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08.05.2026
22:28 Uhr
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„Kämpfe derzeit eingestellt und die Lage ruhig“ +++ Große Einschränkungen an iranischen Universitäten +++ Medien: Möglicher Ölteppich vor iranischer Insel Kharg +++ Globales Internet in Iran seit 70 Tagen gesperrt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Qatars Regierungschef fordert Wiederbelebung von VerhandlungenDer qatarische Regierungschef Mohammed bin Abdelrahman Al-Thani hat bei einem Treffen mit US-Vizepräsident J.D. Vance in Washington eine Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Irankriegs gefordert. Al-Thani habe bei dem Treffen betont, dass sich „alle Parteien an den laufenden Vermittlungsbemühungen beteiligen müssen, um den Weg zu ebnen für die Bekämpfung der Ursachen der Krise durch friedliche Mittel und Dialog“, teilte das qatarische Außenministerium am Freitag im Onlinedienst X mit.Ziel sei ein „umfassendes Abkommen, das dauerhaften Frieden in der Region gewährleistet“, sagte al-Thani dem Ministerium zufolge.
Trump erwartet „heute Abend“ iranische Antwort auf US-VorschlagUS-Präsident Donald Trump hat eigenen Angaben zufolge noch am Freitagabend (Ortszeit) mit einer Antwort Irans auf den jüngsten US-Vorschlag für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs gerechnet. „Ich erhalte angeblich heute Abend einen Brief, also werden wir sehen, wie das läuft“, sagte Trump am Freitag vor dem Weißen Haus zu Journalisten.
Große Einschränkungen an iranischen UniversitätenIm Zuge des Kriegs herrscht an iranischen Universitäten große Unsicherheit über die Zukunft. Irans Wissenschaftsminister sagte am Freitag, es sei immer noch keine Entscheidung über Vorlesungen in Präsenz gefallen. Dies gelte auch für Prüfungen. „Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen (...) und warten ab, wie sich die Lage entwickeln wird“, sagte Hussein Simaei laut der Nachrichtenagentur Tasnim am Rande einer Gedenkfeier.Die Regierung sei immer noch dabei, die im Krieg bombardierten Universitäten wiederaufzubauen. Dafür seien jedoch erhebliche finanzielle Mittel notwendig. Seit Wochen unterrichten Dozenten an iranischen Hochschulen nur online. Informierten Kreisen zufolge soll es dabei jedoch auch massive Probleme geben. Dazu kommt die Netzsperre, die Irans Bevölkerung vom weltweiten Internet abgeschnitten hat.Studentenverbände beklagten unterdessen anhaltend harte Repressionen nach den inzwischen verstummten Massenprotesten vom Januar. Die Hochschulzeitung „Amir-Kabir“ berichtete am Donnerstag etwa, einem Studenten, der an den Demonstrationen teilgenommen habe, drohe die Hinrichtung. An mehreren Universitäten seien zudem Studenten wegen mutmaßlicher Protestteilnahme exmatrikuliert worden.
Medien: Möglicher Ölteppich vor iranischer Insel KhargSatellitenbilder deuten auf einen möglichen Ölteppich von etwa 45 Quadratkilometern vor der iranischen Ölinsel Kharg im Persischen Golf hin. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf nicht näher genannte Umweltforscher, dass eine grau-weiße Schliere auf Aufnahmen der europäischen Copernicus-Satelliten vom 6. bis 8. Mai westlich der acht Kilometer langen Insel zu sehen gewesen sei. Die Verschmutzung, etwa so groß wie der Ammersee, stimme demnach vom Aussehen mit einem Ölteppich überein. Leon Moreland vom Conflict and Environment Observatory bestätigte diesen Eindruck gegenüber der „Times of Israel\". Die Ursache und die genaue Herkunft sind Moreland zufolge unbekannt. Die Bilder zeigten keine weitere, aktive Leckagen.
USA: Zwei Tanker unter iranischer Flagge angegriffenDas US-Militär hat nach eigenen Angaben wieder unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Zwei solcher Schiffe hätten versucht, einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Von einem US-Kampfflugzeug seien an diesem Freitag Schüsse auf die Schiffe abgefeuert worden, um zu verhindern, dass sie die US-Seeblockade brechen würden, hieß es. Das US-Militär verwies darauf, dass es bereits am Mittwoch einen anderen unbeladenen Öltanker, der unter iranische Flagge fuhr, außer Gefecht gesetzt habe. „Alle drei Schiffe sind nicht mehr auf dem Weg in den Iran“, hieß es. „Die US-Streitkräfte im Nahen Osten setzen sich weiterhin für die vollständige Durchsetzung der Blockade von Schiffen ein, die den Iran anlaufen oder verlassen“, betonte der Centcom-Kommandeur, Admiral Brad Cooper.
