Gefeiert wurde am späten Samstagnachmittag in München mit Meisterherzen aus Lebkuchen und Sponsor-Bier aus Riesengläsern. Es waren die Frauen des FC Bayern, die ihren vierten Titel in Serie nach den hinlänglich bekannten Regeln des Fußballgeschäfts im Schein der Frühlingssonne zelebrierten, während das Frankfurter Team keinen Grund zur Freude hatte. Mit der 0:2-Niederlage im Campus-Stadion gegen den Branchenprimus verpassten Niko Arnautis und seine Spielerinnen, sich bereits am vorletzten Bundesliga-Spieltag definitiv wieder für die Champions League zu qualifizieren. Durch die siebte Saisonniederlage blieb es für sie als Drittplatzierte in der Tabelle bei 48 Punkten – das Hoffen und Bangen geht weiter. Was macht Konkurrent Bayer Leverkusen? An diesem Montag (18 Uhr) kann Verfolger Leverkusen, der auswärts bei RB Leipzig antritt, bei einem Sieg bis auf zwei Zähler an die Eintracht heranrücken. Spätestens am kommenden Sonntag, wenn die SGE im Stadion am Brentanobad zum Abschluss auf Union Berlin trifft, fällt die Entscheidung, die maßgeblich beeinflussen wird, wie die Klubverantwortlichen dieses Sportjahr bilanzieren – und was an Konsequenzen in der kommenden Transferphase daraus gezogen werden muss. In München hatte die Eintracht nichts zu bestellen. Ohne ihre verletzte Topstürmerin Nicole Anyomi konnte sie offensiv kaum Akzente setzen, für Kapitänin Laura Freigang gab es gegen die aufmerksam verteidigende Abwehr des Gegners kein Durchkommen. Arianna Caruso (12. Minute) und Pernille Harder (47.) trafen für die Bayern, die zudem eine Reihe weiterer Möglichkeiten ungenutzt ließen, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Arnautis ordnete den Auftritt der Seinen als zu „nervös und hektisch“ ein, Bange machen gelte aber nicht. Nach wie vor hätten sie „alles in der eigenen Hand“, sagte der Coach, er verlange gegen Union mehr „Abgezocktheit“, um das Ziel zu erreichen: „Wir alle wollen nach Europa.“
