FAZ 05.10.2026
14:34 Uhr

Eishockey-Team in DEL: Keine Punkte, aber keine Panik bei den Löwen Frankfurt


Defensiv sind die Löwen Frankfurt derzeit das Nonplusultra der DEL. Doch offensiv präsentierten sie sich zuletzt zu harmlos. Die Zuversicht im Team schmälert das erste Null-Punkte-Wochenende nicht.

Eishockey-Team in DEL: Keine Punkte, aber keine Panik bei den Löwen Frankfurt

Es dauerte nicht lange, bis Tom Pokel auf das Offensichtliche zu sprechen kam. „Ein Tor am Wochenende reicht nicht“, sagte der Trainer der Löwen Frankfurt am Sonntag nach der 1:2-Niederlage in der Deutschen Eishockey Liga in Bremerhaven. Da lag gerade das erste Null-Punkte-Wochenende seines Teams, das am Freitag schon 0:2 gegen Berlin verloren hatte, hinter ihm. Nüchtern analysierte der Headcoach der Frankfurter, woran es ihm im Norden gefehlt hatte. Besorgt klang er nicht, was gut nachzuvollziehen war. Pokel hatte an diesem Wochenende schließlich auch viel Gutes gesehen. Gegen Berlin, zuletzt dreimal Meister in Serie, spielte das Team phasenweise auf Augenhöhe, hielt über fast 60 Minuten jedenfalls mehr als gut mit, wenn man eine kleine Schwächephase im Mitteldrittel ausklammert, in der die beiden Tore für die Eisbären fielen. Gegen Bremerhaven bestimmten die Löwen nach schwächerem Start über weite Strecken die Partie. Doch vorne blieb das Team zu harmlos. In Schwenningen und in München hatten die Frankfurter noch eine beeindruckende Effizienz vor dem gegnerischen Tor gezeigt, einmal fünf und einmal vier Treffer erzielt. An diesem Wochenende traf nur Cameron Brace nach einer schönen Kombination zum zwischenzeitlichen Ausgleich gegen Bremerhaven. Defensive als neue Stärke „Die Defensivarbeit ist eigentlich ordentlich, wir haben einen sehr niedrigen Gegentorschnitt“, sagte Pokel. „Aber wir müssen an einem Weg arbeiten, simpler Tore zu schießen.“ Das klang, zumindest was die Defensive angeht, eher wie eine Untertreibung. Dort sind die Frankfurter aktuell so etwas wie das Nonplusultra der Liga: Sie haben die wenigsten Gegentore hinnehmen müssen, als einziges Team in Unterzahl noch eine weiße Weste vorzuweisen, blocken die zweitmeisten Schüsse und gewinnen die meisten Zweikämpfe. Doch in der Offensive fehlte zuletzt wohl etwas mehr als nur ein bisschen von dem, was Eishockeyspieler „Scheibenglück“ nennen. Auch dazu gibt es Zahlen: Die Frankfurter geben die zweitwenigsten Schüsse auf das Tor das Gegners ab, wenngleich sie gegen Bremerhaven am Ende bei der Schussstatistik deutlich vorn lagen (27:17). „Wir müssen mehr Druck zum Tor bringen, dem Tormann mehr die Sicht nehmen und den Preis bezahlen vor dem gegnerischen Tor“, fordert Pokel. Nach den großen Fortschritten bei der defensiven Stabilität scheint das nun erst mal die neue Hauptaufgabe für den Trainer zu sein: Er muss sein Team dazu bringen, noch mehr Torgefahr zu erzeugen. Vielleicht reicht es schon, wenn die Mannschaft unnötige Strafzeiten im eigenen Überzahlspiel vermeidet, was die Löwen zuletzt die eine oder andere Möglichkeit im Powerplay gekostet hat. Gut für das Selbstvertrauen der Stürmer wäre es jedenfalls, wenn auch dort mal wieder ein Treffer fallen würde. Die nächste Chance dazu bietet sich schon am Donnerstag. Nach einem durchaus nicht einfachen Auftaktprogramm treffen die Löwen im Heimspiel (19.30 Uhr) auf den gut gestarteten Aufsteiger aus Krefeld. Dann soll es endlich klappen mit dem ersten Sieg in der Eissporthalle am Ratsweg in dieser Spielzeit nach den guten Auftritten gegen Nürnberg (1:2) und Berlin (0:2), bei denen sich das Team für seinen Einsatz nicht belohnte. Am Sonntag (14 Uhr) treten die Hessen dann beim derzeit strauchelnden Topteam aus Ingolstadt an. Die Zuversicht auf eine gute Saison hat das Wochenende im Team nicht geschmälert – im Gegenteil: „Wir haben verdammt gut gespielt“, bilanzierte Stürmer Daniel Pfaffengut nach der Niederlage in Bremerhaven am Mikrofon bei Magenta Sport: „Wenn wir den Kampf über die gesamte Saison so präsentieren können, werden wir öfter als Sieger als als Verlierer vom Eis gehen.“