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05.06.2026
15:37 Uhr
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Teheran: Zwei Zerstörer aus dem Arabischen Meer zurückgedrängt +++ Kleine Fortschritte bei Verhandlungen mit Israel +++ Hizbullah-Chef bezeichnet Gespräche als „schamlos“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Paris ermittelt zu Gewalt gegen Gaza-AktivistenFrankreichs Antiterror-Staatsanwaltschaft hat wegen des umstrittenen Vorgehens Israels gegen Gaza-Aktivisten ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Folter und Kriegsverbrechen eingeleitet. Die Ermittlungen seien der Zentralstelle zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit übertragen worden, teilte die Antiterror-Staatsanwaltschaft in Paris mit. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte die Justiz eingeschaltet, nachdem der französische Generalkonsul in der Türkei von sexueller Gewalt, Schlägen und Erniedrigung französischer Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte gesprochen hatte. Israel bestreitet die Vorwürfe von körperlicher und sexualisierter Gewalt.Israel hatte Mitte Mai eine aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“. Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das festgenommene Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigte, hatte anschließend internationale Empörung ausgelöst.
Libanons Präsident warnt Iran: „Es ist nicht euer Land“Libanons Präsident Joseph Aoun hat Iran vorgeworfen, sein Land als Druckmittel im Konflikt mit den USA und Israel zu missbrauchen. „Sie benutzen Libanon als Verhandlungsmasse in ihren Gesprächen mit den USA“, sagte Aoun in einem CNN-Interview. Das sei „inakzeptabel“. Er forderte Teheran auf, sich nicht länger in die inneren Angelegenheiten Libanons einzumischen. Die Interessen Libanons stimmten nicht mit denen Irans überein. An die iranische Revolutionsgarde gerichtet erklärte er: „Es ist nicht euer Land, es ist unser Land.“ Der Chef der von Iran unterstützen Hizbullah-Miliz, Naim Kassim, repräsentiere nicht das libanesische Volk, wurde Aoun zitiert. CNN veröffentlichte zunächst nur Ausschnitte des Interviews. Nach Angaben des Präsidentschaftspalasts in Beirut soll das gesamte Interview am Montag ausgestrahlt werden.Aoun äußerte sich vor dem Hintergrund eines neuen Anlaufs zur Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und Libanon. Die Einigung sei nach schwierigen Verhandlungen erzielt worden und könne den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen, sagte er.
Auswärtiges Amt rät vor Reisen nach Kuwait und Bahrain abDas Auswärtige Amt rät von Reisen nach Kuwait und Bahrain ab. Für Kuwait spricht das Außenministerium eine Reisewarnung aus. Von Reisen nach Bahrain werde dringend abgeraten, teilte das Ministerium mit. „Die Sicherheitslage in der Region bleibt höchst volatil; eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage in der Region einschließlich erheblicher Einschränkungen des Flugverkehrs kann nicht ausgeschlossen werden.“ Dabei verweist das Ministerium auf Luftschläge aus Iran am 3. Juni, bei denen ein Militärstützpunkt der USA in Bahrain attackiert und der internationale Flughafen in Kuwait beschädigt wurde.
Trotz Waffenruhe-Vereinbarung erneut Kämpfe im Libanon Ungeachtet der zwischen Israel und Libanon vereinbarten Waffenruhe geht der Konflikt zwischen der Hizbullah-Miliz und Israel weiter. Bei einem erneuten Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden Libanons stationierten Truppen wurde ein israelischer Soldat getötet, wie die Armee am Donnerstagabend mitteilte. Die Hizbullah hatte kurz zuvor die in der Nacht zum Donnerstag in Washington zwischen Libanon und Israel vereinbarten Bedingungen für eine Waffenruhe abgelehnt. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hizbullah. Nach dem tödlichen Hizbullah-Angriff bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Miliz. In der Nacht gab die Hizbullah einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Von Israels Armee gab es dazu zunächst keine Mitteilung.
Libanon: Israelische Armee zieht sich aus Grenzort zurück Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe hat sich die israelische Armee nach libanesischen Angaben aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigten, dass sie in die Stadt eingerückt seien, nachdem das israelische Militär abgezogen sei. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.Die libanesischen Streitkräfte haben demnach vor Ort von den Israelis errichtete Barrieren beseitigt. Spezialisierte Teams führten weiterhin Erkundungen rund um den Ort aus und räumten im Gebiet zurückgelassene Blindgänger. Die Armee rief die Bevölkerung auf, das Gebiet nicht zu betreten und den Anweisungen des Militärs Folge zu leisten, bis der Einsatz abgeschlossen ist.
