FAZ 16.05.2026
16:04 Uhr

Business-Ticker: Geht SpaceX schon am 12. Juni an die Börse?


18 Tage, 45.000 Mitarbeiter: Samsung droht der größte Streik seiner Geschichte +++ Mehr deutsche Unternehmen wollen in Amerika investieren +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Geht SpaceX schon am 12. Juni an die Börse?

Geht SpaceX schon am 12. Juni an die Börse?Das Raketen- und Satellitenunternehmen SpaceX von Elon ​Musk plant seinen Börsengang angeblich schon für Mitte Juni an ⁠der Technologiebörse Nasdaq. Demnach könnte der Ausgabepreis am 11. Juni festgelegt und der Börsenstart für den 12. Juni anvisiert werden, sagten drei mit dem ‌Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.Damit würde der Zeitplan für den mit Spannung erwarteten Börsengang beschleunigt, der ursprünglich für Ende Juni ‌geplant war. Eine schnellere Prüfung ‌des Börsenprospekts durch die amerikanische Börsenaufsicht SEC habe unter anderem zu der Beschleunigung geführt, hieß es weiter. Die Unterlagen sollen nun schon am kommenden Mittwoch veröffentlicht werden, ​bevor am 4. Juni die Werbetour vor ⁠Investoren beginnt.

18 Tage, 45.000 Mitarbeiter: Samsung droht historischer StreikIm Tarifkonflikt des südkoreanischen Technologiekonzerns Samsung Electronics könnte es kurz vor der für kommende ​Woche angedrohten Streiks eine Entspannung geben. Das Unternehmen und die Gewerkschaft wollten am Montag die Gehaltsverhandlungen mit einem staatlichen ⁠Vermittler wieder aufnehmen, teilte die Arbeitnehmerorganisation am Samstag mit. Samsung habe zudem, wie von der Gewerkschaft gefordert, seinen Verhandlungsführer ausgetauscht.Die Gewerkschaft hatte einen 18 Tage andauernden Streik ab dem 21. Mai angekündigt, an dem sich Schätzungen zufolge mehr als 45.000 ‌Beschäftigte beteiligen wollten. Samsung ist der weltgrößte Anbieter von Speicherchips und ein wichtiger Auftragsfertiger. Ein Streik würde die weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern verschärfen und damit globale Lieferketten empfindlich treffen.

CEOs von Citigroup und Goldman beraten in Peking mit RegierungsvertreternDie Chefin der amerikanischen Großbank Citigroup, Jane ​Fraser, hat sich am Rande des China-Besuchs von ⁠Präsident Donald Trump mit ranghohen chinesischen Vertretern getroffen. Wie staatliche Medien am Samstag berichteten, sprach sie mit dem ‌Chef der chinesischen Börsenaufsicht und dem Parteisekretär von Peking über eine engere Zusammenarbeit in der Vermögensverwaltung und ‌der grenzüberschreitenden Finanzierung, meldet der Finanzdienst Reuters. ‌Auch der Vorstandsvorsitzende der Investmentbank Goldman Sachs, David Solomon, traf sich mit chinesischen Offiziellen, wie die Devisenbehörde mitteilte.Fraser war ​Teil einer Delegation amerikanischer Unternehmenslenkerinnen und -lenker, die Trump auf seiner Reise begleitete. Die Anwesenheit von Führungskräften von Unternehmen ​wie Apple, Meta und Boeing unterstreicht die Bedeutung des chinesischen Marktes, ⁠auch wenn die ‌politischen Beziehungen angespannt sind.

Verdi: Mehr als 5000 Beschäftigte im Handel beteiligen sich an Warnstreiks  Im Tarifstreit im Einzel- und Großhandel haben sich am Freitag laut Verdi bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Gestreikt wurde in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg, wie Verdi in Berlin mitteilte. Bestreikt wurden über 200 Betriebe, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland, Marktkauf, Penny, Douglas, Primark, Zara, H&M, Metro und Ikea.Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro mehr. Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer forderte die Arbeitgeber am Freitag bei einer Kundgebung in Dortmund auf, ein „verhandlungsfähiges“ Angebot zu machen. Das in dieser Woche vorgelegte Angebot sei „skandalös niedrig“.Für Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatten die Arbeitgeber laut Handelsverband Deutschland (HDE) eine Lohnerhöhung in zwei Stufen von insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vorgelegt. Im ersten Tarifjahr sollen die Löhne demnach ab 1. November 2026 um zwei Prozent und im zweiten Tarifjahr um 1,5 Prozent steigen. Dies sei ein „Angebot mit Augenmaß“ in der „schwersten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren“. Der HDE betonte, aktuell stünden viele Jobs in der Branche auf dem Spiel; seit 2022 seien im Einzelhandel insgesamt rund 73.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das Risiko für massenhafte Jobverluste sei real. Am Montag finden die nächsten Verhandlungstermine statt: für den Einzelhandel in Hessen und den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen. 

