FAZ 01.10.2026
10:06 Uhr

Business-Ticker: Studie: Nur 17 Prozent der Ostdeutschen behielten nach der Wende ihren Beruf


USA ermitteln wegen Cyberangriffen gegen KI-Entwickler +++ VW will bei Cariad 1000 Stellen abbauen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: Studie: Nur 17 Prozent der Ostdeutschen behielten nach der Wende ihren Beruf

300 Millionen Euro für LenzingDer österreichische Faserkonzern Lenzing braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten strebt das Unternehmen 300 Millionen Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Aktie festgelegt, teilte Lenzing am Donnerstag mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.Die Großaktionäre bestehend aus der B&C-Gruppe und der brasilianischen Suzano S.A. haben sich verpflichtet, alle Bezugsrechte auszuüben. Darüber hinaus habe sich auch die Oberbank AG verpflichtet, alle ihre Bezugsrechte auszuüben, heiß es in der Aussendung. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Damit sind Aktionäre beziehungsweise Inhaber von Bezugsrechten berechtigt, für jeweils 10 bestehende Aktien beziehungsweise die entsprechende Anzahl an Bezugsrechten 9 neue Aktien zu beziehen. Die Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am 6. Oktober und endet am 20. Oktober.Anleger reagierten mit einer Flucht aus dem Papier. Der Kurs sank am Donnerstag in der Spitze um 14,6 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Anlegervertreter üben Kritik an dem niedrigen Bezugspreis. „Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag  – auch auf den Kurs ohne Bezugsrecht\", argumentiert Florian Beckermann, Präsident des Interessenverbands für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. \"Das schafft Stabilität\", sagte Beckermann.Das von der B&C-Gruppe und Suzano gebildete Syndikat hält aktuell rund 52,25 Prozent an dem Faserhersteller. Rund 3,87 Prozent gehören der Oberbank.Lenzing verfolgt die neue Strategie, das Fließstoffgeschäft auszubauen und im Textilgeschäft auf Premium-Marktsegmente wie Tencel zu setzen. Auch das Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll gestärkt werden. Gleichzeitig zieht sich der Konzern aus dem Geschäft mit Standardfasern für Textilanwendungen zurück. In England läuft sie 2027 aus. Weltweit gehen in Folge rund 2.000 Stellen und damit ein Viertel des Personalstandes verloren.

Kone will offenbar Europa-Geschäft von TK Elevator verkaufenDas Europa-Geschäft des Düsseldorfer Aufzugs- und Rolltreppenherstellers TK Elevator (TKE) soll Insidern zufolge bei der ​Übernahme von TKE durch den finnischen Rivalen Kone zum größten Teil verkauft werden. Kone wolle ⁠noch im Herbst einen Verkaufsprozess für die TKE-Sparte lostreten, die für mehr als ein Viertel des Umsatzes der ehemaligen Thyssenkrupp-Tochter steht, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Einer der Insider sagte, ‌der Prozess solle im November beginnen. Analysten der US-Investmentbank Citi schätzen, der Verkauf des Europa-Geschäfts könnte 2,1 Milliarden Euro bringen.Die Finnen wollen mit dem Teilverkauf die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter ausräumen, die ‌die Fusion der Nummer drei und ‌vier auf dem stark konzentrierten Markt für Aufzüge kritisch sehen. Kone und TKE zusammen setzen in Europa rund 7,2 Milliarden Euro um, das ist mehr als ein Drittel des weltweiten Umsatzes. Kone ist vor allem ​in Europa und Asien stark, TKE in Amerika.Kone hatte ⁠die Übernahme von TKE für 29,4 Milliarden Euro im April angekündigt. Kone und TKE würden zusammen die Marktführer Otis aus ​den USA und Schindler aus der Schweiz überholen. Thyssenkrupp hatte die Aufzugsparte 2020 für 17,2 Milliarden Euro an ein von den ⁠Investoren Advent ‌und Cinven geführtes Konsortium verkauft, hält aber indirekt noch gut 16 Prozent an TK Elevator. Advent, Cinven und TK Elevator wollten sich zu den Informationen nicht äußern.Kone erklärte am Donnerstag, man arbeite eng und konstruktiv mit ⁠den Wettbewerbsbehörden zusammen. „Wir ⁠haben immer klar gesagt, dass die Trennung von Geschäftsbereichen in einigen Weltregionen nötig sein könnte, um die ⁠Zustimmung der Regulierer zu ​bekommen. Wir ⁠bleiben zuversichtlich, dass wir alle nötigen Genehmigungen ​bekommen, ohne den strategischen Sinn hinter dem Zusammenschluss zu gefährden.“ Es ‌bleibe bei dem Ziel, mit der Fusion 700 Milliarden Euro an Synergien zu realisieren. Kone-Finanzchef Ilkka Hara hatte ​bereits im Juni gesagt, Verkäufe in einzelnen Regionen ​seien von Anfang an einkalkuliert worden.

