FAZ 11.09.2026
14:04 Uhr

Fauxpas nach Flut: Studie: Laschets Lachen hat ihn nicht die Kanzlerschaft gekostet


Nach der Flutkatastrophe 2021 fiel Kanzlerkandidat Armin Laschet bei einem öffentlichen Termin unangenehm auf. Forscher haben untersucht, wie sehr das dem CDU-Politiker geschadet hat.

Fauxpas nach Flut: Studie: Laschets Lachen hat ihn nicht die Kanzlerschaft gekostet

Das Lachen des CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet bei einem Besuch im Hochwassergebiet nach der Flutkatastrophe 2021 hat seinem Image messbar geschadet – einen nachweisbaren Einfluss auf das Wahlergebnis hatte es aber nicht. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universitäten Frankfurt und Mainz. Laschet war damals lachend im Hintergrund zu sehen gewesen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über die Flut gesprochen hatte. Der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war dafür heftig kritisiert worden, und später wurde die Vermutung laut, der Fauxpas habe ihn den Sieg bei der Bundestagswahl gekostet. Zu jener Zeit lief gerade eine Befragung zur Bundestagswahl im Rahmen der „German Longitudinal Election Study“ der Deutschen Gesellschaft für Wahlforschung und des GESIS-Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften. Einige Teilnehmer wurden vor dem Laschet-Vorfall interviewt, andere danach. Diesen Zufall machten sich die Wissenschaftler aus Mainz und Frankfurt zunutze. Wie sich zeigte, bewerteten die Studienteilnehmer das Verhalten des Kanzlerkandidaten negativ. Der Effekt sei moderat, aber statistisch nachweisbar gewesen, so die Forscher. Auswirkungen auf Wahlbeteiligung und -ergebnis hätten sich aber nicht feststellen lassen. Aus Sicht der Wissenschaftler relativiert der Befund die Vorstellung, einzelne öffentliche Fehltritte von Kandidaten könnten Wahlen entscheiden. Unangemessene emotionale Reaktionen wirkten anders als klassische politische Skandale, etwa Machtmissbrauch oder finanzielle Verfehlungen. Für solche Fälle seien durch frühere Studien Effekte dokumentiert, die über die Wahrnehmung der Person hinausgingen.