FAZ 15.08.2026
08:54 Uhr

Das Beste lesen mit FAZ+: Wie viel Schlaf wir brauchen und ab wann Ausdauersport das Herz gefährdet


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Das Beste lesen mit FAZ+: Wie viel Schlaf wir brauchen und ab wann Ausdauersport das Herz gefährdet

wie viel Schlaf wir wirklich brauchen, ist viel individueller, als die alte Achtstundenregel glauben macht. Der Schlafpsychologe Markus Specht, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Schlafmedizin an der Helios Klinik Wiesbaden, vergleicht die persönliche Schlaflänge mit der individuellen Schuhgröße. Da ist bestimmt etwas dran. Ich finde auch: Routinen helfen viel, ein fester Rhythmus, die Länge des Schlafs allein ist es nicht. Bemerkenswert ist auch Spechts skeptischer Blick auf Schlaftracking per Smartwatch: „Ich frage mich immer: Warum muss ich wissen, was ein elektronisches Gerät über meinen Schlaf denkt?“, sagt Specht, der stattdessen empfiehlt, dem eigenen Erholungsgefühl zu vertrauen. Auch nächtliches Aufwachen sei „völlig normal“ und evolutionär bedingt – erst wenn Ein- oder Durchschlafprobleme länger als drei Monate anhalten, rät er zu professioneller Hilfe, zum Beispiel durch kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, die inzwischen auch als App auf Rezept verfügbar ist. Der Umbau des Versicherungskonzerns Allianz zeigt exemplarisch, wie ambivalent der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sein kann. Der Konzern setzt mit der Hilfe von KI-Systemen, die nette Namen tragen, auf Automatisierung, was indes zu einem Stellenabbau führen dürfte. Parallel dazu meldet die Allianz für das erste Halbjahr 2026 ein operatives Rekordergebnis von 9,4 Milliarden Euro, ein Plus von fast neun Prozent. Konzernchef Oliver Bäte zieht dabei eine bemerkenswerte historische Parallele: Er könne keinem Mitarbeiter versprechen, dass dessen Job in heutiger Form erhalten bleibe – das wäre „genauso unseriös wie einst die Behauptung, dass die Rente sicher sei“. Aber es ist am Ende auch nur ein realistischer Blick auf die Realitäten des fortgesetzten technologischen Wandels. Es war noch nie eine gute Idee, Heizer auf einer E-Lokomotive mitfahren zu lassen. Dass Ausdauersport grundsätzlich gesund ist, steht außer Frage – doch eine neue Studie der Charité widmet sich nun gezielt den Risiken für das Herz, insbesondere bei Frauen. Kardiologe Emanuel Heil betont, dass vor allem Leistungssportler mit vergrößertem linkem Vorhof ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern tragen, während „normal ambitionierte Sportler, die zwei-, dreimal die Woche laufen gehen, nicht zwangsläufig ein deutlich erhöhtes Risiko“ hätten. Die im Herbst beginnende „Heart-Beat“-Studie der Charité mit der Deutschen Sporthochschule Köln, der TU München und dem Städtischen Klinikum Dresden will mit EKG-Pflastern bei Marathonläufern in diesen Städten erstmals eine „ganz, ganz große Lücke an Wissen“ zu weiblichen Sportlerherzen füllen. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne ein E-Mail an c.knop@faz.de. Herzliche Grüße IhrCarsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung