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06.08.2026
09:59 Uhr
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9600 Hitzetote in Deutschland in heißer Juniwoche +++ Hitze-Warnstufe für Warschau +++ Auch Slowakei ächzt unter 41 Grad +++ alle Entwicklungen im Liveblog

RKI hat Zahlen zu Hitzewoche im Juni bekanntgegebenEnde Juni war es in Deutschland sehr heiß. Nun schlagen sich die Auswirkungen dieser Hitzewelle in Zahlen nieder: Etwa 9600 Sterbefälle gehen auf die Woche vom 22. bis 28. Juni zurück, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit.
Wetter beruhigt sich am Donnerstag – leichte AbkühlungNach den schweren Unwettern in den vergangenen Tagen entspannt sich die Wetterlage. Die Temperaturen erreichen laut den Wetterexperten in der Nordwesthälfte maximal 21 bis 26 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. In den anderen Landesteilen kann es bei 25 bis 31 Grad deutlich wärmer werden. Dabei ist es weitestgehend heiter bis sonnig. Nur noch vereinzelt ist nach DWD-Angaben an den Alpen mit Starkregen und Gewittern zu rechnen. Bei Starkregen könnten den Angaben zufolge bis zu 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit fallen. An der Nord- und Ostsee kann es zudem stürmisch werden. Den Angaben zufolge sei mit Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 70 Kilometern pro Stunde aus westlicher Richtung zu rechnen. Von der Nordsee her ziehen einige Wolken in Richtung Binnenland. Dabei kann es auch vereinzelte leichte Schauer geben. In der Nacht zum Freitag kann es dann im Südosten kräftiger regnen. Dazu seien auch einzelne Gewitter möglich. Der Freitag selbst wird meist heiter. Am meisten Sonne soll im Süden scheinen. Im Norden werden dichte Wolkenfelder zum Teil mit Regen erwartet.
Hitze in Polen – höchste Warnstufe für WarschauInmitten einer anhaltenden Hitzewelle hat Polens Wetterdienst für die Hauptstadt Warschau und große Teile des Landes die höchste Alarmstufe ausgerufen. Am heißesten soll es im Südosten werden – dort wurden örtlich bis zu 40 Grad erwartet. Für Warschau liegt die vorhergesagte Höchsttemperatur bei 38 Grad. „Hitze kann die Gesundheit und das Leben gefährden“, warnte der Wetterdienst IMGW auf der Plattform X. Die Bevölkerung wurde angewiesen, viel Wasser zu trinken, in den heißesten Stunden des Tages die Sonne zu meiden und die Wohnung nachts oder in den frühen Morgenstunden zu lüften. „Auch die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird tropisch, die Temperaturen werden nicht unter 20 Grad sinken, das erschwert dem Körper die Regeneration“, erklärte eine Sprecherin dem Radiosender Tok.fm.Ministerpräsident appelliert: „Auch mal Pause machen“Im Zentrum von Warschau wurden an mehreren Stellen Sprühdüsen aufgestellt. Die polnische Hauptstadt hat 1,9 Millionen Einwohner, in der Metropolregion Warschau leben rund drei Millionen Menschen. Regierungschef Donald Tusk wandte sich mit einem Appell an Firmen und Arbeitgeber. „Kümmern Sie sich um Ihre Mitarbeiter, Kollegen und sich selbst. Wenn Sie eine Klimaanlage haben, sparen Sie heute nicht daran“, sagte er in einer auf X verbreiteten Videobotschaft. Auch Homeoffice sollte ermöglicht werden. „Und wenn es gar nicht mehr geht, sollten Sie unbedingt eine Pause einlegen.“Anders als in Ungarn, wo das Atomkraftwerk Paks infolge des niedrigen Wasserstands der Donau knapp der Totalabschaltung entgangen ist, gibt es in Polen bislang keine Probleme mit der Stromerzeugung. Polen hat keine AKW, es greift bei Verbrauchsspitzen hauptsächlich auf seine Kohlekraftwerke zurück. Für Mittwochabend sagen die Meteorologen für den Westen des Landes Sturm mit Starkregen und Hagel vorher. Eine merkliche Abkühlung wird erst am Freitag erwartet.