Boehringer-Abnehmspritze erzielt weniger Gewichtsverlust als KonkurrenzDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat mit seinem Abnehmmedikament Survodutid in einer entscheidenden ​Studie einen zweistelligen Gewichtsverlust erzielt, bleibt damit aber hinter den eigenen Ergebnissen bei Patienten ohne Diabetes ⁠zurück. In einer Phase-III-Studie verloren übergewichtige Diabetiker mit der Abnehmspritze nach 76 Wochen Behandlung im Schnitt bis zu 13,1 Prozent ihres Körpergewichts, wie das Familienunternehmen am Donnerstag mitteilte. Zwar gilt die Gewichtsabnahme bei Diabetikern ‌medizinisch als schwieriger, doch in einer im April vorgestellten Studie mit Probanden mit Adipositas hatte der Gewichtsverlust mit dem Mittel bei 16,6 Prozent gelegen.Die neuen Daten untermauern die Einschätzung von ‌Analysten, dass Boehringer bei der ‌reinen Gewichtsreduktion nicht an die Spitzenwerte von Konkurrenten wie Eli Lilly heranreicht. Die Aktien des dänischen Entwicklungspartners Zealand Pharma brachen im frühen Handel um neun Prozent ein.In der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt, lag der Gewichtsverlust ​bei 3,1 Prozent. Neben dem Gewicht reduzierte Survodutid ⁠auch den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) signifikant um bis zu 1,21 Prozentpunkte. Wie bei anderen Medikamenten dieser Klasse traten als häufigste Nebenwirkungen Magen-Darm-Beschwerden ​wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Diese führten bei 18 Prozent der mit Survodutid behandelten Patienten zum Abbruch der Therapie, verglichen ⁠mit 1,2 ‌Prozent in der Placebo-Gruppe.

Mindestlohnerhöhung bedeutet keinen Ausschluss vom InflationsausgleichWer von einer Mindestlohnerhöhung profitiert, kann deshalb von seinem Arbeitgeber nicht von einer freiwilligen Sonderzahlung, wie etwa zum Inflationsausgleich, ausgeschlossen werden. Arbeitnehmer profitieren in solchen Fällen vom arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, teilte das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Donnerstag in Erfurt mit. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hatte ursprünglich eine Vollzeit-Servicekraft aus Sachsen geklagt, deren Mindestlohn infolge einer Gesetzesänderung im Oktober 2022 auf zwölf Euro pro Stunde anstieg. Deren Arbeitgeber führte ab November 2022 eine Inflationspauschale von monatlich etwa 115 Euro ein, die über 26 Monate ausgezahlt werden sollte. Angestellte, die von einer Mindestlohnerhöhung profitierten, erhielten demnach nur eine Einmalzahlung von 250 Euro.Laut BAG argumentierte der Arbeitgeber damit, dass Beschäftigte, die ohnehin einen höheren Mindestlohn erhielten, die regelmäßige Inflationspauschale nicht im gleichen Rahmen benötigten wie andere Angestellte. Dagegen wehrte sich die Servicekraft vor Gericht.Nachdem die Klage in der Vorinstanz gescheitert war, entschied das BAG nun zugunsten der Servicekraft. Arbeitnehmer dürfen demnach bei der Verteilung von freiwilligen Leistungen nicht aus willkürlichen Gründen ausgeschlossen werden. Entscheidet sich der Arbeitgeber, bei der Vergabe von Leistungen zu differenzieren, müssen dafür sachliche und einleuchtende Gründe angegeben werden, so das BAG. Ein Ausschluss von Mindestlohnempfängern von freiwilligen Sonderzahlungen entspricht demnach nicht den Wertevorstellungen des Mindestlohngesetzes. Der Mindestlohn sei dazu gedacht, einen Mindestschutz zu garantieren und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