Globales Internet in Iran seit 70 Tagen gesperrtDie Iraner sind inzwischen den 70. Tag in Folge vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Die Sperre halte bereits seit 1656 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit. Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen.
Berichte über Explosionen an iranischer SüdküsteNach nächtlichen Feuergefechten am Persischen Golf haben iranische Medien erneut Explosionen an der Südküste gemeldet. Nahe der Stadt Sirik in der Provinz Hormusgan seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Mehr. Der Grund dafür war zunächst unklar, wie es in dem Bericht hieß.Zwischen den Kriegsparteien war es in der Nacht zu militärischen Spannungen gekommen. Die USA hatten Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen. Iran hatte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Unklar war, welche Kriegspartei zuerst das Feuer eröffnet hatte. Bereits am Mittwoch hatten die USA auf einen iranischen Tanker geschossen und nach eigenen Angaben dessen Ruder getroffen.
Rubio: Erwarten noch heute Antwort aus IranIn den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Irankriegs erwarten die USA nach Angaben von Außenminister Marco Rubio noch heute eine Antwort aus Teheran. Bislang habe man noch keine Rückmeldung erhalten, aber „wir sollten heute etwas erfahren“, sagte Rubio bei seinem Besuch in Italien vor Journalisten. „Wir erwarten heute irgendwann eine Antwort von ihnen“, betonte er. Er hoffe, dass es sich um ein ernsthaftes Angebot handeln werde. „Die Hoffnung ist, dass es etwas ist, das uns in einen ernsthaften Verhandlungsprozess bringen kann.“Derzeit wartet das Weiße Haus laut Medienberichten auf eine Reaktion Irans auf eine Absichtserklärung, die eine Seite lang ist und 14 Punkte enthält. Ziel ist es dabei unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden demnach auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.
Hizbullah feuert Raketen auf IsraelTrotz geltender Waffenruhe hat die Hizbullah abermals Raketen auf Nordisrael gefeuert. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil vier Tote und mehrere Verletzte bei einem israelischen Angriff im Südlibanon. Israels Armee äußerte sich dazu zunächst nicht auf Anfrage.In Nordisrael gab es am frühen Nachmittag in mehreren Orten Raketenalarm. Ein Geschoss sei abgefangen worden, weitere seien auf offenes Gelände gestürzt, teilte das israelische Militär mit. Israels Armee hatte mit dem Beschuss aus dem Nachbarland gerechnet und zuvor mitgeteilt, dass sie sich darauf vorbereite. Dem Beschuss vorausgegangen war ein israelischer Angriff in den südlichen Vororten Beiruts, bei dem der Kommandeur der Hizbullah-Eliteeinheit Radwan getötet wurde.Israels Armee teilte weiterhin mit, dass eine mit Sprengstoff beladene Drohne der von Iran unterstützten Hizbullah in Israel abgestürzt sei. Dabei seien zwei Soldaten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Die libanesische Miliz habe zudem weitere solcher Drohnen eingesetzt, die in der Nähe von israelischen Soldaten im Südlibanon explodiert seien. Auch dabei sei ein Soldat verletzt worden. Die Hizbullah habe im Laufe des Tages außerdem Mörsergranaten und Raketen auf Soldaten im Südlibanon gefeuert.Das israelische Militär forderte unterdes abermals die Bewohner mehrerer Ortschaften im Südlibanon auf, diese vor anstehenden israelischen Angriffen zu verlassen. Die Armee kündigte an, dort gegen die Hisbollah vorgehen zu wollen. Die israelische Armee darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen, soll aber „offensive“ Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Beide Kriegsparteien werfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor.
Iran baut offenbar Behörde zur Kontrolle der Straße von Hormus aufIran hat einem Medienbericht zufolge eine eigene Behörde für die Kontrolle und zur Erhebung von Mautgebühren für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufgebaut. Das Amt habe bereits ein neues Regelwerk eingeführt, das „Schiffe dazu verpflichtet, eine Durchfahrtgenehmigung einzuholen und Gebühren zu entrichten, bevor sie losfahren“, meldete das Magazin „Lloyd’s List“, das über Schifffahrt und Seehandel berichtet.In den Formularen müssten „detaillierte Aufzeichnungen über Eigentümer, Versicherung, Besatzung und die geplante Transitroute“ gemacht werden. Am Dienstag hatte bereits der iranische Sender Press TV berichtet, dass ein „System zur Ausübung der Souveränität über die Straße von Hormus“ aufgebaut worden sei.Während Schiffe die Meerenge vor Beginn des Krieges Ende Februar kostenfrei passieren konnten, hat Iran zuletzt wiederholt angekündigt, künftig Gebühren für die Durchfahrt erheben zu wollen. Mit den Einnahmen, die sich Iran mit dem Oman teilen will, sollten unter anderem Kriegsschäden bezahlt werden. Ende April hatte Teheran erste Einnahmen durch die Mautgebühren gemeldet. Unter anderem Frankreich hatte eine Erhebung von Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen als „inakzeptabel“ bezeichnet.
