FAZ 06.08.2026
06:15 Uhr

(+) Inseln als Flugzeugträger: Iran weiß genau, was er tut


Die USA hätten es wissen müssen: Schon seit Jahrzehnten probt Iran das Sperren der Straße von Hormus. Das funktioniert vor allem deshalb, weil er winzige, umstrittene Inseln besetzt hält.

(+) Inseln als Flugzeugträger: Iran weiß genau, was er tut

Nur wenige kennen die Inhalte, über die in Verhandlungen mit dem Oman, möglicherweise auch zwischen Washington und Teheran gesprochen wird. Ein Kernpunkt aber müssen neben dem Atomprogramm Irans und der freien Durchfahrt für Schiffe in der Straße von Hormus auch die dortigen Inseln sein. Wie im Südchinesischen Meer für China bilden auch die Eilande hier eine strategische Basis für Iran, von der aus er die enge Seestraße kontrolliert. Schon seit Jahrzehnten proben die Iraner das Schließen des Wasserweges. Die von der Weltgemeinschaft seit mehr als 50 Jahren ungelösten Territorialansprüche machen es ihm einfach. Daran ändert auch die nun angedachte geteilte Fahrtroute für Tanker nichts.

Im Frühjahr warnten Experten vor leeren Tanks und Flugausfällen infolge des Irankriegs. Bisher sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten. Die Gefahr bleibt.

China und die EU drehen weiter an der handelspolitischen Eskalationsschraube. Überrollt von der Exportwelle der Volksrepublik suchen die Europäer nach Antworten. Bei nächtlichen Beratungen auf dem EU-Gipfel ging es darum, ob künftig eine härtere Linie nötig ist.

Zukunftstechnologien erfordern immer mehr kritische Rohstoffe. Die aber liegen in den Händen weniger Länder. In Zeiten der geoökonomischen Machtpolitik achten diese mehr und mehr darauf, ihre Vorkommen für sich selber zu nutzen und als Druckmittel einzusetzen.

Leiter F.A.Z. Weltwirtschaft

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