Atomenergiebehörde fordert Zugang zu iranischen NuklearanlagenDie Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fordert unverzüglich Zugang zu mehr als einem Dutzend Nuklearanlagen in Iran. Teheran habe in den vergangenen Monaten nur die Inspektion einer einzigen Nuklearanlage zugelassen, wie IAEA-Chef Rafael Grossi in einem Bericht festhielt. Weitere Überprüfungen des Atomprogramms seien „unabdingbar“, so Grossi.Die IAEA seit derzeit nicht in der Lage zu überprüfen, ob Iran sein Programm zur Urananreicherung eingestellt habe, und wie viel angereichertes Uran derzeit in der Islamischen Republik vorhanden sei, hieß es in dem nicht öffentlichen Dokument der IAEA in Wien, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Die mangelnde durchgehende Kenntnis der Uranbestände ist aus IAEA-Sicht ein Problem, das „mit allerhöchster Dringlichkeit“ gelöst werden müsse, wie Grossi schrieb.
Trump bezeichnet Abstimmung im Repräsentantenhaus als „unpatriotisch“ US-Präsident Donald Trump hat die Abstimmung im Repräsentantenhaus für eine sogenannte Kriegsbefugnis-Resolution als „unpatriotisch“ bezeichnet und kritisiert, das Votum behindere die Verhandlungen mit Teheran. Die Abstimmung habe „mitten in meinen abschließenden Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit der Islamischen Republik Iran“ stattgefunden, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social am Donnerstag. „Wer tut so etwas Unpatriotisches? Sie wissen doch, wie der Stand der Verhandlungen ist“, fügte der US-Präsident hinzu. Mit der sogenannten Kriegsbefugnis-Resolution (War Powers Resolution) wollen die oppositionellen Demokraten Trump Grenzen setzen. Im US-Repräsentantenhaus stimmten am Mittwoch auch vier Abgeordnete aus Trumps republikanischer Partei mit den Demokraten. Die Resolution ist ein klarer Ausdruck für den Unmut im Kongress darüber, dass Trump den Militäreinsatz gegen Iran Ende Februar ohne parlamentarische Zustimmung begonnen hatte. Damit die Resolution in Kraft tritt, müsste allerdings auch noch der Senat zustimmen.
Hizbullah lehnt Ergebnis der Gespräche zwischen Libanon und Israel abDer Anführer der Hizbullah, Naim Qassem, hat in einer Ansprache die Verhandlungen mit Israel als „schamlos“ bezeichnet. Der Chef der schiitischen Miliz sagte, er lehne das Ergebnis der direkten Gespräche zwischen Libanon und Israel ab. Die Ankündigung Washingtons sei „ein Fahrplan zur Vernichtung eines Teils des libanesischen Volkes“. Das Waffenstillstandsabkommen zwischen beiden Staaten käme einer „Kapitulation und Niederlage“ gleich. Qassem forderte, dass ein Waffenstillstand ganz Libanon umfassen müsse und Israel aus dem Süden des Landes seine Truppen abziehen solle.
Video soll Drohnenangriff in Kuwait belegenDie kuwaitische Behörde für zivile Luftfahrt hat Videoaufnahmen veröffentlicht, die laut ihren Angaben den „brutalen“ iranischen Drohnenangriff auf das Terminal 1 des internationalen Flughafens vom Mittwoch zeigen. Die iranischen Revolutionswächter haben bestritten, hinter der Attacke zu stecken, bei der laut Behördenangaben am Mittwoch eine Person getötet und mehr als 60 weitere Personen verletzt wurden. Sie behaupteten, es habe sich um eine Fehlfunktion eines amerikanischen Raketenabwehrsystems gehandelt. Das veröffentlichte Video zeigt indes den Einschlag eines Flugobjektes, der wie eine Drohne aussieht und direkt ins Ziel steuert. Das Regime in Teheran hatte laut kuwaitischen Angaben am Mittwoch etwa 30 Flugkörper auf die arabische Golfmonarchie abgefeuert. Einwohner berichteten laut Agenturberichten, der Beschuss sei so heftig wie zur Anfangszeit des Irankrieges gewesen. Die kuwaitische Führung wies die iranische Botschaft nach dem Angriff an, die Zahl ihrer Diplomaten zu verringern, und gab zwei Botschaftsmitarbeitern 24 Stunden, um das Land zu verlassen.
