Die Reform der Riester-Rente tritt erst zum Jahreswechsel in Kraft. Aber schon jetzt ist der Nachfolger „Altersvorsorgedepot“ in aller Munde. Die großen Fondsgesellschaften und die ersten Neobroker haben die Details ihrer neuen Angebote bekannt gegeben. Erstaunlich still sind hingegen bisher die Lebensversicherer, die bisher die meisten Riester-Renten verwalten. Die Lebensversicherung könnte der große Verlierer der kommenden Jahre werden. Alle bisherigen Ankündigungen für das neue Depot basieren auf ETF und Fonds mit einem Auszahlplan im Ruhestand, bei dem jeden Monat ein bestimmter Betrag ausgeschüttet wird, bis das Kapital aufgebraucht ist. Die lebenslange Leibrente spielt keine Rolle, Garantien auch so gut wie gar nicht. Diese beiden Elemente einer klassischen Lebensversicherung sind in der Nach-Riester-Welt nicht gefragt. Damit verstärkt sich ein Trend, der schon vor einigen Jahren begonnen hat. Die vielen jungen Sparer setzen auf Aktien-ETF von günstigen Internetbanken, Lebensversicherungen kaufen sie nicht. Dabei waren die Policen lange Zeit die beliebteste Form der Altersvorsorge. Jeder Einwohner hatte statistisch mehr als eine abgeschlossen. Doch das ist viele Jahre her. Erst wurden Steuervorteile abgebaut, dann verringerten die Niedrigzinsphase und das Garantieversprechen in Verbindung mit hohen Kosten die Rendite. Es ist gut, dass heute andere Sparformen beliebter sind. Das Langlebigkeitsrisiko lässt sich günstiger als mit der lebenslangen Rente einer Lebensversicherung abdecken. Nämlich mit dem Auszahlplan eines Fonds, wenn nur das Ende spät genug gewählt wird. Also nicht schon mit 85 Jahren, sondern eher mit 90 oder 95. Die Auszahlungen wären immer noch höher als bei einer Lebensversicherung. Und die Absicherung der Angehörigen gewährleistet die viel günstigere Risiko-Lebensversicherung.