VW will bei Cariad 1000 Stellen abbauenDie VW-Softwaretochtergesellschaft Cariad steht vor einem größeren Stellenabbau. Konkret geht es um rund 1000 Stellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen. Betroffen wäre damit knapp ein Viertel der rund 4300 verbliebenen Cariad-Beschäftigten. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet.Bis wann und auf welche Weise die Stellen abgebaut werden sollen, war noch offen. Nun soll mit Arbeitnehmervertretern darüber verhandelt werden. Auch Tarifverträge wurden demnach gekündigt. Ein Cariad-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, soll das Unternehmen die Beschäftigten am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung unter anderem über den Stellenabbau informiert haben. Dieser sei nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern zu halten, heißt es in Bezug auf Teilnehmer. Dem Bericht zufolge soll das Unternehmen seine Investitionen von 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro kürzen. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts soll Cariad zudem weitere 400 Millionen Euro zur geplanten Verbesserung des operativen Konzernergebnisses beitragen. Der Zukunftsplan des Vorstands, der den Konzern bis 2030 profitabler machen soll, sieht Milliardenkürzungen bei Entwicklungsbudgets und den Abbau Zehntausender Stellen vor.Die Softwarelösungen von Cariad kommen im gesamten VW-Konzern zum Einsatz. Ursprünglich sollte die Tochtergesellschaft große Teile der Software selbst entwickeln. Wegen Problemen bei wichtigen Projekten, die auch den Start einzelner Modelle verzögerten, tauschte der Autokonzern die Cariad-Führung 2023 aus und änderte den Kurs. Anders als sein Vorgänger Herbert Diess setzt VW-Konzernchef Oliver Blume beim Thema Software auf Kooperationen mit externen Partnern wie Xpeng in China oder Rivian in den USA. Cariad fokussiert sich nun unter anderem auf die Eigenentwicklung von Schlüsseltechnologien wie Fahrdynamik-Software, Cloud-Anwendungen und Infotainment-Systeme.Schon in den Vorjahren hat die Softwaretochtergesellschaft mehrfach Stellen abgebaut. Ende 2023 hatte Cariad noch 6500 Beschäftigte. Zuletzt erfolgte der Abbau sozialverträglich über Abfindungen und Vorruhestandsprogramme. Bis 2029 waren betriebsbedingte Kündigungen zuletzt ausgeschlossen.

Lufthansa und Air France-KLM bessern Gebote für TAP nachIm Bieterwettstreit um ​die portugiesische Staatsfluggesellschaft TAP haben die Lufthansa ⁠und Air France-KLM ihre Angebote nachgebessert. Die staatliche portugiesische Holdinggesellschaft Parpublica teilte am ‌Mittwoch mit, sie habe von beiden verbesserte verbindliche Offerten für einen Anteil ‌von 44,9 Prozent ‌erhalten. Die Fluggesellschaften hatten im Juli erste Gebote eingereicht und waren Anfang ​des Monats aufgefordert worden, ⁠diese nachzubessern.Parpublica machte keine Angaben zur Höhe der Offerten. ​Die Holding werde die Angebote nun ⁠prüfen und einen ‌Bericht für die Regierung in Lissabon erstellen. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz zufolge ⁠soll bis Mitte ⁠Oktober eine Entscheidung fallen. Der Gewinner ⁠werde ​dann ⁠strategischer Partner einer der wenigen ​verbliebenen unabhängigen nationalen Fluggesellschaften in ‌Europa.