Peugeots kommen künftig aus China Die französische Traditionsmarke Peugeot lässt ihre Autos künftig auch in China bauen. Der Mutterkonzern Stellantis gab am Freitag bekannt, dass er die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Dongfeng erheblich ausweiten wolle. Die beiden Unternehmen, die seit mehr als drei Jahrzehnten zusammenarbeiten, wollen Peugeots und zusätzlich Wagen der amerikanischen Marke Jeep nicht nur für den chinesischen Markt herstellen, sondern auch für den weltweiten Export, wie sie betonen. Bei Forschung und Entwicklung wollen die beiden Unternehmen ebenso stärker kooperieren.Stellantis und Dongfeng wollen von 2027 an insgesamt vier neue Fahrzeuge im chinesischen Werk von Wuhan in der Provinz Hubei herstellen. Dabei handelt es sich um zwei neue Peugeots sowie zwei neue Jeeps. Die Peugeots sind eine Limousine und ein großer SUV, die schon auf dem Pekinger Automobilsalon in diesem Jahr vorgestellt wurden. Bei den Jeeps soll es sich um zwei Geländewagen mit Elektro- und Hybridantrieben handeln. Gemeinsam soll umgerechnet eine Milliarde Euro investiert werden, wovon Stellantis 130 Millionen Euro beisteuere, heißt es in der Erklärung. Die beiden Unternehmen betonen dabei auch die positive Rolle, welche die Regierung der Provinz Hubei spiele.Stellantis hatte Anfang des Jahres berichtet, dass die Marke Peugeot zuletzt Absatzrückgänge erlitten habe – nicht zuletzt, weil sich die älteren Modelle Peugeot 208 und Peugeot 308 weniger gut verkauften. In rund einer Woche will Stellantis in den USA einen neuen Strategieplan vorstellen, der den Ausweg aus der aktuellen Krise weisen soll.

Umfrage: Mehr deutsche Unternehmen wollen in Amerika investierenTrotz eingetrübter Konjunkturerwartungen wollen viele deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den USA erhöhen. ​41 Prozent der Betriebe mit Standorten in den Vereinigten Staaten wollen ihr Engagement vor Ort ausbauen, wie ⁠die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) zu der am Freitag veröffentlichten Umfrage unter mehr als 4500 Unternehmen mitteilte. Im vergangenen Herbst gaben dies nur 26 Prozent an. 35 Prozent planen mit mehr Personal, ‌zehn Prozent mit einer Verringerung (zuvor 19 Prozent). „Die US-Zollpolitik wirkt längst wie ein globales Umlenkungsprogramm für Investitionen und Handelsströme“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die Firmen suchten nach Stabilität und Planbarkeit.Handelsbarrieren gelten inzwischen als größtes Geschäftsrisiko für ‌die deutschen Betriebe in den ‌Vereinigten Staaten. Diese reagieren auf die höheren Importkosten vor allem mit Preiserhöhungen (68 Prozent) und einer stärkeren Ausrichtung auf lokale Lieferketten und Produktionsstätten (40 Prozent). 15 Prozent wollen ihre Absatzmärkte stärker diversifizieren, um potenziellen Umsatzverlusten entgegenzuwirken.Weltweit habe mehr als jedes zweite deutsche ​Unternehmen mit US-Geschäft bereits auf die amerikanische Handelspolitik ⁠unter Präsident Donald Trump reagiert, die etwa hohe Importzölle von 15 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union vorsieht. 15 Prozent wenden ​sich neuen Märkten zu, 14 Prozent reduzieren ihr US-Geschäft. Weitere 18 Prozent konzentrieren sich stärker auf etablierte oder heimische Absatzmärkte. „Der US-Markt ist unter dem Strich durch die Handelspolitik weniger attraktiv für ⁠deutsche Unternehmen – ⁠das gilt vor allem für Exporteure“, sagte Treier. „Das gilt aber auch für die Unternehmen vor Ort, die auf ⁠internationale Lieferketten angewiesen sind.“

