FAZ 15.05.2026
18:23 Uhr

(+) Codewort der Rechten: Thiel, Dugin, Schmitt und die apokalyptische Verschwörung


„Katechon“ ist das geheime Codewort der globalen Rechten, vermutet der Historiker Volker Weiß. Aber stimmt das? Oder ist Peter Thiels Katechon-Gerede nur eine unverhohlene Interessenvertretung der eigenen Branche?

(+) Codewort der Rechten: Thiel, Dugin, Schmitt und die apokalyptische Verschwörung

Seit ein paar Jahren ist ein Begriff aus der Bibel ein dunkles, aber faszinierendes Gerücht in der liberalen Öffentlichkeit: „Katechon“ – das ist griechisch und heißt auf Deutsch: der oder das Aufhaltende. Ist dieses Wort aus dem zweiten Thessalonicherbrief, von dem man weiß, dass es der amerikanische Trump-Unterstützer Peter Thiel ebenso gern im Munde führt wie der russische Kriegs-Apologet Alexandr Dugin, und das überdies auch noch ein Lieblingsmotiv des berüchtigten Staatsrechtlers Carl Schmitt war, möglicherweise das geheime Schibboleth der globalen Reaktion, der Schlüssel zu ihren verborgen gehaltenen letzten Antrieben? Zur Attraktion mag beitragen, dass die „Anomie“, die sich anbahnende Auflösung aller Ordnungen, von der in der Bibelpassage die Rede ist (2 Thess. 2,7), einem heute verbreiteten Zeitgefühl entspricht. Doch gegen die, die das nun schon für das Ende der Welt halten, versicherte Paulus, so weit sei es noch nicht, da es etwas oder jemanden gebe, der das angekündigte Kommen des Antichristen und der Apokalypse „aufhält“. Welche Funktion kann im Jahr 2026 solch eine religiöse Argumentation ausgerechnet für die extreme Rechte haben?

Soziale Medien können helfen, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren. Ein aktueller Trend wie #SchizoTok zeigt aber, wie es besser nicht gehen sollte.

Mit Jeremy Irons als Hochkommissar: Annemarie Jacir erzählt im Kinofilm „Palästina 36“ die Gewaltgeschichte der Region.

Für Helene Imislunds Meditationen braucht der Leser die richtige Stimmung: „Aller Dinge Kern“ stellt kleine Schicksale vor, die berühren.

Feuilletonkorrespondent in Berlin.

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