„Ich kann mich nicht erinnern, jemals pünktlich gewesen zu sein“, sagt Nora. Das Zuspätkommen begleitet sie bereits ihr ganzes Leben. Schon öfter hat sie versucht, daran etwas zu ändern, erzählt sie. Sie rechnet zum Beispiel die Zeit aus, die sie benötigt, um zu einem vereinbarten Treffpunkt zu gelangen, verschätzt sich dabei aber ständig. Wenn sie sich für ein Treffen fertigmacht, scheint sich das Raum-Zeit-Kontinuum regelmäßig gegen sie zu verschwören: Hat sie eine Viertelstunde fürs Haarewaschen angesetzt, steht sie nach 40 Minuten immer noch vor dem Spiegel: „Ich plane zu viel für zu kurze Zeiträume ein. Und kurz bevor ich losmuss, fallen mir noch zehn Dinge ein, die unbedingt erledigt werden müssen.“ Auch zu unserem Interview für diesen Artikel erscheint sie fünf Minuten zu spät.
