FAZ 24.07.2026
19:12 Uhr

Liveblog Irankrieg: Bericht: Bahrain und Kuwait flogen Vergeltungsangriffe gegen Iran


Schläge auf militärische Einrichtungen Anfang des Monats +++ EU verhängt Sanktionen gegen iranische Richter +++ UN warnen: Isolierte Seeleute in Straße von Hormus in Not +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Bericht: Bahrain und Kuwait flogen Vergeltungsangriffe gegen Iran

US-Militär greift Schiff an: Tanker auf dem Weg nach Iran gestopptDas US-Militär hat nach eigenen Angaben abermals einen Tanker auf dem Weg zu einem iranischen Hafen angegriffen. Man habe das Schiff durch Beschuss des Maschinenraums außer Gefecht gesetzt, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom mit. Demnach soll die Besatzung des Schiffs zuvor mindestens viermal versucht haben, die US-Blockade zu umgehen. Die USA blockieren seit Mitte Juli wieder iranische Häfen und Küstengebiete. Ziel der Blockade ist es unter anderem, Teheran Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen. Seither war bis Mittwoch bereits ein Schiff mit Gewalt außer Gefecht gesetzt worden, mehrere wurden zu einer Kursänderung gedrängt.

Saudi-Koalition: Huthi-Ziele im Jemen angegriffenNach einem Angriff auf ein Schiff im Roten Meer hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf Ziele im Jemen geflogen. Sie macht die von Iran unterstützte Huthi-Miliz verantwortlich für die Attacke auf das unter saudi-arabischer Flagge fahrende Schiff und wirft ihr „maritimen Terrorismus“ vor. Ziel seien „legitime militärische Ziele“ der Huthi in der jemenitischen Provinz Hudaida gewesen, die mit der Bedrohung des Schiffsverkehrs im Roten Meer in Verbindung stünden, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X. Die inzwischen abgeschlossene Militäraktion sei verhältnismäßig gewesen und habe die Einsatzziele erreicht. Der Hafen von Hudaida sei nicht angegriffen worden.

Medien: Angriffe auf jemenitische Hafenstadt HudaidaDie jemenitische Hafenstadt Hudaida ist nach Angaben von Augenzeugen und Huthi-nahen Medien Ziel mehrerer Luftangriffe geworden. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Luftangriffen in der Umgebung des Hafens der Stadt. Dabei habe es schwere Explosionen gegeben. Über dem Gebiet seien Flammen und dichte Rauchwolken aufgestiegen.Huthi-nahe Medien bezeichneten die Angriffe als „saudische Aggression“. Der von den Huthi kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah meldete zudem weitere Luftangriffe auf Telekommunikationseinrichtungen in der Stadt sowie auf der Insel Kamaran im Roten Meer. Eine Stellungnahme der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition lag zunächst nicht vor.Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens, SPA, einen Angriff auf einen unter saudischer Flagge fahrenden Tanker im Roten Meer gemeldet.Die Huthi hatten diese Woche eine „Blockade“ der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt. Am Donnerstag reklamierten sie Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich. Durch das Rote Meer und die wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Die Huthi hatten den Welthandel mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt. Die Miliz kontrolliert vor allem den Norden und weite Gebiete im Westen des Landes samt der dort liegenden Küsten am Roten Meer.

USA laut Trump in Gesprächen mit IranTrotz andauernder nächtlicher US-Angriffe stehen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump weiter in Kontakt mit Iran. „Während wir hier sprechen, stehen wir mit ihnen im Gespräch“, sagte der Republikaner am Freitagnachmittag (US-Ostküstenzeit) im Weißen Haus auf entsprechende Journalistenfragen. Trump machte nicht deutlich, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handle oder ob über Vermittler verhandelt wird. Später sagte Trump, dass an den Gesprächen unter anderem Vize-Präsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio beteiligt seien. Man spreche mit unterschiedlichen Personen. 

Trump warnt Russland und China vor Einmischung in Irankrieg US-Präsident Donald Trump hat Russland und China vor einer Einmischung ​in den Irankrieg gewarnt. Er glaube zwar nicht, dass China oder Russland am aktuellen Konflikt „beteiligt“ seien, es wäre jedoch „sehr schlecht für sie“, sollten sie sich doch einmischen, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. ⁠Der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm bei ihrem Treffen in Peking Mitte Mai zugesichert, unter keinen Umständen Waffen an Iran zu liefern oder zu verkaufen. Diese Zusage gelte, so Xi laut Trump, zudem für chinesische Unternehmen. Es liege nicht im Interesse Pekings oder Moskaus, Waffen an Teheran zu liefern, fügte Trump hinzu. 

Netanjahu reist für Trump-Treffen nach WashingtonInmitten der angespannten Lage in Nahost wird der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am kommenden Dienstag US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington treffen. Das teilte das israelische Regierungspresseamt mit. Demnach wird Netanjahu am Montag auf Einladung von Trump in die USA reisen. Er wird auch an einer Trauerfeier für den gestorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham teilnehmen. 

UN warnen: Isolierte Seeleute in Straße von Hormus in NotIn der Straße von Hormus sitzen wegen der anhaltenden gegenseitigen Angriffe der USA und Irans Tausende Seeleute fest. Die Lage vieler ist so desolat, dass dies den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, auf den Plan gerufen hat. Sein Büro geht von mindestens 6.000 Menschen auf rund 400 gestrandeten Schiffen aus. Mindestens neun Schiffe mit 93 Besatzungsmitgliedern seien von ihren Eignern aufgegeben worden. Die Seeleute müssten selbst sehen, wie sie an Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung kommen. Auf lange Zeit isoliert zu sein und in einer Konfliktzone festzusitzen könne schwere Konsequenzen für ihre mentale und körperliche Gesundheit haben. Mindestens 17 Seeleute seien seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran Ende Februar getötet worden. Türk appellierte an die Konfliktparteien, einen Weg zu finden, um die Seeleute in Sicherheit zu bringen. 