LVMH verkauft Modemarke Marc Jacobs an US-Unternehmen Der französische Luxusgüterkonzern LVMH trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke ​Marc Jacobs. Käufer ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Markenverwalters WHP Global und der Modefirma G-III Apparel, wie ⁠die Unternehmen in der Nacht zu Freitag mitteilten. Für die Übernahme wollen die beiden US-Unternehmen bis zu 850 Millionen Dollar aufbringen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. G-III werde die ‌Marke weltweit erwerben und verwalten, während WHP die Lizenzvergabe übernehme, hieß es in der Mitteilung.Gründer Marc Jacobs, der das Label 1984 ins Leben rief, wird nach Abschluss der Transaktion als Kreativchef ‌an Bord bleiben. LVMH hatte ‌1997 die Mehrheit an der Marke erworben und Jacobs im selben Jahr zum Kreativdirektor von Louis Vuitton ernannt. Aus einer Pflichtmitteilung geht hervor, dass G-III und WHP jeweils bis zu 425 Millionen Dollar zur Finanzierung ​der Übernahme beisteuern werden. Zu G-III gehören Marken ⁠wie Karl Lagerfeld und DKNY. Die Markenrechte an Marc Jacobs sollen zu gleichen Teilen bei den Käufern liegen.Der Verkauf passt ​zum Bestreben von LVMH, sich in einem schwierigen Marktumfeld auf die Profitabilität zu konzentrieren. Der Luxussektor leidet derzeit unter den ⁠Folgen des ‌Konflikts im Nahen Osten, der den Reiseverkehr beeinträchtigt und die Konsumlaune dämpft. LVMH hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, dass der Krieg im Iran den Konzernumsatz im jüngsten Quartal um mindestens ein Prozent gedrückt habe. 

VW-Betriebsrat: Natürlich bleiben alle Standorte erhaltenDie Gewerkschaft IG Metall und der Volkswagen-Betriebsrat haben Werksschließungen in Europas größtem Autokonzern eine klare Absage ​erteilt. Das werde es mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall nicht geben, erklärten IG-Metall-Chefin Christiane Benner, VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo und der ⁠Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Natürlich bleiben alle Standorte erhalten. Und falls die Geschäftsmodelle dafür absehbar nicht mehr vollständig tragen sollten, müssen eben neue her.“Neue Geschäftschancen in anderen industriellen Feldern ‌kämen dabei allerdings nicht infrage, um bestehende Zusagen aus der Einigung von 2024 zu ersetzen. „Es könnte dabei allenfalls um Ergänzungen gehen – als zusätzliche neue Standbeine für unsere Standorte“, erklärten die drei Arbeitnehmervertreter. Sollten sich derartige Felder auftun, sei es unter dem Konzerndach ‌oder mit externen Partnern, werde das die ‌Arbeitnehmerseite ergebnisoffen prüfen, so wie sie es schon immer getan habe. Dabei seien gute Arbeit, Zukunftsperspektiven und sichere Beschäftigung die Leitplanken. „Was darauf einzahlt, hat unsere vollste Unterstützung. Was dem zuwiderläuft, werden wir auch in Zukunft mit aller Härte bekämpfen.“

Orlopp: Angebot der Unicredit „Schrumpfungs-Strategie für unser Geschäftsmodell“Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, hat in einem Interview das Vorgehen der Unicredit im Übernahmekampf um die deutsche Bank scharf kritisiert.  „Was wir nicht gebrauchen können, ist eine Destabilisierung unserer Organisation“, betonte Orlopp gegenüber der dpa. Die Unicredit war die Commerzbank unter anderem in einer Social-Media-Kampagne scharf angegangen und wurde dafür von der Finanzaufsicht Bafin gerügt. „Wir achten darauf, dass wir die Organisation stabil halten, trotz dieser unangemessenen Angriffe“, sagte Orlopp. Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Die Großbank mit Sitz in Mailand bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden. Eine begründete Stellungnahme zum Angebot der Unicredit, das einen Abschlag auf den jüngsten Aktienkurs der Commerzbank vorsieht, will die Commerzbank Anfang nächster Woche vorlegen. „Das Übernahmeangebot der Unicredit ist de facto eine Schrumpfungs-Strategie für unser Geschäftsmodell“, kritisierte Orlopp. Die Commerzbank habe sich nie Gesprächen verweigert. Weitere Gespräche seien allerdings nur dann sinnvoll, „wenn die Unicredit ein Zeichen gibt, dass sie bereit sind, über die Höhe des Angebots an unsere Aktionäre nachzudenken und über das Geschäftsmodell“, sagte Orlopp. 

