Forschern der Uni Frankfurt ist es im Labor gelungen, ein Protein zu reparieren, das in rund der Hälfte aller Krebsfälle defekt ist. Dies könnte die Entwicklung neuer Medikamente für eine Reihe verschiedener Tumore voranbringen. Zusammen mit Kollegen aus Marburg, Köln und Zürich haben die Forscher einen Weg gefunden, eine Vielzahl von Mutationen des Eiweißstoffs p53 zu neutralisieren. Dieser „Wächter des Genoms“ bewirkt in gesunden Zellen, dass Schäden an der DNA behoben werden, die auch Krebs auslösen können. Bisher sind mehr als 2000 Mutationen von p53 bekannt, die in Tumoren dazu führen, dass das Protein seine Funktion nicht mehr ausüben kann. Nur ein kleiner Teil dieser Veränderungen lässt sich bisher mit speziell darauf zugeschnittenen Medikamenten wirkungslos machen. Nun haben die Forscher eine Art von Mini-Antikörpern entwickelt, die an viele mutierte Varianten von p53 binden und das Protein dadurch stabilisieren, sodass es seine Aufgabe wieder erfüllen kann. Nach den Vorstellungen der Wissenschaftler könnten die Baupläne für solche Wirkstoffe in winzige Fettkügelchen verpackt und in Krebszellen eingeschleust werden. Dort könnte die zelleigene „Proteinfabrik“ die Antikörper herstellen. Diese würden dann an die defekten p53-Moleküle binden und ihnen ihre normale Funktion zurückgeben.
