Der Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ist ein Zeugnis des Scheiterns: 2,76 Millionen junge Menschen bis 34 Jahre haben keinen Berufsabschluss. 60 Prozent davon sind Einwanderer, die entweder ohne Ausbildung gekommen sind oder deren Abschlüsse nicht anerkannt werden. Aber auch unter Deutschstämmigen ist die Quote der Schulabbrecher seit Jahren konstant hoch. Die Wege der Bildungsverlierer sind vorgezeichnet. Sie führen aus Förder- und Orientierungsmaßnahmen in Arbeitslosigkeit oder Helferjobs ohne Entwicklungsperspektive. Gebraucht werden aber mehr denn je Fachkräfte mit technischem Wissen und handwerklichem Können. Für die Wachstumsperspektiven der Volkswirtschaft und die Zukunft der Sozialkassen ist das eine riesige Bürde. Die Regierung listet in ihrem Bericht sage und schreibe 120 „berufsbildungspolitische Aktivitäten und Programme“ auf, mit denen möglichst viele Menschen in Ausbildung gebracht werden sollen. Weniger wäre mehr: Ein höheres Mindestalter für den Mindestlohn würde Helferjobs unattraktiver machen und den Druck zur Ausbildung erhöhen.