US-Chipkonzern Cerebras liefert größten Börsengang des JahresDer US-Chipentwickler Cerebras feiert ein fulminantes Börsendebüt an der Technologiebörse Nasdaq. Die Aktien des kalifornischen Unternehmens notieren zur Eröffnung bei 350 Dollar und damit 89 Prozent über dem Ausgabepreis. ​Der Kurssprung beim bisher größten Börsengang des Jahres beschert dem Unternehmen einen Marktwert von 106,75 Milliarden Dollar.Cerebras fordert mit seiner „Wafer-Scale-Engine“ die herkömmliche Architektur für KI-Anwendungen heraus. Dabei handelt es sich um Chips von der Größe eines Speisetellers, die die Verarbeitung beschleunigen sollen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf Grafikkarten (GPU) basieren ⁠und auf Gruppen von miteinander verbundenen Chips angewiesen sind, integriert Cerebras Hunderttausende von Rechenkernen auf einem einzigen Prozessor. 

Trump: China hat Interesse an Kauf von 200 Airbus-MaschinenNach Angaben von US-Präsident Donald Trump hat China Interesse am Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen bekundet. Der chinesische Staatschef Xi Jinping habe zugesagt, bei dem US-Konzern „200 Jets zu bestellen“, sagte Trump dem Sender Fox News am Rande seines Staatsbesuchs in Peking in einem vorab veröffentlichten Interview-Auszug. Das werde viele Arbeitsplätze in den USA sichern, sagte Trump. Zudem will China laut Fox News wieder Sojabohnen aus den USA kaufen.Trump sprach von „großen“ Maschinen. Fox News zufolge geht es um Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737. Trump wird auf seiner China-Reise von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Ihr gehört unter anderem Boeing-Chef Robert Ortberg an.

Siemens kauft italienischen Bahntechnik-Anbieter Mermec  Siemens stärkt sein Bahntechnik-Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme in Italien. ⁠Der Münchner Technologiekonzern kauft das Kerngeschäft der süditalienischen Mermec mit Zug-Signal-, Diagnose- und Messtechnik, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Zwei mit der Transaktion vertraute Personen bezifferten den Preis gegenüber der Nachrichtenagentur ‌Reuters auf rund 1,2 Milliarden Euro. „Innerhalb unseres weltweit führenden Signaltechnikgeschäfts erweitert dieser Schritt unsere industrielle Präsenz in Italien und stärkt unser globales Diagnostikportfolio erheblich“, sagte Michael Peter, der Chef der Zug-Sparte Siemens ‌Mobility.Mermec ist vor allem für ‌seine Messzüge bekannt, mit denen der Zustand der Schienen-Infrastruktur kontrolliert werden kann. Im Kerngeschäft kommt das Unternehmen aus Monopoli bei Bari mit 1700 Mitarbeitern laut einer Präsentation auf einen Umsatz von 430 Millionen Euro und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von ​17 Prozent. 75 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Mermec in ⁠Italien, wo das Unternehmen vor allem im Fernverkehr stark in der Signaltechnik ist. Das Signaltechnik-Geschäft in Frankreich, Großbritannien und Deutschland, das Mermec ​erst vor wenigen Jahren von der japanischen Hitachi Rail gekauft hatte, ist bei der Übernahme ausgeklammert.Siemens verspricht sich von Mermec eine ⁠Ankurbelung des Umsatzes in ‌der Bahntechnik durch die Integration der Mermec-Produkte in das Angebot von Siemens in der Bahn-Infrastruktur. Mittelfristig soll das zu 400 Millionen Euro Mehrumsatz führen, langfristig zu 500 Millionen. Dabei setzt Siemens unter anderem auf die Modernisierung des Streckennetzes in ⁠Italien. Dazu ⁠kämen binnen zwei Jahren Einsparungen, die zu einem um 15 Millionen Euro höheren operativen Gewinn führten.Mermec-Eigentümer Vito Pertosa ⁠begründete den Verkauf ​mit seinem ⁠Alter: „Ich bin seit neun Monaten formal im ​Ruhestand. Mit meiner Gesundheit steht es derzeit nicht zum Besten, und meine Kinder ‌gehen ihre eigenen unternehmerischen Wege.“ Es sei ihm um die Zukunft seiner Mitarbeiter gegangen. Mit dem Erlös könne ​er in die anderen Unternehmen seiner Industrieholding Angelo investieren, ​die auch in der Luft- und Raumfahrt aktiv ist. 