USA ermitteln wegen Cyberangriffen gegen KI-EntwicklerDie US-Kartellbehörde FTC hat offenbar ​umfassende Ermittlungen gegen die KI-Branche eingeleitet. Führungskräfte von Entwicklern wie OpenAI oder Anthropic ⁠müssten einen Fragenkatalog zu den Risiken Künstlicher Intelligenz (KI) beantworten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zahlreiche US-Medien berichten über die Ermittlungen der FTC. Behördenchef Andrew Ferguson habe erste Untersuchungen angeordnet, bevor ‌der Cyberangriff eines außer Kontrolle geratenen KI-Modells auf die Plattform „Hugging Face“ an die Öffentlichkeit kam. Anschließend habe er die Ermittlungen intensiviert. Anthropic und OpenAI ‌waren für eine Stellungnahme zunächst ‌nicht zu erreichen. Die Zeitung „New York Post“ hatte zuerst über die FTC-Initiative berichtet.In den vergangenen Monaten haben sich hochentwickelte KI-Programme – sogenannte KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen – wiederholt verselbstständigt. Sie umgingen Sicherheitsvorkehrungen und ⁠drangen in die IT-Systeme Dritter ein. Dies löste eine Debatte über die Risiken dieser Technologie aus. ​FTC-Chef ⁠Ferguson steht KI-Agenten ⁠kritischer gegenüber. Bei einer Reuters-Veranstaltung in der vergangenen Woche sprach er sich dagegen aus, ⁠diese ​Programme ⁠zu vermenschlichen und ihnen einen eigenen Willen ​zuzusprechen. Er deutete stattdessen an, dass die KI-Entwickler ‌für die von ihren Produkten verursachten Schäden zur Verantwortung gezogen werden sollten.

Tippfehler in Trumps Abkommen für „Superintelligenz“ sorgt für SpottDas Weiße Haus hat das „Abkommen für Superintelligenz“ veröffentlicht, das Präsident Donald Trump mit den Chefs von Techkonzernen zur Selbstkontrolle Künstlicher Intelligenz ausgehandelt hat. Spott hagelte es allerdings am Mittwoch wegen eines Tippfehlers: Trump wird darin unter seiner Unterschrift als Präsident der „Unites States“ bezeichnet, richtig wäre „United States“ mit „d“. Zahlreiche Internetnutzer merkten an, dies zeuge nicht gerade von „Superintelligenz“.Das Weiße Haus veröffentlichte das zweiseitige Dokument im Onlinedienst X von Techmilliardär Elon Musk. Musk zählt ebenso zu den Unterzeichnern wie Google-Chef Sundar Pichai, Anthropic-Gründer Dario Amodei, Meta-Chef Mark Zuckerberg, OpenAI-Präsident Greg Brockman und Nvidia-Chef Jensen Huang.

Früherer Chef von Hemdenhersteller Olymp ist totDer frühere Geschäftsführer des Hemdenherstellers Olymp, Eberhard Bezner, ist tot. Der Textilunternehmer sei am Dienstag friedlich zu Hause im Kreis seiner Familie verstorben, teilte das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) mit.1960 hatte er nach dem Tod seines Vaters, Firmengründer Eugen Bezner, im Alter von 24 Jahren die Verantwortung für den damaligen Mittelständler übernommen. Mehrere Jahrzehnte lang führte es das Familienunternehmen und richtete es zu einem immer stärker global agierenden Bekleidungshersteller aus. Heute wird Olymp von seinem Sohn Mark Bezner geführt. 2025 machte das Unternehmen einen Umsatz von 198 Millionen Euro mit 816 Beschäftigten.

