Forscher der Universität Gießen haben einen möglichen neuen Ansatz zur Behandlung einer tödlichen Lungenkrankheit gefunden. Bei der idiopathischen Lungenfibrose kommt es zu einer schnell fortschreitenden Vernarbung des Lungengewebes. Die Patienten leiden an Reizhusten und Atemnot, verlieren ihre Belastbarkeit und sterben oft an den Folgen der Erkrankung. Verursacht wird sie vermutlich durch eine Kombination aus genetischen Faktoren und schädlichen Umwelteinflüssen. In den vergangenen Jahren wurden drei Medikamente getestet, die das Fortschreiten des Leidens verlangsamen, aber nicht aufhalten. Einzelne Betroffene können durch eine Lungentransplantation gerettet werden. Die Gießener Mediziner haben entdeckt, dass Lungengewebe von Fibrosepatienten ungewöhnlich große Mengen eines Proteins namens FUS enthält. Dieser Eiweißstoff beschleunigt die Vermehrung von Bindegewebszellen, die für die Narbenbildung verantwortlich sind. Mit dem Wirkstoff ION363, der schon zur Behandlung neurodegenerativer Krankheiten getestet wurde, konnte die Menge an FUS in Gewebekulturen verringert werden. Dadurch ließen sich auch Stoffwechselprozesse in Zellen normalisieren und die Regenerationsfähigkeit des Lungengewebes stärken. Nun hoffen die Forscher, dass sich die an Laborkulturen gewonnenen Erkenntnisse in die klinische Praxis übertragen lassen.
