FAZ 27.05.2026
06:50 Uhr

(+) Websites, Spotify, Amazon: KI flutet die Märkte für Inhalte


35 Prozent der neuen Websites, knapp 60 Prozent der neuen E-Books und 44 Prozent der täglichen Musik-Uploads stammen von der KI. Was das mit Märkten macht, hat ein Nobelpreisträger schon 1970 beschrieben.

(+) Websites, Spotify, Amazon: KI flutet die Märkte für Inhalte

Sinken die Grenzkosten der Produktion gegen null, steigt das Angebot – theoretisch ins Unendliche. So lautet eine Grundregel der Mikroökonomie, und sie erklärt, was auf den Inhaltsmärkten gerade passiert: Wer einen Text, ein Bild, eine Buchseite oder einen Musiktitel erzeugen will, zahlt nur noch für Strom und Rechenzeit. Die menschliche Arbeitszeit, die zuvor das Angebot beschränkt hat, ist als Engpassfaktor weitgehend weggefallen. Die Folgen sind auf allen Inhaltemärkten gut zu beobachten: Der Anteil maschinell erzeugter Inhalte liegt inzwischen zwischen 35 und 60 Prozent.

Eine Studie der Europäischen Investitionsbank zeigt erstmals kausal, wie KI-Adoption die Arbeitsproduktivität steigert – ohne Beschäftigung zu kosten. Die Gewinne hängen stark von Investitionen in Software und Weiterbildung ab.

Die Fehlerquote der Sprachmodelle sinkt rasant, doch verschwunden sind Halluzinationen nicht. Wer die richtigen Methoden kennt und einen klaren Arbeitsprozess etabliert, kann die Zuverlässigkeit der Ergebnisse aber erheblich steigern.

Eine Befragung von 750 Finanzvorständen zeigt: Künstliche Intelligenz steigert die Produktivität bereits messbar. Die Effekte schlagen sich aber erst im Folgejahr in höheren Umsätzen nieder.

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