Mercedes-Benz reaktiviert Abfindungsprogramm in DeutschlandMercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.Mercedes habe bereits mit seinem Sparprogramm wichtige Schritte eingeleitet, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Um die erforderlichen strukturellen Anpassungen weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich gestalten zu können, werde das freiwillige Abfindungsprogramm in den indirekten Bereichen wiederbelebt. Individuelle Angebote erhielten Tarifbeschäftigte und zum Teil auch Führungskräfte.Weiterhin gelte das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen müssten einem Ausscheiden zustimmen. Der Autobauer beschäftigt in Deutschland 108 000 Männer und Frauen.Mercedes-Benz will zudem die Arbeitskosten in Deutschland senken, um wettbewerbsfähiger zu werden. Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte die Schließung von zwei Werken in Deutschland angedroht, wenn die Kosten in Deutschland nicht reduziert werden. Zuletzt hatte es gegen die Pläne des Managements immer wieder Protestaktionen gegeben.

CTS-Eventim-Finanzvorstand geht nach neun Monaten abruptDer Ticketvermarkter und Konzertveranstalter ​CTS Eventim muss sich zum vierten Mal ⁠innerhalb von sechs Jahren einen neuen Finanzvorstand suchen. Amtsinhaber William Willms verlässt das Unternehmen ‌nach genau neun Monaten mit sofortiger Wirkung, wie CTS Eventim am Mittwoch mitteilte. Der langjährige Finanzchef ‌von Lufthansa ‌Technik war erst zu Jahresbeginn zu CTS gekommen. Eine Begründung für Willms' Ausscheiden gab das Unternehmen ​nicht. Auch seine ⁠Vorgänger waren nicht lange geblieben: Holger Hohrein amtierte von 2023 bis ​September 2025, Andreas Grandinger von April 2020 bis ⁠Ende 2022. ‌Der auf der zweiten Führungsebene für Finanzen zuständige Philipp Knigge soll die Aufgaben von Willms ⁠zunächst interimistisch ⁠übernehmen. Er arbeitet seit neun Jahren für CTS ⁠Eventim.Die ​CTS-Eventim-Aktie ⁠brach nach der Mitteilung ​um sechs Prozent auf 53 Euro ‌ein.

Übernahme von Tegut-Filialen durch Edeka: Monopolkommission warnt vor Folgen für WettbewerbAngesichts der geplanten Übernahme von 178 Tegut-Filialen durch Edeka warnt die Monopolkommission vor den möglichen Folgen für den Wettbewerb. „Die Behörden werden jetzt noch intensiver darauf achten müssen, dass die großen Vier die Preise nicht hochtreiben oder Innovationen verhindern“, erklärte der Chef der Monopolkommission, Tomaso Duso, am Mittwoch mit Blick auf die vier großen Einzelhändler Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Dem Bundeskartellamt zufolge fallen bereits jetzt mehr als 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf die vier Unternehmen.Die Monopolkommission erklärte, sie habe in einem Gutachten gezeigt, dass die Konzentration in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen sei – „nicht zuletzt durch Zusammenschlüsse“. Die Übernahme der Tegut-Filialen durch Edeka setze diese Entwicklung fort. Für den Wettbewerb sei es „schmerzlich, dass ein weiterer Händler vom Markt verschwindet“, erklärte Duso.Das Bundeskartellamt hatte Edeka am Montag nach eingehender Prüfung die Übernahme von 178 Tegut-Filialen sowie weiterer Unternehmensteile erlaubt. Dafür habe Edeka sich verpflichtet, weitere 24 Tegut-Standorte für einen Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben, erklärte das Kartellamt.

