FAZ 10.05.2026
17:34 Uhr

Am Flussufer: Archäologen entdecken Bibergrab an der Saale


Am Ufer der Saale wurden in einer Grube die Knochen von mindestens zwölf Bibern gefunden, die vor 7.000 Jahren erlegt und gemeinsam verscharrt wurden. Zu welchem Zweck?

Am Flussufer: Archäologen entdecken Bibergrab an der Saale

Auf ihrem Weg von der Ostsee nach Bayern durchquert die Gleichstromtrasse „Südostlink“ auch die Gegend um Alsleben in Sachsen-Anhalt, wo sie unter der Saale entlanggeführt wird. Bei den archäologischen Untersuchungen, die für den massiven Eingriff in den Boden durchgeführt wurden, kam auf einem etwa zwei Hektar großen Gebiet oberhalb des Flussufers ein Siedlungsplatz ans Licht, der schon in der Jungsteinzeit benutzt wurde, später auch in der Bronze- und der Eisenzeit. In dieser Form einzigartig ist dort eine Grube mit Tierknochen, die sich bei näherer Untersuchung als die Überreste von mindestens zwölf Bibern herausstellten, wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mitteilt. Die Tiere im Alter zwischen einem und acht Jahren wurden laut einer Radiokarbonanalyse vor etwa siebentausend Jahren erlegt. Während in späteren Zeiten das Fleisch des Bibers beliebt war und im Mittelalter sogar während der Fastenzeit gegessen wurde, da man ihn wie den Fischotter zu den Fischen zählte, ging es den jungsteinzeitlichen Jägern offenbar um die Pelze der Tiere. Deren Körper ließen sie zerfallen, die Knochen deponierten sie später, statt sie als Werkzeuge zu nutzen, in der Grube, in der sie nun gefunden wurden.