Waldbrände bei Athen: Die Schadenserhebung beginntDie großen Waldbrände westlich von Athen sind unter Kontrolle, aber längst noch nicht vollständig gelöscht. Weiterhin bekämpft die Feuerwehr sowohl am Boden als auch aus der Luft rauchende Glutherde und neu entflammende Kleinbrände, wie der Sender ERTNews zeigte. Hilfreich ist das Wetter – es gibt kaum Wind. Derweil können die Menschen in manche Orte zurückkehren. Die Schäden an Besitz und Natur sind bislang kaum zu überblicken.Der konservative Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat schnelle Hilfe zugesagt und für den späten Vormittag eine Krisensitzung einberufen. Dort sollen verschiedene Maßnahmen beraten und auf den Weg gebracht werden, unter anderem die zügige Begutachtung der rund 100 verbrannten Häuser. Diese befinden sich vor allem im Küstenort Porto Germeno. Es geht um Vorbereitungen für den Beginn des Wiederaufbaus. Diskutiert wird auch ein Zuschuss für eine vorübergehende Unterkunft zur Unterstützung der Menschen, die ihr Heim verloren haben. Für Landwirte, Betriebe und Anlagen gibt es gesonderte Hilfen. Umweltschäden sind kaum abzusehenKaum abzusehen sind hingegen die Umweltschäden. Es sind nicht nur die rund 80 Quadratkilometer Wald, Buschland sowie landwirtschaftliche Flächen, die den aktuellen Bränden zum Opfer fielen. In den vergangenen zehn Jahren verbrannten in der Region Attika rund um die Hauptstadt Athen rund 200 Quadratkilometer Wald – das entspricht 42 Prozent der vorhandenen Waldfläche der Region, wie die Zeitung „Naftemporiki“ schreibt.
So setzt die Hitze Ungarn unter DruckDie Extremhitze legt den Donauverkehr lahm und droht Ungarns Stromnetz zu überlasten. Ingenieure halten das AKW Paks dank gesenktem Kühlwasserbedarf vorerst am Netz, berichtet unsere Korrespondentin Michaela Seiser:
Temperaturrekord in ÖsterreichMit 40,8 Grad Celsius in Wien ist in Österreich am Dienstag ein Hitzerekord gemessen worden. Diese Temperatur wurde im Stadtteil Stammersdorf im Osten der Hauptstadt gemessen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Der bisherige Rekord stammte vom August 2013, damals war das Thermometer in Bad Deutsch-Altenburg im Osten des Landes bis auf 40.5 Grad geklettert.Der gesamte Juli war in Österreich – wie auch in Deutschland und weiteren Ländern Europas – ungewöhnlich heiß und trocken. Örtlich regnete es bis zu 90 Prozent weniger als üblich, wie der Wetterdienst erklärte. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern führt die menschengemachte Erderwärmung zu häufigeren und heftigeren Wetterextremen wie Hitze, Dürre und Unwettern.Wien leidet mehr als andere Großstädte unter der Hitze. Doch noch Not macht erfinderisch, berichtet unser Korrespondent Alexander Haneke:
„Angespannte Stunden“ für Feuerwehrleute in den NiederlandenDer Waldbrand in einem niederländischen Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze hat sich über ein Gebiet von rund hundert Hektar ausgebreitet. Hunderte Feuerwehrleute kämpften am Dienstag unterstützt von Löschhubschraubern gegen die Flammen im Naturschutzgebiet Boschhuizerbergen nahe Oostrum im Südosten der Niederlande. Bis zum frühen Nachmittag war der Brand weiterhin außer Kontrolle, dichte Rauchwolken hingen über dem Gebiet in der Provinz Limburg. Ein nahegelegener Campingplatz wurde geräumt, mehrere Straßen waren gesperrt. Den Löschmannschaften stünden „angespannte“ Stunden bevor, zitierte die Nachrichtenagentur ANP einen Sprecher der Verwaltung von Limburg. Wegen wechselnder Windböen müssten sie ihren Einsatz „ständig anpassen“. ANP zufolge breiteten sich die Rauchwolken mit dem Wind Richtung Norden bis in die Nachbarprovinzen Gelderland, Overijssel und Friesland aus, auch Deutschland könne betroffen sein.Ausgebrochen war das Feuer am Montagnachmittag aus zunächst ungeklärter Ursache. Zahlreiche europäische Länder sind derzeit mit Hitze, Dürre und Waldbränden konfrontiert.