Chinesischer Autohersteller Xpeng verhandelt mit VW über WerkskaufXpeng verhandelt einer Zeitung zufolge mit Volkswagen ​und anderen Herstellern über den Kauf eines Werks in Europa. Der ⁠chinesische E-Autobauer wolle damit seinen internationalen Absatz ausbauen, berichtete die „Financial Times“ (FT) am Mittwoch. „Wir sprechen mit (Volkswagen) darüber, ob es hier in Europa einen geeigneten Standort ‌gibt“, sagte Elvis Cheng, Xpeng-Geschäftsführer für Nordosteuropa, auf einer Konferenz der Zeitung. Eine Stellungnahme von VW lag demnach zunächst nicht vor.Xpeng ‌lässt seine Fahrzeuge ‌für den europäischen Markt derzeit beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Österreich bauen, stößt dort Cheng zufolge jedoch an Kapazitätsgrenzen. Der chinesische Konzern ziehe zudem den ​Bau eines neuen Werks in Betracht, ⁠da die VW-Fabriken „ein wenig alt“ seien, berichtete die „FT“ weiter.VW befindet sich in einem umfassenden ​Umbau und plant, seine Produktion in Europa zurückzufahren sowie Zehntausende Stellen abzubauen. Konzernchef Oliver ⁠Blume hatte ‌Ende April erklärt, das Unternehmen prüfe, ob es für chinesische Partner Möglichkeiten gebe, ungenutzte Kapazitäten in Europa zu übernehmen.Die beiden Autobauer kooperieren in China. ⁠VW hatte ⁠2023 rund 700 Millionen Dollar in eine Beteiligung von fünf Prozent an Xpeng investiert. ⁠Seit ​Kurzem ⁠läuft in der Volksrepublik das erste ​gemeinsam entwickelte Fahrzeug vom Band. Xpeng ist ‌nach der Kürzung von Elektroauto-Subventionen auf dem chinesischen Heimatmarkt verstärkt auf das ​Exportgeschäft angewiesen.

Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat die Gewerkschaft Verdi zu den ersten Warnstreiks aufgerufen. Am Freitag sollen bundesweit Betriebe bestreikt werden, sagte Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Zimmer sprach von „vergifteten Angeboten“, die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um zwei Prozent und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro.Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuvor bereits vor unrealistischen Forderungen gewarnt. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebe es „dieses Mal kaum Spielraum“ für Lohnerhöhungen. Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende konnten sich die Beschäftigten im Einzelhandel für 2023 bis 2025 über ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent freuen. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering. 

Bundesarbeitsgericht: Beschäftigte von Ryanair-Tochter können Betriebsrat gründen Beschäftigte von Airlines mit Sitz im Ausland können auch an einem deutschen Standort einen Betriebsrat gründen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch. Es ging um den Berliner Flughafen BER und die Ryanair-Tochter Malta Air. Diese hat in Berlin einen Standort mit etwa 320 Beschäftigten, die im Cockpit oder der Kabine arbeiten. Sie beginnen und beenden ihre Arbeit also im oder am Flugzeug. Entscheidungen etwa über Einstellungen und Entlassungen oder Beförderungen werden aber von der Leitung in Malta und Irland getroffen. Verhandlungen über eine Personalvertretung scheiterten. Nach Initiativen zur Wahl eines Betriebsrats wollte die Fluggesellschaft gerichtlich feststellen lassen, dass am Stationierungsort BER kein Betriebsrat gebildet werden kann. Ihrer Auffassung nach ist das nur möglich, wenn auch der Hauptbetrieb in Deutschland sitzt. Damit hatte die Airline schon vor dem Arbeitsgericht Cottbus und dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg keinen Erfolg. Nun scheiterte die Beschwerde gegen diese Entscheidungen auch vor dem Bundesarbeitsgericht. Ein Betriebsteil im rechtlichen Sinn kann dessen Beschluss zufolge auch dann vorliegen, wenn der Hauptbetrieb im Ausland liegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung. „Das Bundesarbeitsgericht hat heute sehr deutlich gemacht: Auch die Ryanair-Gruppe kann sich nicht durch trickreiche Konzernkonstruktionen oder formale Zuständigkeiten der Mitbestimmung entziehen“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Christine Behle.