VAE: Drei Verletzte nach iranischem AngriffNach einem iranischen Angriff am Morgen haben die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten drei Verletzte gemeldet. Das Verteidigungsministerium fing dabei nach eigenen Angaben zwei ballistische Raketen und drei Drohnen ab, die aus Iran gestartet worden seien. Die Gesamtzahl der Verletzten sei seit Ausbruch des Irankriegs Anfang Februar damit auf 230 gestiegen. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit den Angriffen liege nach offiziellen Angaben bei insgesamt 13.Das Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte seien weiterhin vollständig einsatzbereit, um auf Bedrohungen zu reagieren. Man werde entschlossen gegen alle Gefahren vorgehen, die die Sicherheit und Stabilität des Landes beeinträchtigen könnten, hieß es.Iran hatte den Golfstaat erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor rund vier Wochen am Montag und Dienstag wieder angegriffen. Die iranischen Streitkräfte hatten ihre Angriffe als Reaktion auf eine US-Initiative zur Öffnung der blockierten Straße von Hormus bezeichnet. US-Präsident Donald Trump setzte die Initiative dann am Dienstag wieder aus.
Iran beschlagnahmt Öltanker im Golf von OmanIran hat staatlichen Medien zufolge den Öltanker „Ocean Koi“ im Golf von Oman beschlagnahmt. Das unter der Flagge von Barbados fahrende Schiff habe iranisches Öl geladen und versucht, die Ölexporte des Landes zu stören, heißt es unter Berufung auf die Armee. Das Schiff sei an die Südküste Irans umgeleitet worden. Der Grund für den Schritt im Golf von Oman war unklar, nähere Angaben wurden nicht gemacht. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte ein Video, das die „Beschlagnahmung“ des Tankers zeigen soll. Zu sehen ist, wie iranische Streitkräfte dem Schiff nachts in kleinen Booten folgen und es mithilfe einer Leiter entern, ehe es zurück in iranische Gewässer gebracht wird. Die Armee erklärte, der Tanker sei nach seiner Rückkehr in iranische Gewässer den Justizbehörden übergeben worden.Das US-Finanzministerium hatte im Februar Sanktionen gegen den unter der Flagge von Barbados fahrenden Tanker verhängt. Den Angaben aus Washington zufolge ist das Schiff seit 2020 Teil der iranischen „Schattenflotte“ – ein Netzwerk von Schiffen, die zum Transport von Öl unter Umgehung von Sanktionen genutzt werden.
„Gaza-Flotille“ sammelt sich in der TürkeiDie sogenannte „Global Sumud Flotilla“ will sich nach Angaben der Organisatoren in den kommenden Tagen im türkischen Hafen Marmaris neu formieren. Mehrere Boote seien bereits in der Bucht der Hafenstadt eingetroffen, weitere Segelboote aus Griechenland und Italien seien auf dem Weg dorthin, teilten die Aktivisten mit. Daten eines Online-Trackers der Initiatoren zeigten zudem am Donnerstag Bewegungen der Boote in Richtung Marmaris.Wann die Aktivisten erneut mit Hilfsgütern von Marmaris aus in Richtung Gazastreifen auslaufen wollen, blieb zunächst unklar. Am 12. Mai solle es weitere Informationen zur „nächsten Phase“ der Aktion geben, hieß es von den Organisatoren.Die israelische Marine hatte vergangene Woche mehr als 20 Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern westlich von Kreta abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland nahm die meisten von ihnen auf und organisierte ihre Rückreise in die Herkunftsländer. Zwei Aktivisten wurden von der israelischen Marine nach Israel gebracht und dort inhaftiert.Mehrere EU-Staaten äußerten Zweifel an der Vereinbarkeit des Stopps in internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht. Israel betonte, das Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht.
Medien: US-Ministerium prüft möglichen InsiderhandelDas US-Justizministerium untersucht Medienberichten zufolge eine Reihe von verdächtigen Transaktionen auf dem Ölmarkt, die kurz vor Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern getätigt wurden. Dabei gehe es um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Irankriegs mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Mrd Euro) auf fallende Ölpreise gesetzt hätten, berichteten die US-Sender ABC News und NBC News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Wetten seien jeweils kurz vor neuen Ankündigungen Trumps oder iranischer Regierungsvertreter platziert worden, hieß es. Auch die für Rohstoffgeschäfte zuständige Bundesbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sei in die Ermittlungen involviert.