„Wir sind dabei, das Äquivalent einer Eiszeit zu schaffen, nur mit Feuer\"Flammen fressen sich durch Südeuropa: Der Historiker Stephen Pyne sieht darin die Quittung für die fossile Hybris der Moderne. Er erklärt im Gespräch, weshalb das reflexhafte Rufen nach mehr Löschflugzeugen in die Irre führt:
Nabu fordert mehr natürliche WasserspeicherMit Blick auf das Niedrigwasser in vielen deutschen Flüssen fordert der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mehr natürliche Wasserspeicher. „Unsere Flüsse trocknen nicht nur aus, weil es zu wenig regnet. Wir haben über Jahrzehnte die natürlichen Wasserspeicher unserer Landschaft zerstört“, erklärte der Leiter des Nabu-Instituts für Fluss- und Auenökologie, Rocco Buchta, am Dienstag in Berlin: „Moore wurden entwässert, Wälder verloren ihre Speicherfähigkeit und viele Auen wurden von den Flüssen abgeschnitten.“Früher hätten diese Ökosysteme wie ein riesiger Schwamm gewirkt, der Wasser zurückhält und langsam wieder abgibt. Heute rausche Wasser nach Starkregen schneller ab und fehle den Flüssen in langen Trockenphasen, fügte Buchta hinzu: „Wenn wir unsere Gewässer widerstandsfähiger machen wollen, müssen wir deshalb nicht nur über Wasserverbrauch sprechen, sondern unsere Landschaft wieder in die Lage versetzen, Wasser zu speichern“. Dies schütze nicht nur gegen Dürre, sondern auch gegen Hochwassergefahren.
Frankreich verzeichnet seinen bislang heißesten JuliDer Juli war in Frankreich der bislang heißeste Monat seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor mehr als 125 Jahren. Die Durchschnittstemperatur lag bei 24,9 Grad Celsius und damit über dem bisherigen Rekordwert vom August 2003 (24,8 Grad), wie der französische Wetterdienst am Dienstag mitteilte. Durchschnittlich war es 3,8 Grad heißer als im Mittel der Periode zwischen 1991 und 2020.Gleichzeitig war der Juli deutlich zu trocken, das Regendefizit lag laut Wetterdienst Météo-France bei 70 Prozent. Die Trockenheit hat schwere Auswirkungen auf die Landwirtschaft und erhöht die Waldbrandgefahr. Ende Juli hatte ein riesiger Waldbrand nahe Bordeaux im Südwesten Frankreichs tausende Hektar Vegetation vernichtet.
„Wir wollen jeden Funken unter Kontrolle bringen\"Entspannung in Griechenland: Nachdem Hunderte Feuerwehrleute die vierte Nacht in Folge gegen die Flammen gekämpft haben, sind die Wald- und Buschbrände westlich von Athen weitgehend unter Kontrolle. Entwarnung gibt es jedoch nicht. Besonders kritisch sind einem Sprecher der Feuerwehr zufolge die heißen Mittagsstunden. „Gestern haben wir beobachtet, dass sich von Mittag an aus Glutnestern wieder Brände entwickelten, weil die Temperatur stieg und die Luftfeuchtigkeit abnahm“, sagte Giannis Artopoios dem Sender ERTnews. Dieses Phänomen wolle man nun mit bis zu 30 Löschhubschraubern und -flugzeugen bekämpfen.Problematisch sei die riesige Ausbreitung der ursprünglichen Brände, sagte Artopoios. In den ersten Tagen der Feuer hätten die äußerst starken Winde die Flammen rasend schnell vorangetrieben. Gleichzeitig sei wegen der stürmischen Böen keine Unterstützung aus der Luft möglich gewesen. Nun müsse man mit dem großen Ausmaß zurechtkommen, mit den weit verteilten Glutnestern in teils unzugänglichem Gebiet. „Wir wollen jeden Funken unter Kontrolle bringen, aber das wird dauern“, sagte der Sprecher.An den Einsätzen sind rund 520 Feuerwehrleute beteiligt, darunter auch 46 Rettungskräfte aus Frankreich und Rumänien, sowie Hunderte Freiwillige. Zudem unterstützt das Militär mit schwerem Räumgerät, um schützende Schneisen zu schlagen und den Einsatzkräften in dicht bewachsenen Regionen den Weg freizuräumen.