Kanzleiumsätze durchbrechen Schwelle von elf Milliarden EuroDer Kanzleimarkt in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2025 abermals eindrucksvoll gewachsen. Die 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien erwirtschafteten gemeinsam einen Umsatz von mehr als elf Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 5,4 Prozent. Ein respektables Ergebnis in einem Jahr voller Umbrüche, wie der Kölner Branchendienst Juve schreibt, der die finanziellen Kennzahlen des Mixes aus internationalen Großkanzleien, deutschen Sozietäten und spezialisierten Kanzleiboutiquen recherchiert hat.In der am Mittwoch veröffentlichten Analyse fallen zwei Werte besonders auf. Zum einen gelang es den Kanzleien im breiten Marktdurchschnitt, ihre Produktivität nochmals deutlich zu steigern. So erwirtschaftete jeder Anwalt in den Top-100-Kanzleien im Schnitt 712.000 Euro (+6,7 Prozent). Für den deutschen Kanzleimarkt ist das ebenfalls eine neue Bestmarke. Im Gegensatz zu früheren Geschäftsjahren war dieses Wachstum jedoch nicht auf weitere Einstellungen von Anwälten zurückzuführen. Die Zahl der Partner und angestellten Anwälte stagnierte und lag laut Juve bei gut 16.700 Vollzeitstellen. In der Untersuchung heißt es: „Das Marktwachstum entkoppelt sich vom Personaleinsatz.“In der Gruppe der zehn umsatzstärksten Einheiten liegt Freshfields mit 597 Millionen Euro weiterhin an der Spitze, gefolgt von CMS Hasche Sigle mit 445 Millionen Euro und Hengeler Mueller mit 409 Millionen Euro. Den größten Sprung mit einem Wachstum von 10,8 Prozent machte die US-Kanzlei Latham & Watkins mit 279 Millionen Euro. Vergleichbare Zuwächse erzielten die deutsche Großkanzlei Gleiss Lutz mit 10,4 Prozent auf 319 Millionen Euro und die amerikanische Sozietät White & Case mit 9,7 Prozent auf 271 Millionen Euro.Auffällig ist das Wachstum der US-Kanzleien, die häufig höhere Stundenhonorare als ihre deutsche Konkurrenz durchsetzen können und als Berater bei großvolumigen Private-Equity-Deals gesetzt sind: Kirkland & Ellis, die global umsatzstärkste Kanzlei, konnte ihren Umsatz in Deutschland innerhalb eines Jahres um mehr als 55 Prozent auf 123 Millionen Euro steigern. Dies spiegelt sich auch im Umsatz je Berufsträger wider: Lediglich in 18 Kanzleien erwirtschaftet jeder Anwalt einen jährlichen Umsatz von einer Million Euro oder mehr. Bis auf Hengeler Mueller und der britischen Topkanzlei Linklaters gelingt dieses Kunststück nur Anwälten aus US-Wirtschaftskanzleien.

Bericht: Neuer Apple-Chef plant weitreichenden KonzernumbauDer neue Chef des US-Technologiekonzerns Apple erwägt einem Medienbericht zufolge einen weitreichenden Umbau des iPhone-Herstellers. Ziel von John Ternus sei es, den Fokus auf die Entwicklung zu schärfen, Produkte in kürzeren Abständen auf den Markt zu bringen und die ‌Organisation schlanker aufzustellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zu den ersten Überlegungen ‌gehöre eine Abkehr ‌vom traditionellen Veröffentlichungszyklus im Frühjahr und Herbst. Zudem sollten Stellen im mittleren Management wegfallen, um die Distanz zwischen den Entwicklern und der Konzernspitze zu verringern. Eine Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor.Ternus hatte Anfang September die Nachfolge des langjährigen Apple-Chefs Tim Cook angetreten. Dem Bericht zufolge wurden Sparmaßnahmen in dem Konzern bereits in die Wege ‌geleitet, während Ternus nach neuen Einnahmequellen sucht. So habe die Hardware-Sparte begonnen, Stellen im Projektmanagement abzubauen, wovon rund ein halbes Dutzend Direktoren betroffen sei. Zudem gebe es erhebliche Kürzungen bei den Teams für den Sprachassistenten Siri, das Headset Vision Pro und die KI-Softwareentwicklung. Ternus wolle zudem prüfen, wie Künstliche Intelligenz (KI) die ‌Produktentwicklung beschleunigen und Aufgaben von Beschäftigten übernehmen könne.