FAZ 18.03.2026
16:08 Uhr

(+) Wiederentdeckte Oper: Was für eine Komponistin!


Riesige Begeisterung im Saal: Die Oper Dortmund zeigt in Verbindung mit dem Palazzetto Bru Zane die Oper „Mazeppa“ der Chopin-Schülerin Clémence de Grandval.

(+) Wiederentdeckte Oper: Was für eine Komponistin!

Musikalischer Feminismus war lange eine Angelegenheit der Konservativen, nämlich des Adels und des Militärs. Die Komponistin Ethel Smyth, Tochter eines britischen Generals, wurde durch Königin Victoria, die französische Exilkaiserin Eugénie und den deutschen Reichskanzler Bernhard von Bülow gefördert. Die Komponistin Emilie Mayer bekam als erste Frau in Preußen Porträtkonzerte mit ihrer Orchestermusik durch Ernst Wieprecht, den obersten Chef der königlich-preußischen Militärmusik. ­König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und dessen Frau Elisabeth unterstützten die Komponistin ebenso wie das österreichische Kaiserhaus. Die Komponistin Clémence de Grandval war 1828 als Tochter eines hochrangigen Offiziers zur Welt gekommen, wurde dann die Gattin eines wiederum hochrangigen Offiziers und gehörte als Vicomtesse dem vermögenden Adel Frankreichs an. Der Vater wie der Ehemann unterstützten sie rückhaltlos. Die Bürgerlichen schmähten sie erst, weil sie angeblich eine Dilettantin, dann weil sie eine reiche Adlige war. Es gab reichlich Standesdünkel von links.

In „So haben wir dich nicht erzogen“ gerät die Welt eines lesbischen Paares ins Wanken, als die Tochter einen Mann heiraten will. Daraus wird eine giftige Komödie.

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In der Serie „Memory of a Killer“ wird ein Auftragsmörder vergesslich. Für seine Arbeit ist das nicht gut – und auch nicht für sein geheimes Doppelleben. Patrick Dempsey spielt den Demenz-Killer sehr ansehnlich. Ob das reicht, sehen wir noch.

Redakteur im Feuilleton.

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