Nach diesem sehr heißen Dienstag mit teils kräftigen Gewittern wird ab Mittwoch ein wenig Linderung in Sicht sein. Dann würden die Temperaturen etwas nach unten gehen, sagt Meteorologe Felix Dietzsch vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. „Am Donnerstag werden dann nur noch etwa vom Oberrhein bis in die Lausitz die 30 Grad erreicht. Nördlich und südlich davon liegen die Werte meist zwischen 22 und 27 Grad. Dann werden auch die Nächte wieder deutlich angenehmer.“Aber zunächst einmal stehe der Dienstag ganz im Zeichen der Hitze: „Mit lokal bis zu 39 Grad wird es wohl im Bereich Südhessens bis nach Mainfranken am heißesten“, sagt der Meteorologe. Generell würden in der Mitte und im Süden Werte von 35 bis 38 Grad erreicht. „Etwas kühler - falls man es so nennen kann - ist es im Norden bei 27 bis 32 Grad.“ Am angenehmsten sei es direkt an der Küste mit etwa 25 bis 30 Grad.Dazu komme die nächste Runde unwetterartiger Gewitter. Der eigentliche Fokus richte sich am Nachmittag auf den Westen und Südwesten. „Insbesondere vom Schwarzwald aus entwickeln sich einige kräftige Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotential“, sagt Dietzsch. Die Hauptgefahren seien mögliche Überschwemmungen durch heftigen Starkregen, aber auch Hagel und schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Und auch abseits davon würden sich in der gesamten Westhälfte einige kräftige Gewitter entwickeln, die zumindest ähnliches Unwetterpotential erreichen könnten.In der Nacht zum Mittwoch erwartet der DWD fast im gesamten Land eine tropische Nacht. „Verbreitet werden tropische Tiefstwerte von nicht unter 20 Grad erwartet, sieht man einmal von den Mittelgebirgen ab. Da hilft selbst das nächtliche Durchlüften kaum noch“, erklärt der Meteorologe.Die weiteren Prognosen im Überblick:Am Mittwoch zeigt sich der Himmel wechselnd bewölkt, dabei treten laut DWD vor allem im Südosten und Osten teils kräftige Schauer und Gewitter auf - dabei bestehe Unwettergefahr. In Nordseenähe werden maximal um 25, im Südosten und Osten bis 35 Grad erreicht.Am Donnerstag ist es dann laut der Vorhersage im Südosten wolkig mit Schauern oder kräftigen Gewittern. Sonst bleibt es wechselnd wolkig mit längeren sonnigen Abschnitten und meist niederschlagsfrei. Die Höchstwerte liegen zwischen 26 und 32, im Nordwesten werden um die 24 Grad erreicht.Am Freitag ziehen im Norden dichtere Wolkenfelder auf. Den Angaben zufolge ist vereinzelt etwas Regen möglich. Sonst wird es heiter bis wechselnd bewölkt, im Südwesten scheint auch länger die Sonne. Nur in den Bayrischen Alpen bestehe ein geringes Schauer- und Gewitterrisiko. Die Temperaturen erreichen im Norden 18 bis 22, sonst 24 bis 29 Grad
Vier Stunden im ICE In Nordrhein-Westfalen haben lokale Unwetter schon in der Nacht mehrere Züge ausgebremst. So mussten Fahrgäste bei Schwelm mehr als vier Stunden in einem ICE ausharren, weil ein Baum auf die Oberleitung gestürzt war. Nachdem der Baum entfernt worden war, wurde der Zug mit Hilfe einer Diesellok über den inzwischen stromlosen Streckenabschnitt gezogen, ehe er selbst wieder weiterfahren konnte.Die Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach und Aachen ist wegen eines Unwetter-Oberleitungsschadens hingegen weiterhin gesperrt. Dort waren am Montagabend zwischen Rheydt und Lindern Bäume auf die Gleise gestürzt. Zwei Regionalzüge kamen zum Stehen. „Fahrgäste konnten die Züge mit Unterstützung der Rettungskräfte vor Ort sicher verlassen und ihre Reise anschließend mit Bussen fortsetzen“, erklärte ein Bahnsprecher am Vormittag.
Zu wenig Wasser im Starnberger SeeAuch an den bayerischen Seen machen sich die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit bemerkbar: Weil der Wasserstand des Starnberger Sees derzeit so niedrig ist, werden dort bis auf weiteres die Landestege Berg, Possenhofen, Bernried und Ambach nicht angefahren, wie die Bayerische Seenschifffahrt mitteilte.Zwar sollen die Rundfahrten auf dem See planmäßig stattfinden, angefahren werden jedoch ausschließlich die Landestege Starnberg, Leoni, Tutzing und Seeshaupt. Der Schifffahrtsbetrieb auf dem Königssee, dem Tegernsee und dem Ammersee ist den Angaben zufolge von den Einschränkungen nicht betroffen und findet weiterhin uneingeschränkt nach Fahrplan statt.Aufgrund der starken Wärmebelastung herrscht weiterhin hohe Waldbrandgefahr im Freistaat. Die Regierung von Niederbayern ordnete vier weitere Beobachtungsflüge für Dienstag und Mittwoch an, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.