Unifil-Soldat stirbt nach Angriff in SüdlibanonEin Soldat der UN-Friedensmission Unifil in Libanon ist nach UN-Angaben bei einem Mörserangriff in Südlibanon gestorben. Der Soldat sei in den frühen Morgenstunden seinen Verletzungen erlegen, nachdem er zunächst in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen worden war. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge am späten Mittwochabend in der Nähe des Orts Mardsch Ujun. Zwei weitere Blauhelme seien ebenfalls verletzt worden, hieß es.Unifil machte zunächst keine Angaben dazu, von welcher Seite aus der Angriff kam. Man habe eine Untersuchung zur Klärung des genauen Hergangs eingeleitet. Nach Angaben der Beobachtermission sei in Südlibanon zuletzt eine „zunehmend hohe Zahl“ an Einschlägen registriert worden. Die Gewalt müsse beendet werden, forderte Unifil.
Libanesischer Präsident spricht von einer „letzten Chance“ Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach am Donnerstag von einer „letzten Chance“ in „schwierigen Verhandlungen“. Diese haben zumindest kleine Fortschritte gemacht: Die Unterhändler der israelischen und der libanesischen Regierung einigten sich während ihrer Gespräche in Washington unter amerikanischer Vermittlung auf konkrete Schritte, um die bewaffnete Konfrontation zwischen Israel und der von Iran gelenkten Schiitenmiliz Hizbullah zu beenden und eine belastbare Waffenruhe zu verwirklichen.Laut einer gemeinsamen Erklärung sollen unter amerikanischer Federführung „Pilotzonen“ eingerichtet werden, in denen die libanesischen Streitkräfte die alleinige Kontrolle haben. Alle nicht staatlichen Akteure sollen aus diesen Gebieten ausgeschlossen werden. Ein Vorstoß solcher Art, der eine schrittweise Kontrollübernahme des libanesischen Staates vorsieht, wird in diplomatischen Kreisen in Beirut schon länger als sinnvoll diskutiert. Allerdings wurden damit die grundlegenden Probleme nicht ausgeräumt. Israel will seine Angriffe auf die Hizbullah nicht einstellen. Die Armee kündigte am Donnerstagmorgen an, die Militäroperationen würden fortgesetzt. Es gab auch neue Luftangriffe. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, man habe „Handlungsfreiheit“ in Südlibanon. Außerdem könne sein Land mit Billigung Washingtons Angriffe in der Hauptstadt Beirut fliegen, sollte es Angriffe auf israelisches Territorium geben. Die Hizbullah selbst ist nicht Teil der Vereinbarung. Sie soll indes als Bedingung für einen Waffenstillstand ihr Feuer vollständig einstellen und ihre Kämpfer aus dem Grenzgebiet in Gegenden nördlich des Litani-Flusses abziehen. Hizbullah-Vertreter ihrerseits haben als Bedingung gestellt, dass sich ein Waffenstillstand auf ganz Libanon erstreckt. Die Schiitenmiliz lehnt die Verhandlungen mit Israel als „Verrat“ ab und weigert sich außerdem, ihre Waffen abzugeben. Die Führung der schlecht ausgerüsteten libanesischen Streitkräfte schreckt vor einer Konfrontation mit der Hizbullah zurück. Sie hat Sorge, dass das zu einer bewaffneten Eskalation im Inneren führen könnte und die Armee auseinanderfällt. Aoun verkündete am Donnerstag dennoch, ein Waffenstillstand könne binnen 24 Stunden in die Tat umgesetzt werden.
Israel setzt seinen Bodeneinsatz in Südlibanon vorerst fort – auch nach der gestern vereinbarten „Umsetzung der Waffenrufe“. Vertriebene Libanesen können noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, teilt Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Truppen würden in der sogenannten Sicherheitszone bleiben, um die dortige terroristische Infrastruktur abzubauen. Israel behalte sich zudem das von den USA unterstützte Recht vor, als Reaktion auf Angriffe auch Ziele in Beirut anzugreifen.
Israels Polizeiminister kritisiert neuen Anlauf zu Libanon-WaffenruheDer israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat die Vereinbarung zwischen Israel und Libanon auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung einer Waffenruhe als „schweren Fehler“ kritisiert. Es handele sich um „Wunschträume von Beratern, die den Ministerpräsidenten zu falschen Entscheidungen verleiten“, schrieb er in einem Post auf der Plattform X. Tatsächlich werde die libanesische Hizbullah-Miliz durch die Vereinbarung nur stärker werden. „Statt sie zu besiegen, findet sich Israel zunehmend mit ihrer Existenz ab“, schrieb Ben-Gvir weiter. Der libanesische Staat sei ein „Partner der Hizbullah“ und nicht in der Lage, die mit Israel verfeindete Miliz aus dem Grenzgebiet zu verdrängen.
Libanon meldet Angriffe trotz WaffenruheTrotz eines neuen Anlaufs, die bisher kaum wirksame Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah umzusetzen, kommt es in Libanon weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.