Libanon.

Raketentrümmer fallen auf heilige Stätten in Jerusalem In der Jerusalemer Altstadt gehen Trümmerteile iranischer Raketen und israelischer Abfangsysteme nieder. Betroffen ist nach Polizeiangaben auch die Umgebung der Grabeskirche, die Christen als Stätte der Kreuzigung und des Grabes Jesu betrachten. Auch auf dem Tempelberg, der Juden und Muslimen als heiliger Ort gilt, werden Fragmente gefunden. Fotos der Polizei zeigen ein großes Metallteil auf einem Dach nahe der Kirche und Trümmer auf dem Platz vor dem Felsendom. Berichte über Verletzte oder größere Schäden liegen nicht vor. 

Steinmeier fordert rasches Ende des Irankriegs  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ein rasches Ende des Irankriegs gefordert und vor einer drohenden Ausweitung des Konflikts gewarnt. Zugleich betonte er, dass dieser Krieg „auf zweifelhafter völkerrechtlicher Grundlage begonnen worden ist“. Er halte die militärische Auseinandersetzung auch politisch für verhängnisvoll.„Und ebenso verhängnisvoll wäre eine weitere Ausweitung des Krieges, wofür wir ja in den letzten Tagen viele Anzeichen gesehen haben“, sagte Steinmeier in Panama-Stadt, der ersten Station seiner fünftägigen Lateinamerika-Reise. Nach den vorliegenden Informationen habe Iran sehr weitreichende Möglichkeiten, die Straße von Hormus sehr langfristig mit militärisch niedrigschwelligen Mitteln zu stören.„Wir sollten also möglichst bald zu einem Ende der Kampfhandlungen kommen und vor allen Dingen bei allen Beteiligten darauf hinwirken“, sagte Steinmeier. Er erinnerte daran, dass er als Außenminister daran mitgearbeitet habe, die Bedrohung aus Iran auf politischem Weg aus der Welt zu schaffen. Das sei mit dem Atomabkommen von 2015 gelungen gewesen. „Und dann hat Präsident (Donald) Trump dieses Abkommen in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt.“ 

Laut Trump wünscht sich früherer US-Präsident, er wäre damals gegen Iran vorgegangenLaut dem amerikanischen Präsidenten wünschte sich einer seiner Vorgänger rückblickend, er hätte damals Maßnahmen gegen den Iran ergriffen. Trump sagte, er habe mit einem früheren Präsidenten gesprochen, „den ich mag“, und der hätte sich entsprechend geäußert. „Aber sie haben es nicht getan. Ich tue es“, sagte Trump weiter. Er wolle denjenigen nicht in Verlegenheit bringen. Das wäre „sehr schlecht für seine Karriere, auch wenn er gar keine Karriere hat“. Die vier noch lebenden früheren Präsidenten sind Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama und Joe Biden. Über Clinton, Obama und Biden äußert sich Trump regelmäßig abfällig.

Trump: Wir wissen nicht, wer Iran anführtLaut Trump wissen die Vereinigten Staaten nicht, wer Iran dieser Tage führt. „Wir wissen nicht, wer ihr Anführer ist.“ Es gebe Leute, die verhandeln wollten, aber man habe „keine Ahnung, wer sie sind“. Trump sagte am Montag, niemand wisse, ob der offiziell als neuer Oberster Führer benannte Mojtaba Khamenei, Sohn des getöteten Ayatollahs Ali Khamenei, „tot ist oder nicht“, weil niemand ihn zu Gesicht bekommen habe. Einige sagten, er habe ein Bein verloren und sei schwer verletzt, andere sagten, er sei tot. „Niemand sagt, er ist hundert Prozent gesund“, sagte Trump. Verteidigungsminister Pete Hegsetzh hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, Mojtaba Khamenei sei verletzt und wahrscheinlich entstellt worden.