FAZ 11.05.2026
07:15 Uhr

Bahnprojekt in Sachsenhausen: Weichen und Hilfsbrücken passen schon mal


Die Arbeiten für die Erneuerung der Eisenbahnüberführung in Frankfurt liegen im Zeitplan. Insgesamt wird in Sachsenhausen drei Jahre lang gearbeitet.

Bahnprojekt in Sachsenhausen: Weichen und Hilfsbrücken passen schon mal

Im Frankfurter Süden über der Mörfelder Landstraße liegt was in der Luft. Es wiegt 20 Tonnen und hängt an einem Schienenkran. Die Konstruktion aus Schienen und Betonschwellen gehört zu einer der beiden neuen Weichen vor der Eisenbahnüberführung. Drei dieser Teile braucht es für eine Weiche. Am 1. Mai und in den Tagen danach sind schon vier Hilfsbrücken eingesetzt worden. Vor 101 Jahren ist die alte Brücke über die Mörfelder Landstraße eröffnet worden. Sie hat nicht nur das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Mit 16 Metern ist der Durchlass auch so schmal, dass bisher neben Straßenbahnen und Autos kaum Platz für Radfahrer und Fußgänger war. Künftig sind es mehr als 25 Meter. Die neue Brücke habe insgesamt eine Spannweite von 62 Metern, sagte Marco Rasbieler von DB Infrago beim Ortstermin. Sie sei Teil der Erneuerung des Bestandsnetzes. Wenn die neuen Weichen liegen, müssen an der Baustelle noch Oberleitungen und Signalanlagen wiederaufgebaut werden. Bis zum 15. Mai muss alles fertig sein, denn nur so lange ist die Bahnstrecke zwischen dem Forsthaus und Frankfurt Süd gesperrt. Es hätte theoretisch schneller gehen können. „Aber wir dürfen nur tagsüber von 7 bis 20 Uhr arbeiten“, sagt Projektleiter Michael Möll. Die Baustelle sei eben mitten in der Stadt. Die Arbeiten lägen im Zeitplan. Was prinzipiell eine gute Nachricht ist, die sich für die Bewohner Sachsenhausens nur durch die lange Gesamtbauzeit von drei Jahren relativiert. Unter den vier Hilfsbrücken entstehen jetzt je zehn Meter tiefe Baugruben, in denen die Widerlager für die Brücke betoniert werden. Dazu werden sie mit 100 Bohrpfählen abgedichtet. „Wir arbeiten im Grundwasser“, sagt der Projektleiter. Das alles ist aber Vorgeplänkel im Vergleich mit der eigentlichen Brücke. Sie wird jenseits der Stresemannallee montiert und im Oktober 2027 über die Mörfelder Landstraße zur Brückenbaustelle gefahren. Dazu müssen auf dem 800 Meter langen Abschnitt zwei Straßenbahnhaltestellen sowie alle Masten und Aufbauten demontiert werden. Ende 2027 will die Bahn mit ihren Arbeiten fertig sein. Danach werde die Mörfelder Landstraße zwischen Breslauer Straße und Oppenheimer Landstraße von Grund auf erneuert, sagte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen). Dazu gehörten auch Kanäle und Leitungen im Untergrund. Außerdem entstehe neben der Brücke ein Regenrückhaltebecken. Wenn die Arbeiten Mitte 2029 abgeschlossen seien, hätten Fahrradfahrer und Fußgänger eigene Wege. Insgesamt kostet das Vorhaben 77 Millionen Euro, von denen 42 Millionen Euro auf die Bahnbrücke entfallen.