EU verhängt Sanktionen gegen iranische RichterDie Europäische Union hat ​neue restriktive Maßnahmen gegen iranische Richter wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen verhängt. Auch eine führende Persönlichkeit einer Cybergruppe, die die Unterdrückung von Informationen durch das Regime ermöglicht habe, sei sanktioniert worden, ⁠teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mit. „Während Teheran sein Vorgehen gegen die innenpolitischen Unruhen verschärft, wird die EU weiterhin die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen“, erklärte Kallas auf der Online-Plattform X. Wer von den Sanktionen betroffen ist, ließ sie offen. 

Iran greift nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Jordanien und Kuwait an  Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben den US-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien angegriffen. Das berichtet das Staatsfernsehen unter Berufung ‌auf die Eliteeinheit. Die jordanische Armee teilt mit, sie habe sieben iranische Raketen und sechs Drohnen abgefangen. Es sei kein Schaden entstanden, niemand sei verletzt worden. Die iranische Revolutionsgarde griff nach eigenen Angaben auch den US-Stützpunkt Al-Adiri in Kuwait an. Zudem sei ein Beobachtungsturm der Amerikaner in Bahrain beschossen worden, meldete die ‌iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Eliteeinheit. 

EU-Mission sieht erhöhtes Risiko für Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf einen saudischen Öltanker hat die EU-Marineoperation Aspides ihre Sicherheitsbewertung für das Rote Meer aktualisiert. Die Bedrohungslage an der Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste sowie im südlichen Roten Meer wurde von mittel als hoch heraufgestuft, wie das Hauptquartier der Mission im griechischen Larissa mitteilte. Für das nördliche Rote Meer und den Golf von Aden bleibe die Einstufung „mittel“ bestehen. Nach Einschätzung von Aspides können weitere Angriffe auf Handelsschiffe nicht ausgeschlossen werden. Dabei bestehe insbesondere die Gefahr, dass Anti-Schiffs-Raketen, unbemannte Luft- und Wasserfahrzeugen sowie kleineren Angriffsboote eingesetzt würden. 

Lambsdorff stellt sich als Botschafter in Israel vorDeutschlands neuer Botschafter in Israel, Alexander Graf Lambsdorff, hat sich nach Dienstantritt in einem Video auf Instagram vorgestellt. „Ich bin Alexander Graf Lambsdorff. Ich bin Deutschlands Botschafter in Israel. Ich bin erst gestern hier angekommen und freue mich darauf, hier in Tel Aviv zu arbeiten“, sagte er in einer Frage-und-Antworten-Story auf Englisch.Auf die Frage, was sein erster Gedanke gewesen sei, als ihm mitgeteilt wurde, neuer Botschafter in Israel zu werden, sagte der 59 Jahr alte Diplomat: „Der erste Gedanke war eigentlich gar kein richtiger Gedanke. Es war eher ein „Oh oh“, denn ich komme gerade aus Moskau, und dort ist es schon schwierig genug. Der Nahe Osten ist herausfordernd, Israel ist herausfordernd. Mein wirklicher erster Gedanke war also: Wie soll ich das meiner Frau sagen?“Seinen ersten Eindruck von Israel beschrieb der neue Botschafter so: „Warm, freundlich, herausfordernd.“ Er sei schon einige Male in Israel gewesen, aber immer nur sehr kurz. Deshalb sei es jetzt das erste Mal, dass er wirklich hier sei, und er habe noch viel zu lernen. Er freue sich besonders darauf, in den kommenden Jahren viele nette und interessante Menschen kennenzulernen, die bilateralen Beziehungen weiterzuentwickeln und „hoffentlich einen Beitrag zu einer positiven Entwicklung hier in der Region zu leisten“.

Teheran: Beschlagnahmung von Vermögen führt zu ChaosIran hat auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verwendung iranischen Geldes zur Begleichung von Schäden an Handelsschiffen mit warnenden Worten reagiert. Die Beschlagnahmung von Vermögenswerten eines anderen Landes zur Begleichung künftiger Forderungen, die in keinem Zusammenhang stünden, sei ein „brandgefährlicher Präzedenzfall“, schrieb Außenminister Abbas Araghchi auf der Plattform X.

Nächtliche Explosionen in IranNach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs gegen Ziele in Iran haben örtliche Medien in der Nacht mehrere Explosionen gemeldet. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf amtliche Angaben berichtete, wurden unter anderem Gebiete nahe den Städten Ahwaz, Andimeschk und Omidiyeh in der Provinz Chusestan Ziel von US-Attacken. Auch aus dem Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas gebe es Berichte über Explosionen, hieß es. 

USA starten 13. Nacht in Folge Angriffe gegen IranDas US-Militär greift nach eigenen Angaben wieder militärische Ziele in Iran an - die 13. Nacht in Folge. Die jüngste Angriffswelle begann um 18.45 Uhr US-Ostküstenzeit (2.15 Ortszeit im Iran), wie das für die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mitteilte. Ziel sei es, Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die Bedrohung der Handelsschifffahrt durch die iranischen Revolutionsgarden zu verringern.